Welzheim

Überfälle auf Norma in Welzheim und Weinstadt: War es der gleiche Täter?

Norma Welzheim
Der Norma in Welzheim wurde am Samstag überfallen. Gibt es Zusammenhänge mit der Tat in Weinstadt Anfang November? © Gabriel Habermann

Im Stadtzentrum von Welzheim ist am Samstagabend (18.12.) der Discounter in der Justinus-Kerner-Straße, der Norma, überfallen worden. Wie die Behörde mitteilt, bedrohte der maskierte Täter die Angestellten mit einer Pistole und sackte anschließend die Tageseinnahmen ein. Diese betrugen mehrere Tausend Euro. Das Geld packte der Mann in einen schwarzen Nike-Rucksack und flüchtete daraufhin in unbekannte Richtung. Eine Fahndung mit mehreren Streifenwagen verlief erfolglos.

Der Mann soll mit osteuropäischem Akzent gesprochen haben. Bekleidet war er zum Tatzeitpunkt mit einer schwarzen Jogginghose, einer schwarzen Jacke sowie einem schwarzen Pullover und Mütze. Er soll blaugraue Turnschuhe getragen haben. Zeugen werden gebeten, sich unter der Nummer 0 73 61/58 00 bei der Polizei zu melden.

Überfall auf Norma-Markt in Weinstadt Anfang November

Erst Anfang November war ein Norma-Markt in Weinstadt überfallen worden. Und hier ist die Täterbeschreibung ähnlich: Beim Täter soll es sich um einen etwa 1,75 Meter großen Mann handeln, der mit osteuropäischem Dialekt sprach und zur Tatzeit mit einem dunklen, hüftlangen Mantel, einer grauen Jeans, einem Kapuzenpullover mit schwarzer Kapuze, schwarzen Halbstiefeln und schwarzen Handschuhen bekleidet war. Zudem hatte er sein Gesicht mit einem blauen Tuch oder einer Sturmhaube vollständig bedeckt. Gibt es hier also einen Zusammenhang der beiden Straftaten?

Es ist also der zweite Überfall in kurzer Zeit in einem Discounter im Rems-Murr-Kreis, in einem Norma. Warum? Ist hier ein Muster zu erkennen?

Das Polizeipräsidium Aalen in Person von Rudolf Biehlmaier, Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit, antwortet: „Es ist richtig, im November wurde ein Discounter in Weinstadt überfallen. Beide Vorfälle sind bei der Kripo in Waiblingen in Bearbeitung. Ob bei den Überfällen ein Tatzusammenhang besteht, wird Gegenstand der Ermittlungen sein. Darüber hinaus können zu Ihrer Fragestellung keine Aussagen getroffen werden.“

Liegt das Problem an der mangelhaften Sicherheit oder zu wenig Personal oder gibt es andere Gründe?

Rudolf Biehlmaier sagt: „Aus polizeilicher Sicht sind keine strukturellen Gründe für die Überfälle erkennbar. Es handelt sich um kriminelles Handeln, gegen das man sich nur eingeschränkt schützen kann.“

Wie kann sich das Personal in Zukunft schützen bzw. wie verhält man sich als Mitarbeiter oder gar Einkaufsgast bei einem Überfall richtig?

Rudolf Biehlmaier erklärt: „Oftmals werden Beschäftigte in den Betrieben im Vorfeld und wiederholt über derartige Situationen aufgeklärt. Die Opfer sollten bei einem Überfall durch ihr Handeln weder sich noch weitere anwesende Personen in Gefahr bringen.“

Die Ermittlungen für die Überfälle in Welzheim und Weinstadt laufen also auf Hochtouren. Der Norma in Welzheim hatte am Montag nach der Tat wieder ganz normal geöffnet.

Aber wie können die Angestellten von Norma, die Opfer dieser Tat wurden, diese Tat am besten verarbeiten? Hierzu gibt es Tipps vom „Weißen Ring“, einem gemeinnützigen Verein zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern und zur Verhütung von Straftaten. Wer einer Straftat zum Opfer fällt, findet sich plötzlich in einer Situation wieder, auf die man nicht vorbereitet ist. Da kann es hilfreich sein, von den Erfahrungen anderer zu profitieren.

„Wir haben einige grundlegende Hinweise und Tipps für spezielle Situationen für Sie zusammengestellt“, so der Weiße Ring auf seiner Homepage:

  • Sprechen Sie über das Erlebte: „Reden Sie nach Möglichkeit mit Ihrer Familie oder guten Freunden über das Vorgefallene. Manchmal ist es schwierig und belastend, über die Straftat zu sprechen. Es kann Ihnen allerdings helfen, wenn Sie sich einer nahestehenden Person anvertrauen.“
  • Holen Sie sich professionelle Hilfe: „Wenn Sie lieber (auch) mit einer Person außerhalb Ihres Familien- oder Freundeskreises sprechen wollen, nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch. Falls sich Ihre Situation verschlechtert, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder eine Opferhilfeorganisation in Ihrer Nähe. Nähere Informationen erhalten Sie auch über das Opfer-Telefon 116 006.“
  • Sprechen Sie über Ihre Gefühle: „Sprechen Sie darüber, wie Sie sich nach der erlittenen Straftat fühlen. Manchmal kann es Ihnen helfen, vertrauten Personen zu erklären, was passiert ist und welche Auswirkungen das auf Sie hat. Oft trägt das auch dazu bei, dass Ihr Umfeld mit Verständnis und Sensibilität auf Sie reagiert.

Die gute Nachricht: „Die Belastungen, die Sie durch die Straftat erleiden, lassen mit der Zeit nach. In vielen Fällen erholen sich Menschen, die Opfer von Kriminalität und Gewalt wurden, nach einiger Zeit und kehren in ihr normales Leben zurück.“

Und was sagt der Lebensmitteldiscounter Norma selbst zu den Überfällen in Welzheim und Weinstadt? Der Zeitungsverlag Waiblingen fragte offiziell per E-Mail nach, da telefonisch niemand erreichbar ist bei Norma. Eine Antwort seitens des Lebensmitteldiscounters steht zum aktuellen Zeitpunkt noch aus.

Im Stadtzentrum von Welzheim ist am Samstagabend (18.12.) der Discounter in der Justinus-Kerner-Straße, der Norma, überfallen worden. Wie die Behörde mitteilt, bedrohte der maskierte Täter die Angestellten mit einer Pistole und sackte anschließend die Tageseinnahmen ein. Diese betrugen mehrere Tausend Euro. Das Geld packte der Mann in einen schwarzen Nike-Rucksack und flüchtete daraufhin in unbekannte Richtung. Eine Fahndung mit mehreren Streifenwagen verlief erfolglos.

Der Mann soll

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