Welzheim

Auf dem Trimm-dich-Pfad im Welzheimer Tannwald werden die Geräte abgebaut und nicht erneuert, warum?

Trimmdichpfad
Die Geräte im Welzheimer Trimm-dich-Pfad werden laut der Forstverwaltung nicht mehr erneuert. Was passiert dann? © Gaby Schneider

Der Trimm-dich-Pfad im Tannwald ist in die Jahre gekommen, mitsamt seinen Geräten. Es sei zu befürchten, so war jüngst von Bürgermeister Thomas Bernlöhr zu erfahren, dass er in absehbarer Zeit zurückgebaut werde. Dies sei mehr als schade, schließlich habe er nichts von seiner Attraktivität eingebüßt und stelle eine sinnvolle Ergänzung der Freizeiteinrichtungen im Stadtpark dar. Allerdings, so das Stadtoberhaupt, seien die Zuständigkeiten eindeutig. Die Verantwortung für den Pfad liege bei der Forstverwaltung; sie habe als Träger das letzte Wort und treffe die Entscheidung. Schließlich hafte die Behörde auch für die Betriebssicherheit, ja selbst von den Bäumen dürfe keine Gefährdung ausgehen. Im Sinne der sportbegeisterten und gesundheitsbewussten Bürgerinnen und Bürger hätte er sich natürlich gewünscht, dass der Pfad erhalten bleibt.

Es könne keine Rede davon sein, den Trimm-dich-Pfad aufzugeben oder abzubauen, widersprach Tobias Horwath, der stellvertretende Forstbezirksleiter. Tatsächlich entspreche die Ausstattung des Pfades aber mehr den Bedürfnissen der siebziger und achtziger Jahre. Die Geräte seien nicht mehr zeitgemäß, einige nicht einmal mehr verkehrssicher, andere seien mittlerweile Stürmen zum Opfer gefallen. Deshalb habe man sich entschlossen, sie nicht mehr zu erneuern und auch nicht mehr in sie zu investieren. Sehr wohl stehe aber die Forstverwaltung zu ihrer Verpflichtung, den Tannwald als Hauswald von Welzheim für die Bevölkerung attraktiv und offen zu halten. Er habe sich als Raum für Sport und Erholung historisch entwickelt. Keinesfalls wolle man die Bevölkerung aus dem Wald heraushalten, versicherte Horwath. Hätte man diese Absicht, dann hätte man sich bei der Zertifizierung der „Premiumwanderstrecken“ nicht so engagiert und sich auch nicht so intensiv darum bemüht, den Bereich um die Mammutbäume attraktiv zu erhalten, bis hin zu einem neuen Konzept für das Aufstellen von Bänken.

Entfernen der Trimm-dich-Geräte ist die Chance für ein neues Konzept

Mittlerweile werde aber das „Open Air Fitness Studio“ im Stadtpark intensiv genutzt, während der Tannwald in erster Linie als Lauf- und Wanderstrecke genutzt werde. Vor allem an den Wochenenden sei er „rappelvoll“, was auch immer wieder zu „Nutzungskonflikten“ zwischen Läufern, Wanderern und Spaziergängern führe. Dem müsse Rechnung getragen werden. Das Entfernen der Trimm-dich-Geräte biete daher die Möglichkeit, über neue Konzepte nachzudenken, um die Laufstrecke aufzuwerten und weiter auszubauen, durch Verbesserung des Bodenbelags, durch das Anlegen von Alternativrouten, durch das Nacharbeiten von Laufrunden oder die Anlage von Kräftigungsstationen, bei denen Dehnübungen oder solche angeboten werden, bei denen das eigene Körpergewicht zum Einsatz komme. Um Neues zu schaffen, müsse man sich von Altem lösen, so Horwath, ob es sich nun um die Bänke bei den Mammutbäumen handle oder um ein neues, attraktives Nutzungskonzept für den Pfad. Da Letzteres allerdings kein Selbstzweck sei, sondern den Nutzern zugutekommen soll, stehe man sowohl mit den Turn- und Sportfreunden wie auch mit der Bürgfeld-Gemeinschaftsschule in engem Kontakt, um miteinander Ideen zu entwickeln und sich abzustimmen. Hierfür wolle man die kommende schlechte Jahreszeit nutzen, die sich als kreative Denkpause ja anbiete.

