Welzheim

CVJM wird 125 Jahre alt

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Zum elften Mal wurde in Welzheim ein landesweites Indiacaturnier ausgetragen. Dieses Turnier ist Teil der Eichenkreuz-Liga Indiaca, bei der Punkte für die Qualifikation zu den deutschen Meisterschaften erspielt werden können. © Habermann/ZVW

Welzheim. Der CVJM Welzheim feiert in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen. In der Vereinsgeschichte spielt bis zum heutigen Tag das Indiaca-Spiel eine wichtige Rolle. Im Jubiläumsjahr traf sich deshalb die Indiaca-Szene Baden-Württembergs, um die besten Teams zu ermitteln.

„Mann vor!“ und „Hopp! Rüber!“ feuern sich die Spieler an. Es gilt, den gelben Federball mit der roten Feder auf schnellem Weg ins gegnerische Feld zu befördern. Der Ball besteht aus einer Schaumstoffkugel, die geführt von Gänsefedern ideale Flugeigenschaften hat. Indiaca ist ein schnelles Spiel. Die Schläge mit der flachen Hand geben klatschende Geräusche von sich. Hohe Sprünge, kraftvolle senkrechte Überkopfschläge machen den Sport aus - ähnlich wie beim Volleyball, nur deutlich schneller.

Weiterer Unterschied zum Volleyball: Es gibt keine extra Schieds- und Linienrichter. „Sie werden in den Teams selbst ernannt und wechseln teilweise bei jeder Partie“, erklärt Thomas Wahl, der Erste Vorsitzende des CVJM Welzheim. So seien verschiedene Spieler in einer Partie für die Linien zuständig, in einer anderen als aktiver Spieler auf dem Feld.

Sich gegenseitig motivieren

In seinem Jubiläumsjahr empfängt der CVJM 34 Mannschaften aus Baden-Württemberg zum Indiacaturnier, bei dem Punkte für die deutschen Meisterschaften gesammelt werden. Jedes Team besteht aus fünf bis acht Spielern, und so tummeln sich 250 Sportler in der Justinus-Kerner-Halle. Schon über 25 Jahre wird in Welzheim Indiaca gespielt, seit 15 Jahren auf hohem Niveau mit landesweiten Turnieren. Interessant ist, dass die Welzheimer so erfolgreich werden konnten, ganz ohne Trainer. „Es sind die Spieler, die sich gegenseitig motivieren und besser werden wollen“, so Wahl.

Die Turniere haben bereits Tradition

Dass das Turnier dieser Größenordnung hier über die Bühne geht, hat für den CVJM schon Tradition, Welzheim ist jedes Jahr einer von fünf Austragungsorten pro Saison. „Wir wollen eine Konstante sein, damit das hohe Niveau beibehalten wird, denn ohne Turniere gibt es kein hohes Niveau“, so Thomas Wahl. Die Teams treffen sich an fünf Spieltagen im Jahr und ermitteln im Turniermodus die Besten. Die ersten drei Teams aus jeder Spielklasse kämpfen weiter um die deutsche Meisterschaft. Entsprechend gespannt verfolgen die Zuschauer und Teamkollegen das Geschehen auf den Spielfeldern. 40 Helfer des gastgebenden CVJM sind zwei Tage lang im Einsatz, dass es den Gästen an nichts fehlt. Eine Gruppe organisiert den Gottesdienst, mit dem traditionell jedes Indiakaturnier startet. Der Posaunenchor ist für die Verpflegung der Spieler zuständig, backt Schweinehals im Ofen frisch, dazu werden hausgemachte Salate und Kuchen gereicht. Spielorganisation und Spielplan sind auf mehrere Schultern verteilt. Glücklicherweise sei keine kurzfristige Änderung infolge Krankheit oder Absagen mehr nötig gewesen, so Thomas Wahl. Das hält die Wartezeiten für die Teams gering, von denen viele außerhalb des Kreises kommen und nach Turnierende pünktlich den weiten Heimweg antreten müssen. Die Teams mit der weitesten Anfahrt kommen aus Rutesheim, Malterdingen (Baden) und Reichertshausen (Oberbayern) - Letztere spielen außer Konkurrenz mit.

„Indiaca macht Fun und ist angenehmer für die Hand als Volleyball“

Vor dem Turnier treffen sich alle zum Gottesdienst. Musiker begleiten mit Cajon, Piano, E-Bass und Gitarre, zwei Sängerinnen und ein Sänger stimmen Lobpreislieder an. Josef John, Mann der Welzheimer Diakonin Saskia John, vertieft sich in der Andacht auf das Thema Siegen. „Muss man immer auf der Siegerseite stehen oder kann man auch mal zurückstecken?“, lautet der Impuls an die sportlich Versammelten. Ein nahtloser Übergang zum Sportwettbewerb, bei dem es ja um Siegen geht. Was aber, wie die Partien und das freundschaftliche Miteinander zeigen, nicht verbissen gesehen wird. „Auf dem Feld begegnet man sich als Rivale, auch emotional, aber wenn der Ärger verraucht ist, stehen die Freundschaften im Vordergrund“, so Thomas Wahl. Elise (29) aus Stuttgart hat als Jugendliche ein Jahr gespielt, während des Studiums andere Sportarten ausprobiert, unter anderem auch Volleyball. Nach der Uni-Zeit ist sie zurückgekehrt zu den Wurzeln. „Indiaca ist ein Mannschaftssport, macht Fun und es ist angenehmer für die Hand als ein Volleyball“, erzählt sie. Teamkollege Janis Wörmann (24) erlebt „viel Action“ und genießt eine „familiäre faire Stimmung“ auf den Turnieren.

CVJM mit Herren- und Damenmannschaften

Im CVJM Welzheim spielen zwei Herren- und eine Damenmannschaft Indiaka.

Die Spieler sind zwischen 18 und 50 Jahre alt und trainieren jeden Dienstag. Montags ist freies Training, zu dem jeder willkommen ist - auch Neulinge.

Dasselbe am Mittwoch beim Jugendtraining von 18 bis 19.30 Uhr; auch hier können nach Auskunft des CVJM Interessierte jederzeit vorbeikommen und reinschnuppern. Die Trainingsstunden finden jeweils im Dietrich-Bonhoeffer-Haus statt.

Indiaka ist artverwandt mit Volleyball, hat aber laut dem CVJM-Vorsitzenden Thomas Wahl den Unterschied, dass nicht mit Kopf und Fuß gespielt und das Netz nicht übergriffen werden darf. Geschlagen wird mit nur einer Hand, zwei Hände sind nur zur Abwehr gestattet.


Info

Jubiläumsveranstaltungen: „125 Jahre CVJM Welzheim“: Festabend in der Justinus-Kerner-Halle am Samstag, 9. Juni, 18.30 Uhr.

Open-Air-Jugendevent auf dem Kirchplatz am Samstag, 22. September, 18.30 Uhr.

Festgottesdienst in der St.-Gallus-Kirche und kleines Straßenfest am Sonntag, 23. September, 10 Uhr.

CVJM-Familienabend im Dietrich-Bonhoeffer-Haus am Samstag, 20. Oktober, 18 Uhr.

Feierstunde des Posaunenchors in der St.-Gallus-Kirche am Samstag, 10. November, 19.30 Uhr.