Welzheim

Öffnung der Welzheimer Tafel nach der Coronapause am 22. Mai

Welzheimer Tafelladen
Die Verantwortlichen der Welzheimer Tafel (von links: Anton Beck, Karl-Heinz Lindauer und Sabine Eichhorn-Friedrich) freuen sich auf den Re-Start am 22. Mai. © Hinderberger

Die Tafel Welzheim unterstützt bedürftige Kundinnen und Kunden im Raum Welzheim und Umgebung. Viele sind durch ein niedriges Einkommen, oder weil sie soziale Unterstützung benötigen, auf die Tafeln angewiesen. Durch die Schließung der Tafel Mitte März 2020 hat sich die Lebensmittelversorgung der Tafelkunden grundlegend verändert. Die Versorgung dieser Personengruppe mit Lebensmitteln ist zu einem großen Problem geworden. So mussten die Lebensmittel zu deutlich höheren Preisen in den Supermärkten eingekauft werden.

Es bleibt zu vermuten, dass die Schließung des Tafelladens insbesondere bei ernährungsunsicheren Tafelkunden zu existenziellen Nöten führte. In Familien müssen durch Kita- und Schulschließungen mehr Personen im Haushalt mit Lebensmitteln versorgt werden. „Durch die fehlenden Kontakt- und Austauschmöglichkeiten ist von einer Zunahme der Einsamkeit, Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen bei Tafelkunden auszugehen“, so Tafelleiter Karl-Heinz Lindauer.

Gutscheinaktion erfährt sehr positive Resonanz

Durch die Schließung der Welzheimer Tafel konnten außerdem die aussortierten Lebensmittel der Supermärkte nicht mehr der Weiterverwendung zugeführt und somit vor der Vernichtung bewahrt werden. Durch die Tafel wurde regelmäßig monatlich ungefähr eine Tonne Lebensmittel eingesammelt. Ein Großteil dieser eingesammelten Lebensmittel konnte nach Aufbereitung an die Kunden der Tafel weitergegeben werden.

Wie schon in der Welzheimer Zeitung berichtet, konnte die Lebensmittelversorgung der bedürftigen Bürger in Welzheim durch die Ausgabe von Lebensmittelgutscheinen verbessert werden. Eine spontan ins Leben gerufene Spendenaktion ermöglichte ab Ende März die Ausgabe von Lebensmittelgutscheinen je nach Größe der Haushalte in Höhe von 20 bis 40 Euro. Jede Woche konnten die Berechtigten Gutscheine vor der Tafel abholen. So wurden im April durch die großzügige Spendenbereitschaft von Privatpersonen, Gewerbetreibenden und Organisationen aus Welzheim und Umgebung über 12 000 Euro an Gutscheinen ausgegeben. Im Rahmen der Corona-Soforthilfe durch die Aktion Mensch konnte die Tafel Welzheim einen Förderantrag stellen. Durch dessen Bewilligung kann die Ausgabe von Lebensmittelgutscheinen auch noch im Mai fortgesetzt werden.

Die Tafel Welzheim soll nun wieder geöffnet werden. Ab Freitag, 22. Mai, wird mit den entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen für die Kunden der Tafel wieder eine eingeschränkte Ausgabe von Lebensmitteln möglich sein. Zwei Kunden dürfen gleichzeitig in der Tafel anwesend sein, und beim Betreten des Tafelladens werden Mundschutz und Händedesinfektion verlangt. Der Aufenthalt in der Tafel wird zeitlich stark reduziert, und der Kassenbereich sowie die Ausgabetheken für Obst, Gemüse und Backwaren wurden mit Scheiben versehen. Die Mitarbeiter der Tafel werden ebenfalls mit Mundschutz arbeiten und sind zu größter Vorsicht angehalten.

Jüngere und ehrenamtliche Helfer werden gesucht

Viele der bisherigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind weiterhin bereit, in der Tafel mitzuarbeiten, was aber teilweise aufgrund des Alters nicht unproblematisch ist. Vorläufig wird die Tafel nur am Mittwoch und Freitag von 14 bis 16.30 Uhr geöffnet sein. Damit die Tafel auch an Montagen wieder geöffnet werden kann, werden jüngere Mitarbeiter gesucht, die an den Öffnungstagen Montag, Mittwoch und Freitag für drei Stunden vormittags oder nachmittags die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer unterstützen.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, sich mit Angabe ihrer Telefonnummer unter der E-Mail-Adresse an tafel-welzheim@web.de zu melden. „Wir würden uns über eine Kontaktaufnahme sehr freuen und Sie unverzüglich anrufen“, sagt Lindauer.

Da mit einem Rückgang der zur Verfügung stehenden Lebensmittel zu rechnen ist, erhalten die Kunden der Welzheimer Tafel weiterhin Lebensmittelgutscheine, allerdings in geringerer Höhe als zur Zeit vor der Wiedereröffnung. Vorgesehen sind dann wöchentlich je nach Personenzahl 10 bis 30 Euro. Mit dieser Maßnahme soll das Leben der Menschen mit geringem Einkommen während der Corona-Krise verbessert werden. Mit der großartigen Unterstützung von Aktion Mensch bis zu einem Gesamtbetrag von 40 000 Euro kann diese Aktion voraussichtlich noch für die nächsten Monate fortgesetzt werden.

