Weinstadt

Wo in Weinstadt Mobilfunkmasten für 5G entstehen könnten

5G Mobilfunk
Ein Sendemast bei Endersbach. Derzeit läuft die Suche nach weiteren Standorten für den neuen Mobilfunkstandard 5G. © Benjamin Büttner

In großen Teilen von Weinstadt ist der neueste Mobilfunkstandard 5G bereits verfügbar: Die Telekom hat ihre bestehenden Anlagen schon nachgerüstet. Vodafone und Telefonica wollen nachziehen. Ein paar weiße Flecken gibt es aber noch – daher besteht Bedarf an neuen Mobilfunkanlagen. Der Stadt liegen mehrere Anfragen von Anbietern vor. Neue Antennen könnten entlang der B 29 beim Birkel-Areal, bei der Jahnhalle in Endersbach und im unterversorgten Stadtteil Schnait errichtet werden. Einem 30-Meter-Mast in den Schnaiter Weinbergen haben die Weinstädter hingegen eine Absage erteilt.

In der Bebionstraße gingen die Anwohner auf die Barrikaden

Der Ausbau des Mobilfunknetzes ist freilich nicht nur in der Natur ein sensibles Thema. Auch in Wohngebieten gibt es immer wieder Proteste gegen Sendemasten. In der Bebionstraße in Endersbach läuft der Vertrag über eine umstrittene Antenne von Vodafone auf einem Privatgrundstück demnächst aus – schon 2003, lange vor 5G, wurde hier protestiert.

Anlässlich der Suche nach einem Ersatzstandort in der näheren Umgebung sind Anwohner im Sommer 2020 erneut auf die Barrikaden gegangen. Ihre Befürchtung lautet nach wie vor: Die Strahlenbelastung ruft gesundheitliche Schäden hervor.

Bundesamt für Strahlenschutz: Keine "gesundheitsschädigende Wirkung" nachgewiesen

Das Bundesamt für Strahlenschutz sieht hingegen „innerhalb der gültigen Grenzwerte für Mobilfunksendeanlagen keinen Nachweis einer gesundheitsschädigenden Wirkung“. So hat es eine Sprecherin des Bundesamts unserer Redaktion im vergangenen Jahr gesagt.

Die Anfragen der Anbieter pauschal zu blockieren, ist – das gilt für Naturschutzgebiete wie für Wohnviertel – rechtlich unmöglich. Es käme für die Stadt Weinstadt aber auch gar nicht infrage. Denn für den Wirtschaftsstandort ist die 5G-Technologie auf lange Sicht unverzichtbar. „Es wäre der falsche Weg, extreme regularische Maßnahmen zu ergreifen“, betonte Liegenschaftsamtsleiter und Wirtschaftsförderer Karlheinz Heinisch in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses.

Der Mobilfunkstandard zeichne sich durch höhere Bandbreiten aus und sei Voraussetzung für Dinge, die „man sich noch gar nicht vorstellen kann“, autonomes Fahren zum Beispiel. Nach der Veranstaltung mit den Partnerkommunen Kernen und Rudersberg im März seien sich die Beteiligten auch über den Gesundheitsaspekt einig gewesen: Jeder Einzelne könne die Strahlenbelastung für sich selbst am besten reduzieren, da Geräte wie schnurlose Telefone, WLAN-Router und Handys vielfach stärker strahlten als die „zumeist weit entfernten Mobilfunkmasten außerhalb der Wohnung“.

Die Stadt will sich bei der Standortsuche für Mobilfunkanlagen allerdings auf öffentliche Grundstücke fokussieren und die verschiedenen Anbieter zu einer Mehrfachbelegung bewegen. Den Segen für dieses Vorgehen soll der Gemeinderat den Verantwortlichen in seiner Sitzung am kommenden Donnerstag erteilen.

Ein Ersatz für die Bebionstraße: Bei der Jahnhalle

Zurück zum Ersatz für die Vodafone-Anlage in der Bebionstraße. Eine entsprechende Anfrage des Mobilfunkanbieters liegt der Stadt Weinstadt vor. Die Verwaltung favorisiert aktuell eine neue Antenne bei der Jahnhalle. Dieser Ort ist laut Karlheinz Heinisch auch im Einklang mit einer Abstandsflächenkarte, die in Weinstadt bereits vor 15 Jahren erarbeitet wurde und die einen Mindestabstand zu Kitas, Schulen und Seniorenheimen vorsieht.

Zwei Anfragen der Telekom: Eine in Endersbach, eine in Schnait

Noch zwei weitere Anfragen für neue Mobilfunkanlagen liegen aktuell vor, beide von der Telekom. Der Konzern hat seine bestehenden Anlagen zwar bereits aufgerüstet, sieht aber Bedarf für weitere Antennen.

Ein Blick auf die Netzabdeckung mit 5G in Weinstadt zeigt: Größere weiße Flecken gibt es noch in Endersbach, Schnait mit Baach, Strümpfelbach und beim Weiler Gundelsbach. Für die Telekom wird jetzt ein Standort nördlich der B 29 zwischen Birkelareal und Bundesstraßenparkplatz geprüft. Weil der Bereich abseits der Bebauung liegt, sei er gut geeignet, heißt es in einer Vorlage der Verwaltung.

Laut Karlheinz Heinisch sei auch das Dach des Globus-Baumarkts als Standort diskutiert worden, dies sei aber vom Eigentümer abgelehnt worden.

Einen Vorschlag der Telekom für das unterversorgte Schnait hat hingegen die Stadtverwaltung abgelehnt. Diese wollte einen 30 Meter hohen Mast in den Weinbergen errichten. „Da haben wir gesagt, das kommt überhaupt nicht in die Tüte“, sagte Karlheinz Heinisch. Die Stadt wolle „erhebliche Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes“ vermeiden. Der Alternativvorschlag der Weinstädter, eine Antenne auf dem Wasserbehälter Gluckenbrunnen zu installieren, wurde dann wiederum von der Telekom als ungeeignet abgelehnt.

In großen Teilen von Weinstadt ist der neueste Mobilfunkstandard 5G bereits verfügbar: Die Telekom hat ihre bestehenden Anlagen schon nachgerüstet. Vodafone und Telefonica wollen nachziehen. Ein paar weiße Flecken gibt es aber noch – daher besteht Bedarf an neuen Mobilfunkanlagen. Der Stadt liegen mehrere Anfragen von Anbietern vor. Neue Antennen könnten entlang der B 29 beim Birkel-Areal, bei der Jahnhalle in Endersbach und im unterversorgten Stadtteil Schnait errichtet werden. Einem

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