Weinstadt

Zugang wird "eine Nummer kleiner" geplant: Wie geht’s weiter im Bürgerpark von Weinstadt?

Luftbild: Grüne Mitte Weinstadt, 06.11.2020.
Der Blick von oben auf Weinstadt und den Bürgerpark. Es gibt noch einiges zu tun, zum Beispiel beim Anschluss der „Grünen Mitte“ an den Ort. © Benjamin Beytekin

Im Bürgerpark, der „Grünen Mitte“ von Weinstadt, trifft man an schönen Tagen Familien, Sportler und Spaziergänger. Während es Anwohner gibt, die sich über zu viel Lärm beschweren, ist die Stadt stolz auf das verbindende Element im Zentrum. Doch fertig ist das Gartenschau-Projekt noch lange nicht. Bei der Planung des Zugangs von Beutelsbacher Seite her hat jetzt ein Umdenken stattgefunden. Wie und wann geht es weiter im Bürgerpark?

Eigentlich sollte die Anlage zwischen dem Schweizerbach und der Kreisstraße, die Endersbach und Beutelsbach miteinander verbindet, schon zur Remstal-Gartenschau eröffnet werden. Daraus ist bekanntlich nichts geworden. Mittlerweile hat der Park einiges zu bieten, doch ganz fertig ist die „Grüne Mitte“ noch immer nicht.

Drei Vorhaben stehen aktuell auf der Agenda

Drei Vorhaben sind aktuell in der Vorbereitungsphase. Erstens: die Renaturierung des Schweizerbachs, der entlang der Parkanlage verläuft. Zweitens: der Bau des Parkforums, in dem in Zukunft Veranstaltungen stattfinden sollen. Und drittens: der Anschluss des Parks an den Stadtteil Beutelsbach. In diesem dritten Punkt haben die Weinstädter jetzt einen Kurswechsel vorgenommen.

Der Bau des Bürgerparks ist mit Fördermitteln vom Bund unterstützt worden. Im Februar hatte der Weinstädter Gemeinderat die Verwaltung beauftragt, die Maßnahmen am Schweizerbach auszuschreiben und zu bauen. Sie konnten sich aber nicht auf eine Planung für den „Auftaktplatz“ einigen, der den Zugang und die Anbindung an den Stadtteil Beutelsbach bildet (auf unserem Foto ist dieser Bereich rechts unten zu sehen). Die Bürgervertreter waren sich uneins gewesen über die Ausgestaltung – und hatten zu hohe Kosten befürchtet. Also beauftragten sie die Verwaltung, „für den Auftaktplatz einen weiteren Förderantrag (...) vorzubereiten und dem Gremium zur Beschlussfassung vorzulegen“. Daran wird in einer aktuellen Sitzungsvorlage aus dem Bauamt erinnert. Kurz nach der Sitzung im Februar erreichte die Corona-Krise Deutschland.

Der Grund: Die „Haushaltslage infolge der Corona-Pandemie“

Auf Antrag der Verwaltung hat sich der Technische Ausschuss am Donnerstagabend einstimmig dafür ausgesprochen, dass sich Weinstadt nun doch nicht für weitere Fördermittel bewirbt. Begründet wird dieser Rückzieher mit „der Haushaltslage infolge der Corona-Pandemie“. Es fehlt laut Verwaltung an kommunalen Eigenmittel für eine „derart umfangreiche städtebauliche Maßnahme“. Außerdem habe sich anhand der Verzögerungen im bisherigen Zeitplan herauskristallisiert, dass bei dem beauftragten Planungsbüro „nicht die zeitlichen und personellen Ressourcen zur Verfügung stehen“. Im Gespräch mit unserer Zeitung drückt es Baubürgermeister Thomas Deißler so aus: „Der Beschluss wurde aufgehoben, weil er nicht realisierbar ist.“ Nur Maßnahmen erheblichen Umfangs hätten Chance auf Förderung durch den Bund gehabt.

Stattdessen soll das Stadtplanungsamt den Auftaktplatz jetzt eigenständig planen, „eine Nummer kleiner“, wie Deißler sagt, im Zuge der Vorbereitungen auf das künftigen Wohngebiet Deitwiesländer im Südosten des Bürgerparks. Entwürfe für dieses Wohngebiet sind dem Technischen Ausschuss bislang nur nichtöffentlich vorgestellt worden.

Das Ziel: Ein attraktiver Zugang

Für den Auftaktplatz wird das Bauamt laut Deißler verschiedene Entwürfe erstellen und dem Gemeinderat vorlegen: „Dann werden wir sehen: Für was gibt’s einen Konsens?“ Konkret gehe es darum, vom Kreisverkehr in der Poststraße her einen attraktiven Zugang zum Bürgerpark zu schaffen, um den Umbau der Straße, die Überquerung des Schweizerbachs, den Eingang in den Park.

Es ist nicht abzusehen, dass dieser laut Deißler äußerst wichtige Teil des Bürgerparks im kommenden Jahr schon in die Bauphase eintritt. Anders verhält es sich mit den beiden anderen eingangs erwähnten Punkten, dem Parkforum und dem Schweizerbach. Der Kiesplatz, auf dem das Forum entstehen soll, steht zwar noch immer leer, das soll sich aber im kommenden Jahr ändern. Laut Thomas Deißler läuft derzeit die Ausführungsplanung für einen einfachen Holzbau mit großer Pergola. Hier sollen einmal verschiedene Akteure – Wengerter, Vereine, Gastronomen – Veranstaltungen abhalten können.

Auch beim Schweizerbach, der verbreitert wird, und dem parallel verlaufenden Uferweg soll es im kommenden Jahr vorangehen. Die Planung sei weit fortgeschritten, aber wegen ausstehender Genehmigungen „noch nicht umsetzungsreif“, sagt Thomas Deißler. Er gehe davon aus, dass die Planungen für beide offenen Punkte noch in diesem Jahr abgeschlossen und die Arbeiten dann ausgeschrieben werden können.

Die Anbindung ans Bildungszentrum steht ebenfalls noch aus

Zukunftsmusik, die noch aus weiter Ferne ertönt, ist hingegen der geplante Anschluss des Bürgerparks an das Bildungszentrum auf der anderen Seite des Parks. Möglich wäre eine Unterführung unter der Kreisstraße hindurch. „Das müssen wir im Auge behalten und uns Gedanken machen“, sagt Thomas Deißler, „das wird spätestens zu einer konkreten Frage, wenn das Feuerwehrhaus realisiert wird. Dann müssen wir den Schulradverkehr entflechten.“

Der Bürgerpark im Herzen von Weinstadt wird die Kommunalpolitik noch eine ganze Weile beschäftigen.

Im Bürgerpark, der „Grünen Mitte“ von Weinstadt, trifft man an schönen Tagen Familien, Sportler und Spaziergänger. Während es Anwohner gibt, die sich über zu viel Lärm beschweren, ist die Stadt stolz auf das verbindende Element im Zentrum. Doch fertig ist das Gartenschau-Projekt noch lange nicht. Bei der Planung des Zugangs von Beutelsbacher Seite her hat jetzt ein Umdenken stattgefunden. Wie und wann geht es weiter im Bürgerpark?

Eigentlich sollte die Anlage zwischen dem

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