Welzheim

Das Wasser könnte künftig teurer werden

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Hahn auf, Wasser raus: Das funktionierte zweimal in letzter Zeit für einige Winterbacher Haushalte nicht mehr - die Leitungen waren trocken. © Ramona Adolf

Welzheim. Der Zweckverband Wasserversorgung Menzlesmühle will in den nächsten Jahren kräftig investieren. 650 000 Euro pro Jahr sind im Budget vorgesehen. Damit will sich der Verband fit machen für die Zukunft bis 2030. Für die Bürger könnte das jedoch bedeuten, dass in den kommenden Jahren der Wasserpreis erst einmal steigt.

Um die Planung im Einzelnen vorzustellen, hatte der Verbandsvorsitzende Thomas Bernlöhr die Vertreter des Zweckverbands ins Rathaus Welzheim geladen. Die in der Sitzung vorgestellte Erneuerungsplanung 2030, so Vorsitzender Bürgermeister Thomas Bernlöhr, soll zur Grundlage werden für die Investitionshöhe in Anlagen zur Wasserversorgung in den nächsten Jahren. Der notwendige Erneuerungsumfang sei auf Basis einer vertieften Erhebung des Alters der Anlagen erstellt worden.

Sechs Cent mehr für den Kubikmeter

Wenn die Nutzugsdauer von Leitungen 80 Jahre nicht übersteigen solle, so Bernlöhr, seien bis 2030 jährlich rund zweieinhalb Kilometer Leitung zu erneuern. Ebenso einige Speicherbehälter, die vor 1960 erbaut wurden. Für beides, so Geschäftsführer Hubert Barth, belaufen sich bis 2030 die jährlichen Investitionsausgaben auf etwa 650 000 Euro. Der Vorsitzende ergänzte, dass in der weiteren Beratung mit den Verbandsmitgliedern über die Finanzierung dieser Ausgaben über Kredite oder Eigenmittel zu entscheiden sein.

Zusätzliche jährliche Aufwendungen von 100 000 Euro würden einen rechnerischen Anstieg des Wasserpreises von sechs Cent pro Kubikmeter bedeuten. Wie die Preisentwicklung beim Wasser verläuft, hänge auch von der Finanzierung über Kredite ab.

Erneuerungsplanung 2030

Die Versammlung beschloss im Anschluss einstimmig, dass die „Erneuerungsplanung 2030“ Grundlage für den weiteren Investitionsumfang wird. Hinsichtlich der Wassergewinnung soll die Sanierung von zwei Tiefbrunnen weiter untersucht werden.

Beschlossen hat das Gremium den Wirtschaftsplan 2018 mit einer Höhe des Erfolgsplanes von rund zwei Millionen Euro und den die Investitionen enthaltenen Vermögensplan von 1,8 Millionen Euro. In der Finanzierung bis 2021 sind die Investitionsvorhaben nach der Erneuerungsplanung 2030 enthalten.

Wasserabgabe über dem Mittel der Vorjahre

Neben dem Rückgang der Schüttung der 16 Quellen haben auch die Tiefbrunnen bei der Grundwasserentnahme nach dem fast niederschlagsfreien Winterhalbjahr 2016/2017 nachgelassen. Erst nach umfangreichen Niederschlägen im zweiten Halbjahr 2017 hätten sich die Grundwasservorräte erholt, erläuterte Geschäftsführer Hubert Barth.

Die Fördermenge habe im zweiten Halbjahr rund 60 000 Kubikmeter über der des ersten Halbjahres gelegen. Stabil geblieben sei die Fördermenge von zwei in 2016 sanierten Brunnen, die mit 125 000 Kubikmeter erzielter Entnahme zehn Prozent der Eigenwassermenge leisten. Die Wasserabgabe zur Versorgung der rund 33 000 Bürger im Verbandsgebiet lag 2017 mit 1,6 Mio. Kubikmeter rund 40 000 Kubikmeter über dem Mittel der Vorjahre.

Höherer Fremdwasserbezug

Weniger Eigenwasser und die höhere Wasserabgabe führten 2017 zu einem höheren Fremdwasserbezug und damit zu Mehrausgaben. Durch Minderausgaben ist die gesamte zu zahlende Umlage der Mitglieder dennoch stabil geblieben.

2017 wurden 14 Rohrbrüche durch die Wassermeister des Zweckverbandes behoben, eine bei 190 Kilometer Netzlänge niedrige Schadensrate. Zusammen mit dem niedrigen Wasserverlust von rund zwei Prozent sieht der Wasserverband einen guter Netzzustand, der durch eine ausreichende Erneuerung zu erhalten ist.

Keine Beanstanungen des Trinkwassers

Die über 100 Kontrolluntersuchungen des Trinkwassers sind ohne Beanstandungen geblieben, die Änderung der Trinkwasserverordnung 2018 erhöht den Untersuchungsumfang für das Wasser der Menzlesmühle.

Zusätzlich ist das natürlich vorkommende Radon zu bestimmen und der auf eine Verkeimung hindeutende Parameter Enterokokken häufiger zu messen. In seinem Bericht zum Jahr 2017 ging der Geschäftsführer auf den Stand von Leitungserneuerungen bei Alfdorf-Burgholz, Welzheim-Aichstrut und Welzheim-Obermühle sowie Gschwend-Mittelbronn ein. Auch über das Ergebnis der Ausschreibung der Stromlieferung für die Jahre 2018 und 2019 wurde berichtet. Das Preisniveau der Abschlüsse mit drei Stromlieferanten entspricht dem der Vorjahre.