Welzheim

Der Welzheimer Busbahnhof soll nicht nur barrierefrei, sondern eine Mobilitätsdrehscheibe werden

Busbahnhof
Der Welzheimer Busbahnhof soll moderner werden: Seit den 1980er Jahren ist hier nicht viel passiert. © ALEXANDRA PALMIZI

Der Welzheimer Omnibusbahnhof soll umgebaut werden. Dies beschloss der Gemeinderat in seiner Sitzung am vergangenen Dienstag. Angepeilt ist, ihn nach rund 40 Jahren umfassend zu erneuern und an zukunftsorientierte Mobilitätserfordernisse anzupassen, so die von der Stadtverwaltung erarbeitete Beschlussvorlage.

Neben dem baulichen Zustand der Fahrbahnen, der Bordsteine und der Infrastruktureinrichtungen sei ein Auslöser der Planung auch die gesetzliche Vorgabe, alle wesentlichen Bushaltestellen bis 2027 barrierefrei umzugestalten. In einem ersten Schritt erarbeitete die Stadtverwaltung zusammen mit dem Busunternehmen Dannenmann die angestrebten Rahmenbedingungen und beauftragte ein Verkehrsplanungsbüro damit, sich Gedanken darüber zu machen, auf wie viele und wie große Omnibusse man sich einstellen muss.

Möglichkeit, verstärkt auf den Schienenverkehr zurückzugreifen

Dann kontaktierte man den Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) und das Verkehrswissenschaftliche Institut Stuttgart, das ein Gutachten darüber verfasste, welche Anforderungen an den Welzheimer ZOB gestellt werden müssten, damit er seiner Aufgabe als zukunftsfähige Mobilitätsdrehscheibe gerecht werden kann. Dabei ging es auch um die Möglichkeit, verstärkt auf den Schienenverkehr zurückzugreifen und eine Fahrradverleihstation zu betreiben. Bevor nun in die eigentliche Planungsphase eingestiegen werden kann, hat das Ludwigsburger Verkehrsplanungsbüro SSW mehrere Entwürfe verfasst, die nicht nur den Gemeinderäten, sondern am Sonntagnachmittag auch den Welzheimerinnen und Welzheimern vor Ort zur Diskussion gestellt wurden. „Wir möchten mit den Menschen, die den Busbahnhof täglich nutzen, ins Gespräch kommen“, erklärte dazu der im Rathaus zuständige Stadtplaner Uli Finke, „und abfragen, ob es von deren Seite noch Anregungen und Ideen gibt, die wir selbst nicht auf dem Schirm haben, auch im Hinblick auf den Einsatz der Bahn.“ Der Entwurf, für den sich der Gemeinderat entschieden habe, sei schließlich keinesfalls in Beton gegossen, sondern stelle lediglich einen Vorentwurf dar, den man vorlegen müsse, um die für das Vorhaben vorgesehenen Vorschüsse beim Land beantragen zu können. „Der Welzheimer Busbahnhof“, bekräftigte Bürgermeister Thomas Bernlöhr, „ist die zentrale Mobilitätsdrehscheibe – zumindest was den öffentlichen Nahverkehr angeht. Wenn wir den ZOB nun aufgrund der Vorgabe der Barrierefreiheit sowieso baulich verändern müssen, dann lohnt es sich, auch zukünftige Mobilitätsbedarfe zu betrachten. Es soll ja in fünf Jahren nicht so sein, dass wir dann schon wieder umbauen müssen, nur weil für Leihräder oder Shared-Mobility-Ansätze kein Platz vorhanden ist. Deshalb beteiligen wir auch jetzt die Bürgerschaft, um gute Ideen und wertvolle Hinweise zu erhalten, und über unsere Ideen und Ansätze zu informieren.“

Gefragt: Eine gute Kombination aller Verkehrsmittel

Philipp Köngeter, der Fraktionsvorsitzende der Welzheimer Piraten, erinnerte daran, dass der ZOB in seiner jetzigen Form Ende der 1980er Jahre entstand. Seit damals hätten sich auch die verkehrstechnischen Anforderungen an den öffentlichen Personennahverkehr geändert, denen Welzheim als Luftkurort und als ein Mittelzentrum im ländlichen Raum gerecht werden müsse. Gefragt sei eine gute Kombination aller Verkehrsmittel, wozu ein guter Busbahnhof notwendig sei. Dazu gehörten auch Parkplätze für die Pendler, die auch in der Zukunft auf ihre Pkw angewiesen seien, eine vorausschauende Einbeziehung der Elektromobilität und des sicherlich auch weiter wachsenden Fahrradverkehrs. Nicht vergessen dürfe man auch, als Zukunftsoption die Gleise frei zu halten. „Ich freue mich, dass die Stadt dafür die Grundlagen geschaffen hat und womöglich einen Impuls dafür gegeben hat, dass der Einstieg in die Mobilitätswende nicht nur in den Ballungszentren möglich sein wird, sondern auch im ländlichen Raum. Und wer weiß, spekulierte Köngeter, vielleicht verkehre der Wiesel ja eines fernen Tages wasserstoffbetrieben zwischen Schorndorf und Welzheim, nicht als Konkurrenz, sondern als sinnvolle Ergänzung zum Omnibusverkehr.

Winfried Ellinger vom Bürgerforum erinnerte daran, dass die Pläne einer „grünen Achse“ für Welzheim, die von einem einladenden Bahnhof ausgehe, schon lange im Raum stehen. Von einem attraktiven Zugang zum Stadtzentrum würden schließlich alle profitieren. Die nun vorgelegten Pläne seien „keine schlechte Idee“ und stellten einen guten Ausgangspunkt dar, um Welzheim noch lebenswerter zu machen, eine sinnvolle Ergänzung zur anstehenden Umgestaltung des Sees und der Mediathek.

Für Brigitte Mache, die Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, ist es wichtig, bei der Planung auch diejenigen ins Boot zu holen, die etwas von der Sache verstehen und direkt betroffen sind, also das Busunternehmen und die Menschen, die auch tatsächlich regelmäßig die öffentlichen Nahverkehrsmittel benutzen. Wenn man sich Gedanken über den Wiesel mache, empfiehlt sie, „Rudersberg unbedingt mit ins Boot zu holen“.

Der Welzheimer Omnibusbahnhof soll umgebaut werden. Dies beschloss der Gemeinderat in seiner Sitzung am vergangenen Dienstag. Angepeilt ist, ihn nach rund 40 Jahren umfassend zu erneuern und an zukunftsorientierte Mobilitätserfordernisse anzupassen, so die von der Stadtverwaltung erarbeitete Beschlussvorlage.

Neben dem baulichen Zustand der Fahrbahnen, der Bordsteine und der Infrastruktureinrichtungen sei ein Auslöser der Planung auch die gesetzliche Vorgabe, alle wesentlichen

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