Alexandra Tritschler, die Konrektorin der Bürgfeldschule, bestätigte auf Nachfrage, dass man sich bisher mit der Forstverwaltung darauf geeinigt habe, miteinander ins Gespräch zu kommen. Als Sportprofilschule sei man auf dem Pfad relativ viel am Laufen und nutze ihn intensiv, zudem sehe man sich durchaus in der Verantwortung, das Gemeinschaftsleben in der Stadt mitzugestalten. „Unsere Kinder sind Bewohner und die zukünftigen Bürger, die Welzheim entscheidend mitgestalten.“ Dahin müssten sie auch im Unterricht herangeführt werden. Bis vor einer Woche habe man im Fachbereich Sport allerdings noch nicht gewusst, dass man sich in das Gemeinschaftsprojekt einbringen könne, man habe auch viele Ideen, wie die Aufteilung der Laufstrecke in 400-Meter-Segmente oder eine sicherlich notwendige Beschilderung. Doch zunächst benötige man Zeit, um sich darüber klar zu werden, welche konkreten Beiträge die Schule leisten könne und welche Wünsche sie bezüglich einer Neugestaltung habe. Man freue sich darauf, nach einem gemeinsamen Ortstermin über den Winter zusammen mit den Kooperationspartnern schöne Ergebnisse zu entwickeln. „Einfach nur weiterhin laufen, wie wir es seit Jahrzehnten gewohnt sind und genießen“, formulierten zwei Welzheimer Cousinen kurz und bündig, die am Donnerstagnachmittag mitsamt einem Foxterrier an der Laufleine auf der Strecke waren. Es sei für sie ihr „Jour fix“, um wenigstens für ein paar Stunden dem Alltag zu entfliehen, und nachdem inzwischen die Kinder alle aus dem Haus seien, sei das Laufen nicht nur für die körperliche, sondern auch für die seelische Fitness ein Mittel, auf das sie keinesfalls verzichten wollten - „umso mehr in diesen düsteren Zeiten, in denen so gut wie alles, was gesund ist und Freude macht, verboten ist“.

Die Laufstrecke könne noch attraktiver gestaltet werden

„Der Trimm-dich-Pfad Welzheim ist ein wichtiger Bestandteil in den wöchentlichen Trainingseinheiten für die TSF Welzheim“, so Sportvorstand Steffen Mirre. Ganzjährig werde die 2,6-km-Runde von der Leichtathletikabteilung genutzt, um die Fitness zu erhalten und zu steigern. Die Laufrunde biete viel Abwechslung für die Sportler. Auch andere Abteilungen nutzen den Trimm-dich-Pfad für Koordinations- und Konditionsübungen, vor allem in den Sommermonaten werden die Übungseinheiten gerne in den Tannwald verlegt. Aus diesem Grund setze sich der Verein sehr stark für den Erhalt des Trimm-dich-Pfads ein. Vor allem die Laufstrecke könne noch attraktiver und abwechslungsreicher gestaltet werden. Beispielsweise könnte die Runde mit einer Steckenbeschilderung ausgestattet werden, der Untergrund mit verschiedenen Materialien versehen werden, und Koordinationselemente können integriert werden.

Der Trimm-dich-Pfad im Tannwald ist in die Jahre gekommen, mitsamt seinen Geräten. Es sei zu befürchten, so war jüngst von Bürgermeister Thomas Bernlöhr zu erfahren, dass er in absehbarer Zeit zurückgebaut werde. Dies sei mehr als schade, schließlich habe er nichts von seiner Attraktivität eingebüßt und stelle eine sinnvolle Ergänzung der Freizeiteinrichtungen im Stadtpark dar. Allerdings, so das Stadtoberhaupt, seien die Zuständigkeiten eindeutig. Die Verantwortung für den Pfad liege bei

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