Welzheim

Die Normalität ist nur ein Stück weit zurückgekehrt: Ein Stimmungsbild aus dem Welzheimer Kinderhaus

Kinderhaus Pfarrstaße
Corinna Fritz engagiert sich als Elternbeiratsvorsitzende im Welzheimer Kinderhaus Pfarrstraße. © Benjamin Büttner

Die Kindergärten sind wieder offen: „Viele Eltern sind froh, erleichtert, dass die Kinder wieder in den Kindergarten kommen können“, daran lässt Corinna Fritz keinen Zweifel. Seit die Kindergärten und -krippen kürzlich wieder ihre Pforten aufgemacht haben, ist ein Stück weit Normalität in viele Familien zurückgekehrt. Die Kinder treffen hier ihre Freunde wieder, kehren zu ihrem gewohnten Tagesablauf zurück, kommen ausgelastet nach Hause und berichten von ihren Erlebnissen. Die Wiedereröffnung ist im Kinderhaus Pfarrstraße geglückt, sagt die Elternbeiratsvorsitzende des größten Kinderhauses auf dem Welzheimer Wald. Sie vertritt rund 100 Familien von Kindergarten- und Krippenkindern.

Anstrengende Wochen liegen hinter Eltern und Kindern

Sicher: „Es gibt manche, die am Anfang ängstlich sind, an der Mama hängen, weil so lange Pause war“, weiß Corinna Fritz von den Kindern. Mancher fange gar von vorn an. Aber: „Es geht doch relativ schnell, dass sie wieder reinkommen und sich freuen.“

Anstrengende Wochen liegen hinter Eltern und Kindern, Vätern wie Müttern. Doch die vielfältigen Aufgaben, die durch die Schließung von Schulen und Kindergärten in den Familien zu bewältigen waren, übernahmen vor allem die Frauen. Und das vielzitierte Leitwort des Arbeitens im Home-Office war für viele Mütter das Synonym für Mehrfachbelastung schlechthin: Schließlich brauchten Kinder und Familie einen strukturierten Tag, musste für das Essen und den Einkauf gesorgt sein, und der Job stellte seine Anforderungen, auch wenn das Kleinkind beschäftigt und das Schulkind beim Unterricht begleitet werden wollten.

Notbetreuung war im Kinderhaus sehr gut besucht

Corinna Fritz weiß um die Belastung der Frauen, die dem gerecht geworden sind. Auch die meisten Mütter aus dem Welzheimer Kinderhaus haben im Home-Office gearbeitet, wo dies möglich war. „Es haben schon einige versucht, eine Zeit lang die Kinder zu Hause zu lassen, die Notbetreuung nicht in Anspruch zu nehmen“, sagt Fritz. Das habe aber an den Nerven gezerrt und auch den Kindern nicht gutgetan. Manche Mutter sei dann doch in die Notbetreuung umgeschwenkt, wenn es anders nicht möglich gewesen sei, die Kinder kindgerecht zu betreuen.

Die Notbetreuung war im Kinderhaus Pfarrstraße sehr gut besucht (wie berichtet), weil viele der Mütter arbeiten.

„Es hat Grenzen im Home-Office“

Zur Mehrfachbelastung der Frauen ergänzt Corinna Fritz: „Man merkt es definitiv.“ In manchen Familien wechseln sich die Eltern im Home-Office ab, und die Frau schafft abends, wenn die Kinder im Bett liegen, schildert die Elternbeiratsvorsitzende ein Beispiel. „Es hat Grenzen im Home-Office“, fasst sie zusammen.

Sie weiß, dass die vergangenen Wochen auch den Vätern viel abverlangt haben. Und natürlich den Kindern, die nicht ausgelastet waren, das gewohnte Programm und ihre Freunde vermisst haben und kaum Alternativen hatten.

