Welzheim

Einblicke ins renovierte Waschhaus

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Der Historische Verein hat das Waschhäusle saniert. © Mathias Ellwanger
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Der Historische Verein hat das Waschhäusle saniert. © Mathias Ellwanger
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Der Historische Verein hat das Waschhäusle saniert. © Mathias Ellwanger
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Der Historische Verein hat das Waschhäusle saniert. © Mathias Ellwanger
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Der Historische Verein hat das Waschhäusle saniert. © Mathias Ellwanger
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Der Historische Verein hat das Waschhäusle saniert. © Mathias Ellwanger
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Der Historische Verein hat das Waschhäusle saniert. © Mathias Ellwanger
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Der Historische Verein hat das Waschhäusle saniert. © Mathias Ellwanger
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Der Historische Verein hat das Waschhäusle saniert. © Mathias Ellwanger
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Der Historische Verein hat das Waschhäusle saniert. © Mathias Ellwanger
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Der Historische Verein hat das Waschhäusle saniert. © Mathias Ellwanger
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Der Historische Verein hat das Waschhäusle saniert. © Mathias Ellwanger
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Der Historische Verein hat das Waschhäusle saniert. © Mathias Ellwanger

Welzheim. Ein kaputtes Dach, dreckiger Boden und feuchte Stellen. Das ist nicht die Umgebung, in der man waschen sollte. „Das Waschhaus war malad“, sagt Dietrich Frey, Vorsitzender des Historischen Vereins. Nach ein paar Jahren wurde es nun restauriert und neu eingerichtet. Wer sehen und probieren möchte, wie aufwendig es früher war, Hemden und Hosen zu waschen, dem sei ein Besuch ans Herz gelegt.

„Drinnen war es feucht“, schildert Dietrich Frey. „Über die Decke drang Wasser ein.“ Also wurde alles ausgeräumt, das Haus umfangreich renoviert und wieder eingerichtet. Ein Teil der Ausstellung im Museum widmet sich nun wieder ausführlich dem Waschen. „Jetzt wollen wir das Haus der Öffentlichkeit wieder zugänglich machen.“

Helmut Altmann zeigt eine alte Waschmaschine, die ein bisschen aussieht wie eine stählerne Schatzkiste mit Kurbel. Der Schatz, den sie enthält, ist saubere Wäsche – aber erst, wenn die Hausfrau sich abgemüht hatte. Vor der Verbreitung der ersten modernen Waschmaschinen in den 1950er und 1960er Jahren war das Wäschewaschen ein besonders anstrengender Teil der Hausarbeit. Das wird im Museum deutlich.

Helmut Altmann und Dietrich Frey setzen die Metallkonstruktion auf einen alten Herd. Vor einigen Jahrzehnten wurde der Küchenherd dann angeheizt, erklären die beiden, und das Wasser in der Waschtrommel wurde erhitzt. Dann wurde Seife, in ärmeren Haushalten auch ein Mix aus Seife und Asche, hinzugegeben und schließlich die dreckige Wäsche in die Kiste geworfen. Mit einer Kurbel wurde gedreht, im Prinzip das gleiche System wie heute – nur ungemein mühsamer. Mit einer Zange wurde die saubere Wäsche dann aus der Trommel geholt. Das war dann im wahrsten Sinne des Wortes Kochwäsche.

Im kleinen Häusle stehen weitere Utensilien: Waschmittel, Seife, Bügeleisen, verschiedene Wäschestampfer, Schlaghölzer, Pressen, eine Mangel, Badewannen und mehr. In einer hohen kupfernen Konstruktion konnten die Welzheimer früher Wasser erhitzen und in die Badewanne nebenan einlassen. Das war Luxus, deutet Helmut Altmann an. Die Exponate haben die Mitglieder des Historischen Vereins über Jahrzehnte angesammelt. Lediglich eine Auswahl steht im renovierten Waschhäusle.

„In solchen Kesseln wurde früher auch Wurst gekocht“

Dietrich Frey und Helmut Altmann demonstrieren munter, wie auch sie selbst in Teilen früher noch gewaschen haben. Sie zeigen alte Waschbretter, eines aus Stein, einen Badezuber für Kochwäsche und vieles mehr. In Regalen stehen Wasch- und Bleichmittel in Originalpackungen. Als die beiden einen Kochkessel anschauen, erinnern sie sich an die Kindheit. „In solchen Kesseln wurde früher Wurst gekocht“, erinnert sich Frey. Als Kinder hätten sie immer gehofft, dass die eine oder andere Wurst platzt, denn dann gab es Wurstsuppe.

Die hätten sich die Menschen früher verdient. Denn Waschen war eine ziemliche Plackerei. Mit Waschestampfern wurde kräftezehrend versucht, den Dreck zu entfernen. „Das war mühsame Arbeit! Handbetrieb. Nicht High Tech“, sagt Dietrich Frey. „Die Hausfrauen haben andere Oberarme gehabt als heute“, ergänzt Helmut Altmann.

Mit der weißen Wäsche wurde begonnen, danach kam die Buntwäsche an die Reihe, logisch, denn das Wasser wurde immer dreckiger. Getrocknet wurde die Wäsche auf den bekannten Wäschespinnen oder unter anderem in einer Art Presse. Die nassen Teile kamen mitunter in einen großen Eimer mit Löchern. Auf die Wäsche wurde eine Platte gelegt, die dann mit einer Kurbel nach unten gepresst wurde, das Wasser lief über die Löcher ab. Nebenan quietscht eine alte Mangel.

Helmut Altmann zeigt auch alte Bügeleisen, schwere Eisenkonstruktionen. Der Besucher muss wieder an die Oberarme der Hausfrauen denken. Der Blick wandert an den Regalen vorbei nach unten. Das Wasser lief über Rinnen nach außen. Der Boden ist leicht schräg, erklärt Altmann. Schräg sind auch die Verpackung und der Werbespruch für ein scheinbar besonderes Waschmittel: „Gegen atomare Verseuchung hilft Yang-Seife.“

Waschhäusle wird am Sonntag eröffnet

Das ehemalige Waschhaus des Dekanats strahlt wieder. In Eigenleistung und mit Unterstützung der Stadt wurde es von den Museumswerkern renoviert und wieder eingerichtet.

Das Dach wurde mit historischen Ziegeln ausgebessert, der Kamin runderneuert und mit einem Kaminhut versehen.

An den Innenwänden wurde der Gips abgeschlagen und die Welzheimer haben den Raum ebenfalls runderneuert und gestrichen. Die einzelnen Exponate sollen noch beschildert werden. Textfahnen bieten Hintergrundinfos.

Am Sonntag, 5. Juni, ist das Waschhaus dann wieder offiziell Bestandteil der Ausstellung. Von 11 bis 17 Uhr sind die Besucher eingeladen, den Raum und das gesamte Areal zu erkunden.

Es gibt wieder Kaffee und Kuchen im Museum sowie Aktionen im Waschhaus – auch und besonders für Kinder.