Welzheim

Albrecht Ebinger wird 90: Ein Leben lang für Wiesel und Waldbahn eingesetzt

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Albrecht Ebinger mit einem Modell vom Bahnhof Welzheim. © Bernhardt

„Der einzigartige, aber nicht ganz einfache Albrecht Ebinger sollte auf jeden Fall zum 90. einen Artikel bekommen“, hatte ein Redakteurskollege spontan geäußert. Besser lässt sich der Rudersberger, der ein eingefleischter Bahnfan ist, nicht beschreiben. Sein Herzensanliegen, das von dem früheren Welzheimer Bürgermeister Hermann Holzner geteilt wird, ist die Wieslauftalbahn, der Wiesel und die Schwäbische Waldbahn.

Albrecht Ebinger ist in der Nachbarschaft zum Rudersberger Bahnhof aufgewachsen, was seine Spuren hinterlassen hat. Er beobachtete als Bub die Güterzüge, die vom Wald herunterkamen oder „Uff em Wald“ als Ziel hatten. „Ich bin seither vom Bahnvirus befallen.“

Unter Eisenbahnfreunden gilt er als Legende

Unter den Eisenbahnfreunden der Gegend gilt er als eine Legende. Albrecht Ebinger ist deshalb im Jahr 2009 mit der Ehrennadel des Arbeitskreises Heimatpflege ausgezeichnet worden. Ebinger ist seit Gründung aktives Mitglied der „Gesellschaft zur Erhaltung von Schienenfahrzeugen“. Von 1977 bis 1990 war Ebinger Vorsitzender, heute ist er Ehrenvorsitzender des Vereins. Im Jahr 2000 war er Gründungsmitglied des Fördervereins Welzheimer Bahn, dessen Ziel die Erhaltung der Bahnstrecke Rudersberg–Welzheim ist.

Über viele Jahre hinweg hat er sich dafür eingesetzt, dass die Wieslauftalbahn als Tourismusbahn auf der gesamten Strecke von Schorndorf nach Welzheim wieder zum Leben erweckt wird – und dabei viele Rückschläge wacker (und ohne seinen Humor zu verlieren) ertragen. Seit mehr als zehn Jahren fährt nun schon der Museumszug auch durch Oberndorf, wo Ebinger mit seiner Frau wohnt. Wenn der Dampfzug pfeift, geht ihm das Herz auf.

Albrecht Ebinger, ein gelernter Malermeister, engagierte sich in der Arbeitsgemeinschaft Eisenbahnhistorie Württemberg, die Bahndokumente zusammenträgt und pflegt, und ist Autor mehrerer Eisenbahnbücher. Darüber hinaus kümmerte er sich um den Erhalt der Kleindenkmale.

Er musste ins väterliche Malergeschäft einsteigen

Der Tragik der damaligen Zeit ist es geschuldet, dass der junge Albrecht Ebinger die Liebe zu großen Maschinen nicht zum Beruf machen und nicht in der Maschinenfabrik in Esslingen lernen konnte. Er musste ins väterliche Malergeschäft einsteigen, weil sein älterer Bruder Adolf nicht mehr aus dem Krieg heimkehrte. So musste Albrecht Ebinger Maler werden, bereits mit 22 Jahren hatte er den Meister.

Fünf Jahre arbeitete er im väterlichen Betrieb, aber dann zog es ihn hinaus in die Welt: zur holländischen Farbenfirma Sikkens als Außendienstler, wo er zuletzt den Verkaufsbereich Süd unter sich hatte. Der Beruf erfüllte ihn. Die Eisenbahn blieb sein Hobby. Früh, mit 25 Jahren, fing Albrecht Ebinger an zu schreiben für die Eisenbahnzeitschrift „Miniatureisenbahn“.

Albrecht Ebinger hat sich immer wieder kommunalpolitisch für die Bahn eingesetzt. Etwa als es um die Verlängerung der Wieslauftalbahn bis Oberndorf ging oder die Aktivierung der im Dornröschenschlaf schlummernden Bahnstrecke nach Welzheim. Mit Erfolg, wie die Geschichte gezeigt hat.

Gefeiert wird am Sonntag im „Schlichenhöfle“

Gefeiert wird der 90. Geburtstag mit rund 30 Gästen aus dem Familienkreis am Sonntag, 6. März, im „Schlichenhöfle“. Mit dabei ist nicht nur seine 88-jährige Ehefrau. Zur Familie gehören vier Kinder, zehn Enkel und sieben Urenkel. Seit einer Operation vor eineinhalb Jahren ist der Jubilar gesundheitlich beeinträchtigt, klagt über Konzentrationsschwierigkeiten und Gleichgewichtsstörungen. Aber noch täglich geht er gerne an die frische Luft und dreht im Wieslauftal seine Runden.

„Der einzigartige, aber nicht ganz einfache Albrecht Ebinger sollte auf jeden Fall zum 90. einen Artikel bekommen“, hatte ein Redakteurskollege spontan geäußert. Besser lässt sich der Rudersberger, der ein eingefleischter Bahnfan ist, nicht beschreiben. Sein Herzensanliegen, das von dem früheren Welzheimer Bürgermeister Hermann Holzner geteilt wird, ist die Wieslauftalbahn, der Wiesel und die Schwäbische Waldbahn.

Albrecht Ebinger ist in der Nachbarschaft zum Rudersberger Bahnhof

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