Welzheim

150.000 Euro werden für die Sanierung der Welzheimer Eugen-Hohly-Halle in die Hand genommen

Eugen-Hohly-Halle
Die Welzheimer Eugen-Hohly-Halle wird saniert. © Rainer Stütz

Die Eugen-Hohly-Halle wird renoviert, eines der Schmuckstücke der Stadt, an dem so manche nostalgische Erinnerung an Jugendtage hängt, und die so manchen Schwank zu erzählen wüsste, wenn sie anstatt diskret zu schweigen erzählen würde. Und es soll schnell gehen mit der Renovierung, wenn es nach Bürgermeister Thomas Bernlöhr, Hochbauamtsleiter Jan Wölfl und dem Bau- und Verwaltungsausschuss des Gemeinderates geht, der auf seiner Sitzung am Dienstag, 4. Mai, einstimmig grünes Licht gegeben hat.

Und die Stadt nimmt für die Arbeiten richtig Geld in die Hand. Beantragt hat sie 140.000 Euro - 30.000 Euro mehr, als im Haushalt 2021 dafür vorgesehen sind -, genehmigt hat der Ausschuss einstimmig 150.000 Euro. Bei den sich gerade in der Bauwirtschaft abzeichnenden Kostensteigerungen sei dies wenigstens ein realistischer Ansatz, meinte Gemeinderat Sebastian Buhl, von dem der Vorschlag zur Aufstockung kam. „Ihr dürft uns gern mehr mitgeben“, griff Bürgermeister Bernlöhr Buhls Anregung an den Ausschuss auf, „dann machen wir es ordentlich und haben zehn Jahre Ruhe.“ Losgehen soll es laut Bernlöhr „zeitnah“, sobald die Abiturprüfungen es erlauben, wenn möglich schon in den Pfingstferien. Die beteiligten Firmen hätten bereits signalisiert, dass sie den vorgesehenen Zeitplan einhalten und bis zu den Sommerferien die benötigten Materialien bereitstellen würden. Die Hoffnung ist, dass die Halle dann nach den Sommerferien in neuem Glanz erstrahlt. Den Anstoß zu den nun anstehenden Renovierungsarbeiten gab letztendlich die Brandverhütungsschau des Jahres 2017. Sie führte dazu, dass 2019 die Fluchttreppe eingebaut und die Flachdächer saniert wurden. Aufgespart wurden zunächst die Beanstandungen an den Hallenfenstern, in der Küche und an der Bühne. Sie sollen nun angegangen werden.

Die Versammlungsstättenverordnung verlangt, dass die Hallenfenster geöffnet werden können müssen, damit im Fall eines Brandes der sich entwickelnde Rauch abziehen kann, ohne dass man dafür auf eine Leiter steigen muss. Dies ist in der Hohly-Halle nicht möglich und kann auch nicht dadurch erreicht werden, dass die Fenstergriffe umgesetzt werden. Die Fenster müssten somit komplett ausgetauscht werden. Darüber hinaus kann bei einem Stromausfall die Verdunkelung nicht mehr hochgefahren werden, so dass die Fenster nicht mehr zugänglich wären und überhaupt nicht geöffnet werden könnten. Als kostengünstige Alternative zu einem Auswechseln der Fenster und einer technischen Aufrüstung der Verdunkelung hat sich die Stadt für den Einbau einer Rauch- und Wärmeabzugsanlage entschieden. Über sie werden Fenster und Verdunkelung über mehrere Rauchmelder auch bei einem Stromausfall automatisch geöffnet und können bei geöffneter Verdunkelung auch über Handtaster zum Lüften aufgemacht werden. Im Zuge dieser Arbeiten wird auch die Hallenverdunkelung erneuert; an einigen der fast dreißig Jahre alten Rollos hat der Zahn der Zeit ordentlich seine Spuren hinterlassen. Dem Brandschutz geschuldet ist es auch, die Türen und die Durchreiche zur Küche auf den aktuellen Stand zu bringen.

Ein weiterer Mangel, der bei der Brandverhütungsschau 2017 reklamiert wurde, besteht darin, dass die Türflügel an der Faltwand zwischen Halle und Foyer nicht als Fluchttüren benutzt werden können. Da die Faltwand nicht entsprechend nachgerüstet werden kann, so die Sitzungsvorlage des Hochbauamts, muss sie vollständig erneuert werden. Die Untersuchung der Tragbalken, an denen die Faltwand befestigt ist, habe nun ergeben, dass diese Tragbalken ebenfalls ausgetauscht werden müssen. Dafür muss die gesamte Front der Galerie entfernt werden. Und wenn man schon dabei ist, dann soll auch gleich der Parkett- und der Bühnenboden an den Stellen, an denen er besonders gelitten hat, ausgebessert, geschliffen und neu lackiert und der Bodenbelag auf der Galerie erneuert werden. Der Bühnenrand und die Stufen der beiden Treppen sollen durch eine LED-Beleuchtung gesichert werden. Diese Beleuchtungen werden akkugepuffert, so dass sie bei einem Stromausfall funktionieren.

Der Sport soll in Zukunft ganz raus aus der Eugen-Hohly-Halle

Und last but not least wird im Abstellraum auf der Galerie ein Netzwerkschrank montiert und mit dem Glasfaserhausanschluss unter der Treppe verbunden, um auf der Galerie und in der Halle jeweils vier und auf der Bühne sechs Anschlüsse einzurichten. Zudem wird der bestehende WLAN-Anschluss neu angeschlossen und ein weiterer WLAN-Anschluss im Bühnenbereich eingerichtet. Dies ergibt - einschließlich der Trockenbau- und Malerarbeiten, die durch den Eingriff notwendig werden, sowie einer Reserve von 13.000 Euro - den Gesamtbetrag von 150.000 Euro. „Das schmeißt den Haushalt nicht um“, versicherte Bürgermeister Bernlöhr.

Man wolle die Hallenrenovierung jetzt richtig angehen, dann habe man zehn Jahre lang Ruhe und müsse nicht in zwei Jahren nochmals 50 000 Euro für die Halle ausgeben. Ziel der Stadt sei zudem, durch ein Gesamtnutzungskonzept der Welzheimer Hallen den Sport ganz aus der Hohly-Halle „rauszubringen“, um eine Mehrfachbelegung zu vermeiden und die Substanz noch mehr zu schonen.

Die Eugen-Hohly-Halle wird renoviert, eines der Schmuckstücke der Stadt, an dem so manche nostalgische Erinnerung an Jugendtage hängt, und die so manchen Schwank zu erzählen wüsste, wenn sie anstatt diskret zu schweigen erzählen würde. Und es soll schnell gehen mit der Renovierung, wenn es nach Bürgermeister Thomas Bernlöhr, Hochbauamtsleiter Jan Wölfl und dem Bau- und Verwaltungsausschuss des Gemeinderates geht, der auf seiner Sitzung am Dienstag, 4. Mai, einstimmig grünes Licht gegeben

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