"Es ist nie sicher, wie lang geht es, reicht es den Tag über"

Diesbezüglich verwundert die Freude über die wieder geöffneten Kindergärten nicht. Und doch ist damit nur ein Stück weit Normalität zurückgekehrt, wie es inmitten der Corona-Pandemie kaum anders sein kann.

„Es ist nie sicher, wie lang geht es, reicht es den Tag über, wird man wieder angerufen, dass irgendwo ein Verdacht besteht“, beschreibt Corinna Fritz die Tatsache, dass der Infektionsschutz jederzeit den Kita-Alltag beenden kann. Es sei schon vorgekommen, dass die Kinder morgens gebracht worden seien und um neun Uhr der Anruf gekommen sei, dass sie wieder abgeholt werden müssten. Wer dann in Stuttgart arbeitet, der hat zu tun.

Veränderter Kitabetrieb, Mehrarbeit für Erzieherinnen

Gleichzeitig läuft der Betrieb im Kinderhaus unter veränderten Bedingungen ab, um möglichen Infektionen vorzubeugen: Es gibt noch keine Ausflüge, die Kinder können sich ihre Getränke nicht selbst einschenken, bekommen das Essen geschöpft. Es dürfen keine selbst gemachten Speisen mitgebracht werden, ebenso kein Spielzeug von daheim, der bisherige „Spielzeugtag“ liegt noch auf Eis. Das Bällebad ist geschlossen. Wenn Mitarbeiter ausfallen, sollten Gruppen nicht zusammengelegt werden, und so weiter. „Es ist noch nicht alles wieder gut“, meint Corinna Fritz.

Und würdigt, was dieser veränderte Kita-Betrieb an Mehrarbeit für die Erzieherinnen bedeutet. Die zum Beispiel die Kinder beim Holen und Bringen an- und ausziehen müssen, was sonst die Eltern gemacht haben.

"Sie sind da schon sehr, sehr vorsichtig"

Doch der veränderte Alltag mit seinen strengen Anforderungen „hat sich relativ gut eingespielt“. Zumal viele Eltern inzwischen gelernt haben, mit der steten Sorge um Corona zu leben, beobachtet Corinna Fritz. Den Verantwortlichen im Kinderhaus attestiert sie in Sachen Infektionsschutz: „Sie sind da schon sehr, sehr vorsichtig.“ Bisher gab es zum Glück keine Infektionen unter den Kindern. Bei einigen Kontaktpersonen habe der Verdacht bestanden, sie mussten zu Hause bleiben, es sei aber beim Verdacht geblieben, so dass die Gruppen nach ein, zwei Tagen wieder geöffnet werden konnten.

Strenge beim Infektionsschutz schafft Vertrauen

Dass der Infektionsschutz streng gehandhabt wird, schafft ein „gewisses Vertrauen“, sagt die Elternbeiratsvorsitzende. Sie ist froh, dass die Einrichtung wieder offen ist. „Ich weiß auch, sie haben nicht einfach die Türen aufgemacht. Es steckt viel Organisation und Denken dahinter. Sie versuchen schon, das bestmöglich umzusetzen.“ Das finde die Akzeptanz der Eltern.

„Es sind trotzdem alle glücklich, wie es läuft“

Und wenn um neun Uhr angerufen werde, weil es eine Kontaktperson in der Kita gegeben habe und die Kinder wieder abgeholt werden müssten, „das ist geschwind eine Anstrengung. Aber es sind trotzdem alle glücklich, wie es läuft“.

Die Kindergärten sind wieder offen: „Viele Eltern sind froh, erleichtert, dass die Kinder wieder in den Kindergarten kommen können“, daran lässt Corinna Fritz keinen Zweifel. Seit die Kindergärten und -krippen kürzlich wieder ihre Pforten aufgemacht haben, ist ein Stück weit Normalität in viele Familien zurückgekehrt. Die Kinder treffen hier ihre Freunde wieder, kehren zu ihrem gewohnten Tagesablauf zurück, kommen ausgelastet nach Hause und berichten von ihren Erlebnissen. Die

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