Auch die Welzheimer Tafel erhält Unterstützung von Aktion Mensch

Mit einer Verdoppelung des Corona-Soforthilfeprogramms auf 40 Millionen Euro reagiert die Aktion Mensch auf die riesige Nachfrage nach Unterstützung. Seit dem Start vor circa zwei Wochen sind rund 1200 Förderanträge eingegangen, deren Volumen die ursprünglich zur Verfügung gestellte Summe von 20 Millionen Euro deutlich übertrifft. Daher können nur noch so viele Anträge angenommen werden, bis die Soforthilfe in Höhe von 40 Millionen Euro ausgeschöpft ist.

Im Fokus der Aktion-Mensch-Soforthilfe steht die Unterstützung von Assistenzdiensten, um die Betreuung von Menschen mit Behinderung zu gewährleisten, sowie Einrichtungen der Lebensmittelhilfe, wie zum Beispiel Tafeln und Archen, um die Versorgung von sozial schlechtergestellten Menschen mit Lebensmitteln aufrechtzuerhalten.

„Die vielen Anfragen, die in so kurzer Zeit bei uns eingegangen sind, zeigen, wie groß die Not bei Assistenzdiensten und gemeinnützigen Lebensmittelversorgern ist. Es ist beeindruckend, mit wie viel Engagement und Kreativität Hilfe organisiert wird“, sagt Armin v. Buttlar, Vorstand der Aktion Mensch. „Da wir möglichst viele Menschen unterstützen wollen, haben wir den Betrag der Corona-Soforthilfe auf 40 Millionen Euro verdoppelt. Unser Augenmerk liegt jetzt darauf, alle bisher eingegangenen Anfragen möglichst bis Ende des Monats zu prüfen und zu bewilligen, damit die Hilfe schnell ankommt.“

Erste Hilfen sind bereits angekommen

Erste Soforthilfezahlungen sind bei den Projekten bereits eine Woche nach Start des Programms angekommen. So konnte beim Caritas-Mittagstisch in Wolfsburg die Mitte März eingestellte Lebensmittelausgabe schnell neu organisiert werden und bereits am 1. April in neuer Form starten. „Die Unterstützung der Aktion Mensch kam genau zum richtigen Zeitpunkt. Innerhalb von einer Woche wurde die Förderung beantragt und auch bewilligt. Die Corona-Soforthilfe der Aktion Mensch hat ihren Namen wirklich verdient“, sagt Barbara-Maria Cromberg vom Caritas-Vorstand in Wolfsburg. „Wir sind unendlich dankbar für die Förderung durch Aktion Mensch. Wir können weiter für die Menschen da sein, die in dieser Krisenzeit in ganz besonderem Maß auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind.“

Durch eine Umstrukturierung ist es jetzt wieder möglich, die Menschen mit fertig gepackten Lebensmitteltüten oder Lebensmittelgutscheinen unter Einhaltung der aktuellen Verfügungen zu Covid-19 zu versorgen. Die Übergabe der Lebensmittelpakete findet bis auf weiteres im Freien statt. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder für diejenigen, die zu einer Risikogruppe zählen und ihre Wohnungen nicht mehr verlassen können, gibt es einen Lieferservice, der die Lebensmittel nach telefonischer Absprache bis zur Haustür bringt.

Für den Fall, dass nicht genügend Lebensmittelspenden vorhanden sind, gibt es die Möglichkeit, Lebensmittelgutscheine zu verteilen. Unter Leitung eines hauptamtlichen Mitarbeiters könnten die Hilfen gut koordiniert werden, so Cromberg. Der Lieferservice sei bereits in Anspruch genommen und auch Lebensmittelpakete seien schon ausgeteilt worden.

Aufstockung der Soforthilfe auf 40 Millionen Euro

Die Aktion Mensch hat anlässlich der aktuellen Corona-Krise am 25. März 2020 ein Soforthilfeprogramm zunächst in Höhe von 20 Millionen Euro aufgesetzt, das jetzt auf 40 Millionen Euro verdoppelt wurde. Hintergrund ist die anhaltende Notlage von Menschen, die aufgrund ihrer persönlichen Situation besonders durch die Pandemie bedroht sind und Unterstützung benötigen: Dazu gehören Menschen mit Behinderung, deren Assistenzkräfte ausfallen, aber auch sozial schlechtergestellte Menschen, die durch das Kontaktverbot nicht mehr auf dem üblichen Weg mit Lebensmitteln versorgt werden können.

Die Tafel Welzheim unterstützt bedürftige Kundinnen und Kunden im Raum Welzheim und Umgebung. Viele sind durch ein niedriges Einkommen, oder weil sie soziale Unterstützung benötigen, auf die Tafeln angewiesen. Durch die Schließung der Tafel Mitte März 2020 hat sich die Lebensmittelversorgung der Tafelkunden grundlegend verändert. Die Versorgung dieser Personengruppe mit Lebensmitteln ist zu einem großen Problem geworden. So mussten die Lebensmittel zu deutlich höheren Preisen in den

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