Welzheim

Altenpflegerin aus Überzeugung im Welzheimer Wald

Altenhilfe
Aus der Lernwerkstatt an der Pflegepuppe (links Saliha Temel und rechts die Teamkollegin, Pflegepädagogin Jenny Hauger). © privat

Diese Woche war Internationaler Tag der Pflegenden. Zum 201. Mal hat sich am 12. Mai der Geburtstag von Florence Nightingale gejährt. Sie gilt als die Begründerin der modernen professionellen Pflege. Der Gedenktag soll dazu beitragen, die Leistung der Menschen in der Kranken- und Altenpflege weltweit stärker ins Bewusstsein zu bringen. In den Mittelpunkt gerückt ist die Pflege in jüngster Zeit durch die Corona-Krise. Vielen Dankesworten folgen aber immer noch zu wenig Taten. Und es bleibt die Frage, ob nach Corona die Wertschätzung und Aufmerksamkeit für diese Arbeit erhalten bleibt.

Berufseinstieg mit Hauptschulabschluss

In der Altenpflege arbeiten viele Menschen aus Überzeugung. Saliha Temel zum Beispiel besucht die Pflegeschule im Kloster Lorch. Die Auszubildende hat mit der einjährigen Altenpflegehilfeausbildung begonnen und konnte bereits den nächsten Schritt zur Qualifizierung machen. Mittlerweile gibt es ja nur noch wenige Berufe für Menschen, die den Hauptschulabschluss absolvieren. Für diejenigen ist dieser Weg eine echte Chance. Denn nach erfolgreicher Altenpflegehilfeausbildung erlangen die Auszubildenden die Zugangsvoraussetzungen für die dreijährige Pflegeausbildung. „Noch ist es leider so, dass der Anschluss nicht ganz so gelungen ist, weil die Altenpflegehilfe noch spezialisiert ist auf stationäre Langzeitpflege und ambulante Pflege“, sagt die Leiterin der Berufsfachschule für Pflege in Lorch, Catrin Schmid. Aber bundesweit und auch in Baden-Württemberg ist man gerade an den Überlegungen und Vorbereitungen einer Pflegeassistenzausbildung. Wann diese dann umgesetzt wird, steht noch in den Sternen. „Wir haben auch in der Pflegeausbildung eine Auszubildende, die den Weg über die Altenpflegehilfeausbildung gegangen ist.“

Zu Hause in der Familie die Pflege kennengelernt

Die 21-jährige Saliha Temel aus Schorndorf hat zu ihrer Berufswahl einen ganz persönlichen Beitrag geschrieben: „Ich habe am 1. Oktober 2019 meine Altenpflegehilfeausbildung begonnen und am 30. September 2020 erfolgreich abgeschlossen. Mit großer Unterstützung und Motivation durch meine Schule habe ich am 1. Oktober 2020 die generalistische Pflegeausbildung begonnen. Mein Ziel ist es, die Ausbildung erfolgreich abzuschließen. Es war eine große Umstellung für mich, da es auch eine komplett andere Art der Ausbildung ist. Man hat die Möglichkeit, viel mehr zu lernen. Viel mehr Außeneinsätze, was ich natürlich auch sehr gut fand. Wir haben die Möglichkeit, die Pädiatrie, Krankenhaus und ambulante Pflege persönlich zu erleben. Wir lernen praktisch sehr viel und sind nicht nur auf unsere Einrichtung fixiert. Wo wir auch immer sind, wir haben jederzeit die Unterstützung und Hilfe durch unsere Schule.

Unsere Ansprechpartnerinnen dort erreichen wir auch ohne Probleme. Meine Motivation wurde dadurch gestärkt, dass ich mich jederzeit bei meinen Ansprechpartnerinnen in der Schule melden kann. Ich habe auch über meine Sorgen offen reden können und wir haben immer einen Lösungsweg gefunden. Ich finde die Ausbildung sehr empfehlenswert.“

Entscheidung zum Beruf bereits in der Kinderzeit

Saliha Temel wollte schon als Kind in der Pflege arbeiten. Sie hat immer miterlebt, wie ihre Mama die pflegebedürftige Oma zu Hause gepflegt und versorgt hat. Nach einem Unfall hat ihr Vater auch teilweise Pflege und Unterstützung benötigt. Saliha Temel hat sich dabei immer mit den Pflegerinnen ihres Vaters unterhalten dürfen. „Ich fand das schon immer toll, wie strahlend sie mit mir geredet haben und meinen Vater mit voller Liebe unterstützt haben“, berichtet Saliha Temel. Nach einer gewissen Zeit durften Mutter und Tochter die Pflege des Vaters übernehmen. „Da habe ich für mich selber entschieden, dass ich es professionell machen möchte.“

Anmeldung zur Schulfremdenprüfung ist möglich

Für alle diejenigen, die bereits seit langer Zeit in der Pflege ungelernt arbeiten oder bereits eine Ausbildung begonnen, aber nicht beendet haben, bietet die Lorcher Pflegeschule auch die Altenpflegehilfeprüfung als Schulfremdenprüfung an. Das heißt, mit mindestens 850 Stunden praktischer Tätigkeit in der ambulanten und stationären Langzeitpflege - davon die Hälfte unter Anleitung - können sich Interessierte zur Schulfremdenprüfung anmelden. Die Pflegeschule bietet dazu an einen Vorbereitungskurs auf die Prüfungen oder auch - wenn jemand den Selbstlernunterricht erbringen kann - nur die Schulfremdenprüfung Altenpflegehilfe.

„Spannende Wege also, die in die Pflegeausbildung führen können, und noch spannender, wie ich finde, welche Wege man im Anschluss an die dreijährige Pflegeausbildung gehen kann“, findet Schulleiterin Catrin Schmid und blickt mit Optimismus in die Zukunft. Ja, es tut sich was bei der Ausbildung in den Pflegeberufen.

Info

Catrin Schmid, Schulleiterin, Berufsfachschule für Pflege Lorch, Berufsfachschule für Altenpflege/Altenpflegehilfe Lorch, Diakonisches Institut für Soziale Berufe gGmbH, Kloster Lorch, 73547 Lorch, Telefon: 0 71 72/18 99 09-2; Fax-Nummer: 0 71 72/18 99 09-9; E-Mail-Adresse: cschmid@diakonisches-institut.de.

Diese Woche war Internationaler Tag der Pflegenden. Zum 201. Mal hat sich am 12. Mai der Geburtstag von Florence Nightingale gejährt. Sie gilt als die Begründerin der modernen professionellen Pflege. Der Gedenktag soll dazu beitragen, die Leistung der Menschen in der Kranken- und Altenpflege weltweit stärker ins Bewusstsein zu bringen. In den Mittelpunkt gerückt ist die Pflege in jüngster Zeit durch die Corona-Krise. Vielen Dankesworten folgen aber immer noch zu wenig Taten. Und es bleibt

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