Welzheim

Decke für den Gottesdienst: Evangelische Kirchengemeinde Welzheim spart Energie

Energie sparen
In Kürze gibt es Decken, falls es Besuchern der Gottesdienste in der St.-Gallus-Kirche kalt ist. © Benjamin Büttner

Regelmäßige Besucher der evangelischen St.-Gallus-Kirche haben es vielleicht schon gemerkt: Beim Gottesdienst ist’s kühler geworden. Seit Anfang, Mitte November, seit die Heizperiode begonnen hat, liegt die Temperatur im Kirchengebäude bei Gottesdiensten bei 15 Grad. Früher zeigte das Thermometer 18 Grad bei den Gottesdiensten im Winter.

„Das klingt im ersten Moment relativ kalt“, sagt Siglinde Hinderer, Kirchengemeinderätin und seit 1. Dezember auch Umweltbeauftragte der Evangelischen Landeskirche in Württemberg (ausführlicher Artikel folgt). Doch der Gottesdienst dauert für gewöhnlich etwa eine Stunde. „Das ist eine begrenzte Zeit“, gibt sie zu bedenken.

Wer fröstelt, wird vorsorglich bedacht: 50 Decken sollen angeschafft werden

Wer dennoch fröstelt, der wird vorsorglich bedacht. Jüngst wurden Decken ausgewählt, die an die Besucher ausgegeben werden können. 50 Decken sollen angeschafft werden. „Beim nächsten, spätestens übernächsten Gottesdienst werden sie da sein.“

Siglinde Hinderer erinnert zum Hintergrund an die Bemühungen der Landesregierung, Energie zu sparen, an die Gaskrise und den Krieg, den Russland gegen die Ukraine führt. Und ergänzt: „Als Landeskirche erging ein Aufruf an alle Kirchengemeinden, 20 Prozent Energie einzusparen.“

Das Thema ist vielschichtig und betrifft nicht nur, aber auch die Kirchengebäude. Andere Kirchengemeinden etwa werden die Gottesdienste nach Weihnachten im Gemeindehaus feiern, weiß Siglinde Hinderer. An Weihnachten und Silvester besuchten traditionell viele Leute die Gottesdienste, danach seien es etwas weniger.

Die Gottesdienste auch im Winter in den Kirchen feiern

In Welzheim setzt man auf einen anderen Weg. Der Kirchengemeinderat beschloss, die Gottesdienste auch im Winter in den Kirchen zu feiern, bei verminderter Temperatur. Auf diese ist Siglinde Hinderer (Pfarrer Thomas Stürmer war beim Termin verhindert) übrigens noch nicht angesprochen worden, sie hat keine negativen Reaktionen erfahren.

Die St.-Gallus-Kirche wird durch eine Warmluftheizung beheizt. Sie wird über ein Nahwärmenetz versorgt, das gespeist wird von einer Hackschnitzelanlage hinter dem Dietrich-Bonhoeffer-Haus. Die Heizanlage selbst ist im Keller zu finden.

Die St.-Gallus-Kirche ist übrigens nur ein Verbraucher in diesem Netz, das auch das Rathaus, die Sparkasse, die Mediathek, das Gemeindehaus, das Kinderhaus Pfarrstraße, das Museum, das Pfarrhaus sowie einige Privatwohnungen versorgt.

Kindergärten in Welzheim: Wird hier die Temperatur gesenkt?

Siglinde Hinderer muss es wissen. Sie fungiert als Geschäftsführerin der GbR des Nahwärmenetzes, für das einst das Umweltteam der Kirchengemeinde treibend war und zu dessen Mit-Initiatoren Kirchengemeinderäte zählten. Siglinde Hinderer ist ebenfalls Mitglied des Umweltteams der Kirchengemeinde.

Die Bemühungen der evangelischen Kirchengemeinde, Energie zu sparen, reichen jedoch noch weiter. Beispielsweise liegt die Temperatur im Gemeindehaus bei 19 Grad in den Büros sowie in den Gruppensälen, wenn diese genutzt werden. Die Temperatur hängt von der Tätigkeit dort ab und kann, etwa für Sportgruppen, noch um zwei, drei Grad abgesenkt werden. Die Flurbereiche werden so gut wie gar nicht mehr beheizt.

Und die beiden evangelischen Kindergärten in Welzheim? Für die Kindergruppen enthält die Vorgabe nach wie vor eine Temperatur von 22 Grad. In Schlafräumen kann sie auf 20 Grad reduziert werden, informiert Siglinde Hinderer.

Die Rienharzer St.-Barbara-Kirche verfügt übrigens über eine Sitzbankheizung, die deutlich weniger Energie verbraucht. Durch sie wird nur der Bereich, an dem der Besucher sitzt, temperiert. Hier bleibt es, wie es ist.

Regelmäßige Besucher der evangelischen St.-Gallus-Kirche haben es vielleicht schon gemerkt: Beim Gottesdienst ist’s kühler geworden. Seit Anfang, Mitte November, seit die Heizperiode begonnen hat, liegt die Temperatur im Kirchengebäude bei Gottesdiensten bei 15 Grad. Früher zeigte das Thermometer 18 Grad bei den Gottesdiensten im Winter.

„Das klingt im ersten Moment relativ kalt“, sagt Siglinde Hinderer, Kirchengemeinderätin und seit 1. Dezember auch Umweltbeauftragte der

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