Welzheim

Badespaß und viele Ausflügler: So war das Wochenende an Ebnisee und Aichstrutsee

Aichstrutsee
Viele Ausflügler haben am Wochenende das sonnige Wetter an einem der Seen genossen. © Gabriel Habermann

Motorräder und Fahrräder, die übers Trottoir brettern, ein halbes Dutzend Hot Rods, die dröhnend in den Parkplatz vor dem Info-Pavillon des Ebniseevereins hereinrauschen, eine Kundenschlange, die sich vor dem Steg des Tretbootverleihs teilweise ohne Maske und ohne Abstand wie die Läuse auf einem Haufen zusammenballt - eine Momentaufnahme von Sonntag um die Mittagszeit am Ebnisee.

Strahlender Sonnenschein und hochsommerliche Temperaturen angekündigt 

Ein blitzblank geputzter wolkenloser Himmel hatte bereits am frühen Sonntagmorgen gelockt, die dampfenden Asphalt- und Betonwüsten hinter sich zu lassen, dazu strahlender Sonnenschein und angekündigte hochsommerliche Temperaturen - was läge da näher, als in abgewandelter Form der Empfehlung des Schlagersternchens Cornelia Froboess zu folgen, die Badehose einzupacken, das „kleine Schwesterlein“ auf dem Beifahrersitz zu platzieren, das Moped anzukicken und vom Remstal zum See hinaufzukurven - nicht zum Wannsee, wie es in dem fröhlichen Evergreen von Hans Bradtke aus dem Jahr 1951 heißt, sondern in den Schwäbischen Wald, der rund um Welzheim mehr als genug attraktive Badeangebote bereithält.

Durch zu große Sorglosigkeit sollen Inzidenzzahlen nicht nach oben schnellen

Doch bekanntlich hat jede Medaille zwei Seiten. Während sich die einen auf einen unbeschwerten Tag in der Natur freuen, sorgen sich andere darum, dass die nach wie vor geltenden Corona-Bestimmungen eingehalten werden und nicht durch zu große Sorglosigkeit die Inzidenzzahlen - nach wie vor Richtschnur allen öffentlichen und privaten Lebens - nach oben schnellen, so dass der Vorhang wieder fällt. 

Erst wieder an einen solchen Trubel gewöhnen

Besonders unangenehm sei es, beschwerte sich eine ältere Dame, die mit ihrem Hündchen um den See spazierte, dass anscheinend viele Menschen meinten, mit den neuen Freiheiten durch das Sinken des Inzidenzwertes unter 35 seien seit diesem Wochenende Masken- und Abstandspflicht, harmonische Distanz, Rücksichtnahme und Anstand auch allesamt abgeschafft. „Die Leute drängen sich zusammen und blasen sich gedankenlos in Gesicht und Nacken.“ Vielleicht liege es ja an der langen Zeit des Eingesperrtseins, sinnierte sie, und sie müsse sich erst wieder an einen solchen Trubel gewöhnen, aber für sie sei dies zu viel Umtriebigkeit. Da sei ihr die Beschaulichkeit unter der Woche allemal lieber.

Froh, dass die Mädchen endlich wieder ungezwungen toben können

Ein junges Ehepaar, das sich mit seinen zwei- und vierjährigen Töchtern mit Campingstühlen und Decken im Schatten eingerichtet hatte, meinte dagegen, sie seien froh, dass die Mädchen hier endlich wieder ungezwungen toben könnten, an der frischen Luft, und ohne dass man sich Sorgen machen müsse, ob es nicht den Nachbarn drunter oder drüber stören würde.

Sicherheitsdienst: Hektisch wird es am Nachmittag, wenn die Motorradfahrer zusammenkommen

Die Angehörigen des Sicherheitsdienstes, die von Welzheim und Kaisersbach mit der Aufgabe betraut wurden, auf den Parkplätzen, Wegen und Wiesen um den Ebnisee für ein geregeltes und coronakonformes Miteinander zu sorgen, waren sich wiederum einig, dass es sich um einen beschaulichen und ruhigen Sonntagvormittag handle. Hektisch werde es erst am Nachmittag, meinten sie, wenn die ganzen Motorradfahrer zusammenkommen würden, die jetzt noch im ganzen Schwäbischen Wald unterwegs seien. Allerdings, räumten sie ein, bestehe die überwältigende Mehrheit der Biker ja aus umgänglichen, freundlichen und einsichtigen Leuten, und die wenigen „schwarzen Schafe“, die es ja überall gebe, bringe man problemlos auf den richtigen Weg.

Unbeständiges Wetter hat manche Ausflügler abgehalten

Diese Einschätzung teilte die Kaisersbacher Bürgermeisterin Katja Müller, nicht zuletzt auch im Rückblick auf einen überraschend ruhigen und unspektakulären Samstag. Dies sei wohl auch darauf zurückzuführen gewesen, dass sich das Wetter mit einem äußerst unbeständigen Eindruck präsentiert hatte, der so manche Ausflügler doch abgehalten habe. Auf alle Fälle, so Müller zuversichtlich, hoffe sie auf einen insgesamt ruhigen, problemlosen Sonntag, an dessen Ende alle Ausflügler gesund und wohlbehalten wieder zuHause eintreffen.

Aichstrutsee: Auf dem Parkplatz und im Wohnmobildorf wird es eng

Ein ähnliches Bild präsentierte sich um die Mittagszeit auch am Aichstrutsee. Auch dort begann es, auf dem Parkplatz und in dem idyllischen Wohnmobildorf, das sich dort zusammengefunden hatte, nach und nach für Menschen und Fahrzeuge eng zu werden. Doch während sich um den Ebnisee die Besucher auf den weitläufigen Wiesen und unter den Bäumen eher verliefen, rückten hier vor allem zwischen See und Damm, sowie auf dem Spielplatz unterhalb des Kioskes und auf der mit Zelten bunt besprenkelten Liegewiese die Sonnenanbeter bisweilen recht nah zusammen. Die eine oder andere Gruppe hatte sich anscheinend zu einem größeren Familien- oder Freundeskreistreffen zusammengefunden und feierte ein fröhliches Wiedersehen. Vor dem Kiosk wie auch um den Verkaufstisch mit Spielzeug, der neben ihm aufgebaut war, ballten sich schubweise die Kunden zu Trauben, mal mit, mal ohne Mund-Nasen-Bedeckung.

Motorräder und Fahrräder, die übers Trottoir brettern, ein halbes Dutzend Hot Rods, die dröhnend in den Parkplatz vor dem Info-Pavillon des Ebniseevereins hereinrauschen, eine Kundenschlange, die sich vor dem Steg des Tretbootverleihs teilweise ohne Maske und ohne Abstand wie die Läuse auf einem Haufen zusammenballt - eine Momentaufnahme von Sonntag um die Mittagszeit am Ebnisee.

Strahlender Sonnenschein und hochsommerliche Temperaturen angekündigt 

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