Weinstadt

Wohnungen, Kindergarten, Tagespflege: Baustart für neues Quartier in Beutelsbach

großheppacher
Bauherrinnen, die viel vorhaben: Magdalene Simpfendörfer-Autenrieth (links) und Antje Helmond mit den Bauplänen für ein neues Quartier beim Mutterhaus der Großheppacher Schwesternschaft. © Benjamin Büttner

Seit wenigen Tagen sind bei der Stiftung Großheppacher Schwesternschaft die Bagger am Werk. Ein „generationenübergreifendes Quartierzentrum“ soll in Beutelsbach entstehen, mit einem neuen Kindergarten, barrierefreien Wohnungen und ambulanten Pflegeplätzen, an denen der Bedarf immer weiter wächst. Bis das Millionenprojekt realisiert ist, werden allerdings fast zwei Jahre vergehen – die Anwohner bitten die Bauherrinnen deshalb um Geduld und Nachsicht.

Um über das Projekt aufzuklären, haben die Verantwortlichen kürzlich Prospekte verteilt. Schließlich sind die geplanten Informationsveranstaltungen wegen der Corona-Pandemie ins Wasser gefallen. Oberin und Vorsteherin Magdalene Simpfendörfer-Autenrieth wirbt um Verständnis: „Uns ist bewusst, dass auf die Anlieger an den Zufahrtsstraßen und auf unsere Mitarbeiterschaft, Bewohnerinnen und Bewohner besonders in der ersten Phase Belastungen durch Baufahrzeuge zukommen“, wird sie in einer aktuellen Pressemitteilung zitiert, „das sind Dinge, die unausweichlich mit einem Neubau verbunden sind, und wir möchten daher um Verständnis bei den Anwohnern werben. Es ist nur ein begrenzter Zeitraum, in dem wir mit Einschränkungen leben müssen. Wir sind überzeugt, dass das fertiggestellte Zentrum mit seinen Angeboten, zugeschnitten auf Menschen, die hier leben, eine Bereicherung sein wird.“

Eine „naturnahe Kita“ mit bis zu 45 Plätzen

Der „begrenzte Zeitraum“, den die Oberin der Schwesternschaft anspricht, zieht sich aller Voraussicht nach bis September 2022. Dann erst ist die Fertigstellung des neuen Quartiers südlich der S-Bahn-Gleise geplant. Das liegt am großen Umfang des Projekts. Nachdem die Stadt Weinstadt ihre Baugenehmigung erteilt hat, ist eine Baustellenzufahrt eingerichtet worden. Vor wenigen Tagen wurde dann mit dem Aushub der Baustellengrube begonnen. Für den Neubaukomplex ist wegen des schwierigen Untergrunds eine Pfahlgründung notwendig.

Später sollen hier nach Angaben der Bauherrinnen ein Familien- und Bildungszentrum mit einer Naturwerkstatt, eine „naturnahe Kita“ mit bis zu 45 Plätzen und eine ambulante Tagespflege für bis zu 17 Senioren mit Unterstützungsbedarf Platz finden. „Wir sehen das als ergänzendes Angebot zur Diakoniestation, die einen wichtigen Auftrag hier in Weinstadt erfüllt“, sagt die Pressesprecherin der Großheppacher Schwesternschaft, Sibylle Kessel. „Wir wollen auf jeden Fall kooperieren.“

Die Einbindung der Bürger hat Corona bislang verhindert

Kooperationen seien auch mit der Kommune und weiteren Organisationen geplant. Vieles sei aber noch nicht spruchreif. Das liegt auch an Corona. Zwar habe die Pandemie sich nicht negativ auf die Bauplanung ausgewirkt, aber die Abstimmung mit möglichen Partnern und erste Schritte einer Bürgerbeteiligung verzögert. Die neuen Angebote seien die Basis für eine „offene und nach Bedarfen orientierte Quartiersentwicklung“, sagt Magdalene Simpfendörfer-Autenrieth, „die Öffnung zur Teilhabe aller, die hier in Beutelsbach leben, soll dabei im Vordergrund stehen.“

Auch der Wohnungsknappheit im Stuttgarter Speckgürtel will die Stiftung auf dem Areal entgegenwirken. Geplant sind 13 Wohneinheiten, „die in Fortführung der schwesternschaftlichen Gemeinschaft eine gemeinschaftliche Wohnform für Familien, Singles und Paare anbieten“, berichtet Sibylle Kessel. Droht in der Umgebung ein Parkchaos? Das soll eine Tiefgarage mit 39 Stellplätzen verhindern. Insgesamt kostet das Bauprojekt 12,5 Millionen Euro. Die Stiftung Großheppacher Schwesternschaft erhält einer Pressemitteilung zufolge für die Entwicklung der Quartiersidee Fördermittel aus dem Programm „Gut Beraten – Quartier 2030“ des Landes Baden-Württemberg. Als Beraterin wird Claudia Peschen aus Ludwigsburg den Prozess begleiten. „Gemeinsam mit Frau Peschen werden wir das Quartierskonzept und die Form der Nachbarschaftsbeteiligung erarbeiten“, wird die Kaufmännische Vorständin der Stiftung, Antje Helmond, zitiert, „auf der Basis dieses Konzepts möchten wir in Kooperation mit der Stadt Weinstadt einen Förderantrag an das Landesprogramm ‚Quartiersimpulse – Quartier 2030‘ stellen“.

Weitere Zuschüsse sind beantragt

Vorbereitend werde derzeit eine Sozialraumanalyse erarbeitet, die das Datenmaterial für die weitere Entwicklung von Angeboten liefert. Der Beratungsprozess und die Zusammenarbeit mit Kommune und weiteren Kooperationspartnern habe bereits begonnen.

Ein Zuschuss über 300 000 Euro kommt außerdem von der Deutschen Fernsehlotterie. Auf die Bescheide über weitere Förderanträge wartet die Stiftung noch.

Seit wenigen Tagen sind bei der Stiftung Großheppacher Schwesternschaft die Bagger am Werk. Ein „generationenübergreifendes Quartierzentrum“ soll in Beutelsbach entstehen, mit einem neuen Kindergarten, barrierefreien Wohnungen und ambulanten Pflegeplätzen, an denen der Bedarf immer weiter wächst. Bis das Millionenprojekt realisiert ist, werden allerdings fast zwei Jahre vergehen – die Anwohner bitten die Bauherrinnen deshalb um Geduld und Nachsicht.

Um über das Projekt aufzuklären,

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