Weinstadt

Wohnungen und Co.: Weinstadt will Stadtentwicklung in Endersbach besser steuern

Endersbach_2015Luftbild_0349
Endersbach aus der Luft (Archivfoto 2015). © Gabriel Habermann

Das Wohnquartier im Osten des Ortskerns von Endersbach ist in den 1920er, 1930er Jahren entstanden. Aus dieser Zeit stammen auch die bis heute gültigen Bebauungspläne. In denen ist allerdings herzlich wenig zur Art, Maß und Gestaltung der Gebäude geregelt. Die Stadtverwaltung befürchtet „Fehlentwicklungen“ und will durch einen städtebaulichen Rahmenplan für das Gebiet zwischen Bahnhofstraße und Beutelsbacher Straße „einheitliche Maßstäbe“ setzen. Am kommenden Donnerstag soll der Gemeinderat einen städtebaulichen Rahmenplan beschließen, in dem festgehalten wird, wie sich die Stadt die Entwicklung des Gebiets vorstellt.

Hintergrund des Plans, den das Bauamt Mitte Juni im Technischen Ausschuss präsentiert hat, sind auch die vielen Bauanfragen innerorts. Zwar geben die insgesamt vier uralten, immer noch gültigen Bebauungspläne in dem Gebiet Baulinien, -grenzen und Grünflächen vor, aber Art und Maß der baulichen Nutzung oder gar Festsetzungen zur Gestaltung der Gebäude sind nicht geregelt.

Was neu entsteht, muss sich ins Bestehende einfügen

Es gilt deshalb stets Paragraf 34 Absatz 1 im Baugesetzbuch: „Innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile ist ein Vorhaben zulässig, wenn es sich nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche, die überbaut werden soll, in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt und die Erschließung gesichert ist. Die Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse müssen gewahrt bleiben; das Ortsbild darf nicht beeinträchtigt werden.“

Kurz: Was neu entsteht, muss zum Bestand passen. Was aber, wenn dieser Bestand ein „sehr breites Spektrum“ bietet, wie Stadtplaner Reinhard Schlegel im Technischen Ausschuss sagte, etwa von ganz kleinen bis ganz großen Dachgauben?

Im Osten des Gebiets, das jetzt einheitliche Richtlinien verpasst bekommen soll, also zwischen Theodor-Heuss-Straße und östlicher Bahnhofsstraße, ist es einfach, nach § 34 zu verfahren: Die Bebauung ist homogen. Die Wohnhäuser mit ihren Vorgärten stammen überwiegend aus den 1930er Jahren, tragen Satteldächer und sind gleichmäßig angeordnet. Der Rahmenplan soll in diesem Bereich vor allem der Bestandssicherung dienen.

Drohen unweit der Endersbacher Ortsmitte „Fehlentwicklungen“?

Weiter westlich, im Mischgebiet, sieht es anders aus: „Im Bereich der Staffelstraße bestehen einige für die Ortslage untypische gewerbliche Nutzungen, die in Verbindung mit der stark überformten Wohnbebauung zu einem sehr heterogenen Siedlungsbild beitragen“, heißt es in der Begründung für den Rahmenplan. Viele Bestandsgebäude seien in den vergangenen Jahren stark verändert oder ganz durch Neubauten ersetzt worden. „Die sehr unterschiedlichen Entwicklungen des gesamten Quartiers verdeutlichen das dringende Planungserfordernis, da mit dem bestehenden Baurecht Fehlentwicklungen nicht ausgeschlossen werden können“, schreibt das Bauamt.

In dem Rahmenplan sollen künftig unter anderem die Maße von neuen Gebäuden, Bauweise und Grünflächen, die Gestaltung von Fassade, Dach und Einfriedungen sowie die Anzahl der Stellplätze geregelt werden. Wer in dem Gebiet neu bauen oder anbauen möchte, kriegt von der Stadt aufgezeigt, wie sie sich die Entwicklung des Gebiets vorstellt. „Es geht nicht darum, irgendetwas zu verbieten“, sagt Petra Heckl, die im Stadtplanungsamt an der Erstellung des Rahmenplans mitgewirkt hat, „sondern darum, aufzuzeigen, in welche Richtung wir Potenziale sehen, wie wir die Grundstücke besser nutzen können.“

Für Menschen, die hier schon leben, ändert sich nichts

Für die Menschen, die bereits in dem Gebiet lebten, ändere sich erst einmal gar nichts, versichert die Stadt. Ohnehin handle es sich bei dem Plan, sollte der Gemeinderat am Donnerstag der Empfehlung des Technischen Ausschusses folgen und ihn beschließen, um ein „informelles Planungsinstrument“ ohne die bindende Rechtswirkung eines Bebauungsplans. Einen solchen für das Gebiet aufzustellen (wie zum Beispiel beim Gewerbegebiet Benedikt-Aucht-Wiesen), sei aktuell nicht möglich, sagte Reinhard Schlegel – andere Projekte hätten Priorität.

Das Wohnquartier im Osten des Ortskerns von Endersbach ist in den 1920er, 1930er Jahren entstanden. Aus dieser Zeit stammen auch die bis heute gültigen Bebauungspläne. In denen ist allerdings herzlich wenig zur Art, Maß und Gestaltung der Gebäude geregelt. Die Stadtverwaltung befürchtet „Fehlentwicklungen“ und will durch einen städtebaulichen Rahmenplan für das Gebiet zwischen Bahnhofstraße und Beutelsbacher Straße „einheitliche Maßstäbe“ setzen. Am kommenden Donnerstag soll der Gemeinderat

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper