Welzheim

Brunnen in Welzheim ist in Vergessenheit geraten

Brunnen Alter Friedhof
Warum sprudelt der Brunnen im Welzheimer Tannwaldfriedhof nicht mehr? © Roland Hoffmann

Zu den Plätzen, auf die Welzheim mit Fug und Recht stolz sein darf, gehören auch seine Friedhöfe. Dies gilt sowohl für den Alten Friedhof mit seiner Gedenkstätte in der Rudersberger Straße wie auch für den Neuen oder Tannwaldfriedhof am Ortsrand. Handelt es sich bei beiden doch um Schmuckstücke, die eindrucksvoll die Pietät und den Respekt zum Ausdruck bringen, die den Verstorbenen und deren Andenken entgegengebracht werden.

Für trauernde Hinterbliebene ist der Friedhof nicht nur ein Ort, an dem sie stumm Zwiesprache halten oder mit der Grabpflege einen letzten Liebesdienst erweisen. Es ist auch ein Ort, an dem man sich trifft, austauscht, gegenseitig ermuntert. Immer wieder trifft man auf den „Gottesackern“ auch auf Besucher, die einfach nur Ruhe und relative Abgeschiedenheit suchen, eine Möglichkeit, innezuhalten und sich zurückzuziehen, sei es mit einem Buch, sei es allein mit sich selbst und seinen Gedanken.

Bank Friedhof
Die Eichenholzbank beim Eingang an der Aussegnungshalle ist dagegen ein Hingucker. © Roland Hoffmann

Ein Plätzchen, das sich dafür perfekt eignet, ist umgeben von Bäumen am Brunnen auf dem Tannwaldfriedhof. Auf ihn wies Welzheimer-Zeitung-Leser Roland Hoffmann hin. Er meine allerdings nicht das moderne Wasserspiel bei der Aussegnungshalle mit der die Ewigkeit symbolisierenden Flamme, sondern den alten, runden bemoosten Brunnen unweit der der Aussegnungshalle entgegengesetzten Friedhofsbegrenzung.

Stadtbauamtsleiter Ralph Hägele ist dankbar für Hinweise

Dieser alte, bereits mit dem Friedhof vor vierzig Jahren angelegte Brunnen ist im Laufe der Zeit anscheinend der Vergessenheit anheimgefallen, er funktioniere schon seit Jahren nicht mehr, berichtet Hoffmann, auch schon vor dem Bau der neuen Anlage. Bei diesem alten Brunnen habe sich eine Sitzgelegenheit aus zusammengeschraubten pulverbeschichteten Stahlrohren befunden, die bogenförmig um den Brunnen angeordnet waren. Irgendwann vor zig Jahren habe man diese Sitzgelegenheiten auseinandergeschraubt und die Befestigungslaschen auf dem Brunnen abgelegt. Mittlerweile seien die Laschen verschwunden, die Sessel befänden sich bis auf zwei über den gesamten Friedhof verstreut. Von Stadtbauamtsleiter Ralph Hägele war zu erfahren, er habe erst vor drei Wochen den Friedhof inspiziert und sich auch den von Hoffmann erwähnten Brunnen angeschaut. Warum der Brunnen nicht mehr sprudle, darüber könne er auch keine Auskunft geben, aber es sei ihm ein Anliegen, ihn wieder zum Sprudeln zu bringen.

Bänke Friedhof
Gibt es nicht die Möglichkeit, schönere Sitzgelegenheiten aufzubauen? © Roland Hoffmann

Zudem sei die Stadt Welzheim gerade dabei, den Friedhof herzurichten und die massiven Eichenholzbänke im Eingangsbereich aufzuarbeiten, von Moos und Schmutz zu befreien. Die Stahlrohrstühle stellten allerdings einen Fall für sich dar.

Aufgrund ihres Gewichts seien sie relativ leicht umzusetzen, deshalb würden sie sowohl bei Andachten am Grab wie auch von Angehörigen gern als Sitzgelegenheit benutzt. Keinesfalls, so Hägele, vernachlässige die Stadt die Pflege der Friedhofsanlage. Sie sei ihm ein besonderes Anliegen und die Stadt widme sich ihr im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten so gut es gehe. Umso mehr sei er dankbar, wenn sich die Bürger mit ihren Anliegen in Bezug auf den Zustand von Anlagen und Einrichtungen direkt an ihn wendeten. Er suche das Gespräch und sei für Anregungen und Vorschläge stets aufgeschlossen.