Welzheim

Baum für mehr Schatten im Welzheimer Stadtpark gepflanzt

Baumpflanzaktion
Schatten ist im Stadtpark ohne Bäume nicht zu haben. Auf dem Bild von rechts: Dr. Gerhard Strobel, Thomas Bernlöhr und Ralph Hägele. © Dr. Gerhard Strobel

Der Wald wird von vielen Deutschen sehr geliebt, und er erfüllt eine wichtige Funktion als grüne Lunge. Besagte Lunge ist aber zunehmend malade, „dank“ der Klimaerwärmung, die weltweit Böden austrocknet und die Bäume erkranken lässt. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald steuert mit zahlreichen Aktionen dagegen. Bäume pflanzen gehört dazu – wie am vergangenen Dienstag.

Zehn vor elf vormittags, die Sonne versteckt sich hinter einem dichten Wolkenschleier, und unweit des Römerspielplatzes am Welzheimer Stadtpark plaudert Dr. Gerhard Strobel, Vorsitzender des Kreisverbandes Rems-Murr der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, mit zwei Mitarbeitern des Bauhofs über Gartendünger. Hinter ihnen (und einem John-Deere-Traktor) klafft ein Loch im Boden, und daneben liegt der schlanke Setzling einer Rotbuche (lat.: Fagus sylvatica) mit ein paar Resten von vertrocknetem Winterlaub an den wenigen Zweigen und einem dicken, in Sackleinen gewickelten Wurzelballen. Die Rotbuche ist gefährdet, man hat sie zum Baum des Jahres 2022 erklärt, und man wünscht diesem speziellen Exemplar, dass es rasch in die Erde kommt. Genau dafür hat man rings um das Loch einen Kranz aus Schaufeln in den Boden gerammt.

Dann kommt Bürgermeister Thomas Bernlöhr dazu. Ihm wird gleich als Erstes ein kleines Schild überreicht, auf dem der Name des neuen Stadtwald-Baumes steht; es ist gerade rechtzeitig für die Pflanzaktion fertig geworden.

Nach einer warmen Begrüßung übergibt er das Wort an Gerhard Strobel. Seit dreißig Jahren ist Welzheim bereits Mitglied der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, erklärt Dr. Strobel, und unter den neun Städten, die an der Aktion teilnehmen, ist die Limesstadt die allererste. In diesen unruhigen Zeiten einen neuen Baum zu pflanzen, meint er, ist ein besonderes Zeichen für die Zukunft. Denn selbst wenn alle, die heute dabei sind, nicht mehr leben, wird die Rotbuche noch immer im Stadtpark stehen (Anders übrigens als die mächtige Douglasie gleich nebenan. Die leidet - wie viele andere Bäume im Park - an schwerem Pilzbefall und muss demnächst gefällt werden.).

Der Wurzelballen des Rotbuchen-Setzlings ist überraschend schwer

Jetzt wird zur Tat geschritten. Der Wurzelballen des Rotbuchen-Setzlings ist überraschend schwer, also rollen Bürgermeister Thomas Bernlöhr, Ralph Hägele vom Stadtbauamt und Dr. Strobel ihn vorsichtig in das Pflanzloch. Dann wird der dünne Stamm aufgerichtet, und die Herren machen sich gutgelaunt ans Schaufeln. Die beiden Mitarbeiter vom Bauamt treten abschließend noch die lockere Erde um den neuen „Parkbewohner“ fest.

Kann der empfindliche Baum (der einmal in ganz Europa gewachsen ist) denn auch bei Regenarmut oder gar Dürre gedeihen? Bei entsprechender Pflege schon, meint Dr. Strobel, und er ist nicht dafür, jetzt den Baumbestand komplett auf Zedern oder andere, weniger sensible Arten umzustellen. Eigentlich sind der Schutz und die Bewahrung des Waldes seiner Ansicht nach so systemrelevant wie heutzutage die Pflegeberufe oder der Lebensmittelhandel. Bäume halten das Wasser im Boden fest, und wenn sie sterben, dann stirbt auch der Rest der Natur. „Für mich“, sagt er, „ist das Allerwichtigste: Schatten, Schatten, Schatten.“ Und der ist ohne Wald und Bäume nicht zu haben.

Der Wald wird von vielen Deutschen sehr geliebt, und er erfüllt eine wichtige Funktion als grüne Lunge. Besagte Lunge ist aber zunehmend malade, „dank“ der Klimaerwärmung, die weltweit Böden austrocknet und die Bäume erkranken lässt. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald steuert mit zahlreichen Aktionen dagegen. Bäume pflanzen gehört dazu – wie am vergangenen Dienstag.

Zehn vor elf vormittags, die Sonne versteckt sich hinter einem dichten Wolkenschleier, und unweit des

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper