Welzheim

Bürger diskutieren über das Schulareal

Bürger diskutieren über das Schulareal_0
Stadtplaner Frank Berner bei der Präsentation des Vorentwurfs in der Eugen-Hohly-Halle. © Palmizi / ZVW

Welzheim. „Eine Chance wie diese gibt es für eine Stadt nur alle 30 Jahre.“ Das sagte Bürgermeister Thomas Bernlöhr am Donnerstagabend bei einer Bürgerinformationsveranstaltung zu den Plänen für das Schulareal, wo ein Mischgebiet aus Wohnungen, Sport-Vereinsheim und Parkplätzen entstehen soll. Was die Welzheimer bei der Debatte darüber besonders umtrieb, waren die möglichen Auswirkungen auf den Verkehr in der Innenstadt und am Schulzentrum.

43 Jahre hat die Stadt daran gearbeitet, um das Gelände zwischen Bürgfeldschule, Untermühlstraße und Eugen-Hohly-Halle in ihren Besitz zu bringen. Nun, da es endlich gelungen ist, möchte die Verwaltung die Bürger bei der Planung beteiligen.

Vielfältige Möglichkeiten

Die Möglichkeiten auf dem Schulareal sind vielfältig. Relativ sicher gesetzt in der Planung war von Beginn an aber das Sportvereinszentrum der TSF – sofern es realisiert werden kann. Außerdem benötigt die Stadt auch künftig für große Zeltfeste alle zwei bis fünf Jahre einen Festplatz. Der Rest war noch offen, bevor die Stadt Frank Berner mit der Vorplanung beauftragte.

Deren Verlauf präsentierte der Architekt und Stadtplaner in der Eugen-Hohly-Halle noch einmal im Detail. Insgesamt sechs Varianten, wie der Raum gestaltet werden könnte, sind dabei entstanden. Drei davon schafften es in die engere Auswahl, aus der schlüssigsten wurde schließlich der nun präsentierte Vorentwurf entwickelt.

Was dabei schnell klar wurde: dass die vorhandene Verkehrsplanung nicht ausreicht und deshalb eine Straße als Nord-Süd-Verbindung durch das künftige Stadtquartier führen sollte. Und dass ein Festplatz, der nur alle paar Jahre genutzt wird, kein ausreichender Grund ist, um einen Parkplatz für 200 Autos (notwendigerweise ohne Bäume) mitten hinein zu platzieren. Stattdessen soll der Parkplatz verkleinert und das Festzelt künftig auf dem Sportplatz aufgestellt werden.

130 Parkplätze, 70 Wohnungen und eine neue Straße in der Innenstadt

Die den Bürgern präsentierte Variante sieht grob umrissen so aus: Von der Untermühlstraße soll eine neue, zentrale Erschließungsstraße auf die Eugen-Hohly-Halle zuführen. Vor dem „Schmuckkästchen der Stadt“ und der Christian-Bauer-Mensa gibt es dann einen kleinen Vorplatz, so kommen beide besser zur Geltung.

Daran anschließend sollen rund 130 begrünte Parkplätze entstehen. Direkt neben die Bürgfeldschule soll das Vereinsheim seinen Platz haben. Der Nordteil des Quartiers bildet dann auf knapp 7000 Quadratmetern ein gut durchmischtes Wohngebiet mit Reihen- und Mehrfamilienhäusern sowie Doppelhaushälften. Die etwa 70 Wohneinheiten könnten, sofern gewünscht, auch gewerblich oder öffentlich genutzt werden.

Die daran anschließende Diskussion war vor allem von einem Thema bestimmt, das die Welzheimer regelrecht umtreibt: Welche Auswirkungen hat dieses neue Quartier auf den innerstädtischen Verkehr? Und daran anschließend die Frage: Wie lässt sich der Verkehr um das Schulzentrum reduzieren – und damit die Sicherheit für Kinder und Jugendliche verbessern?

Von einigen Bürgern kritisiert wurde vor allem die Platzierung der Parkplätze in direkter Nähe zu Mensa und Schulzentrum. Schon jetzt sei es dort - vor allem durch „Helikopter-Eltern“, die ihre Kinder direkt bis vor den Eingang fahren - ziemlich gefährlich. Generell, so der Tenor, bräuchte dieser Bereich der Innenstadt eher eine Entlastung als zusätzliche Fahrzeuge.

Auch dass die Stadt noch keine Verkehrsplanung vorgelegt hat, sorgte bei einigen Bürgern für Unzufriedenheit. Bernlöhr erklärte, dass zunächst darüber entschieden werden muss, ob die Straße in dieser Form kommen soll. Erst dann könne ein Verkehrsfachplaner die Auswirkungen berechnen. „Wir werden das auf jeden Fall untersuchen“, versprach der Bürgermeister. Aber dazu müsse nun mal die städtebauliche Struktur feststehen.

Erst der Ausgangspunkt für die Diskussion um das Areal

Lage und Anzahl der Parkplätze, betonte er, ließen sich noch verändern. Auch wenn der Standort durch die Nähe zu Vereinsheim, Eugen-Hohly-Halle und Justinus-Kerner-Halle für ihn durchaus Sinn mache.

Gut eine Stunde diskutierten die Welzheimer angeregt über das Schulareal und was dort künftig entstehen könnte. Damit, so Bernlöhr, sei die Debatte aber nicht abgeschlossen. Dies soll vielmehr der Ausgangspunkt für die Diskussion sein.

Der Bürgermeister schloss den Abend darum auch mit einem Appell: „Laufen Sie um den Platz herum und sprechen Sie mit anderen darüber – auch mit den Gemeinderäten, denn die müssen am Ende darüber entscheiden!“


So soll es mit der Planung weitergehen

Die Vorplanungen des Architekten Frank Berner stellt die Gemeinde auf ihrer Homepage zur Verfügung. Sie sollen als Diskussionsgrundlage für alle Bürger dienen – die sich nun mit ihren Vorschlägen bei der Stadt einbringen können.

Im Herbst soll dann der Gemeinderat über die Vorschläge beraten und entscheiden, was davon umgesetzt wird.

Anschließens sind bis zu zehn fachliche Untersuchungen einzuholen – vom Lärmschutz bis zur Verkehrsplanung muss alles begutachtet werden.

Zug um Zug soll das Areal dann von Norden her erschlossen werden. Die Stadt möchte dadurch flexibel bleiben, falls sich notwendige Änderungen ergeben.

Eine genaue Jahreszahl bis zur Fertigstellung kann Bürgermeister Bernlöhr daher noch nicht nennen