Welzheim

Einkauf nach Corona-Test: Worauf sich Welzheimer Einzelhändler freuen und was sie hoffen

Wiedereröffnung
Kerstin Berghold-Nuding vor dem Uhren- und Schmuckgeschäft Berghold in der Wilhelmstraße in Welzheim. Hier können ab Dienstag wieder Kunden im Laden begrüßt werden. © Gabriel Habermann

„Natürlich, wir warten ja sehnsüchtig darauf“: Ab heute kann man auch im Schuhhaus Höfer wieder im Geschäft einkaufen, und für Christine Höfer ist’s keine Frage, von Anfang an mit dabei zu sein. Gestern noch liefen die letzten Vorbereitungen, damit alles für den ersten Tag passt: Es wurde möglichst viel von dem bereitgestellt, „was wir denken, was die Kunden jetzt suchen“, erzählt die Fachfrau. „Es wird sich am ersten Tag herausstellen, wonach die Kunden gucken“, zeigt sich Christine Höfer gespannt. Und: „Mal abwarten, auch, wie es mit dem Test angenommen wird.“

„Es ist ein anderes Agieren, wenn der Kunde hereindarf“

Denn ein negatives Corona-Testergebnis, das nicht älter als 24 Stunden ist, muss zum Einkauf vorgelegt werden, beziehungsweise der Impfpass für vollständig Geimpfte oder der Nachweis, von Corona genesen zu sein. Und die Kunden vereinbaren nun vorab einen Termin, wenn sie zum Beispiel im Geschäft Schuhe probieren möchten.

Oder klopfen spontan am Laden an und erkundigen sich, ob sie hereinkommen können.

Im Damenmodengeschäft von Elke Döbele wurde gestern noch fleißig geschafft, damit alles für die Kunden bereit ist. „Es ist ein anderes Agieren, wenn der Kunde hereindarf“, sagt Elke Döbele. Sie hat neue Ware bekommen, die sie so präsentiert, dass der Kunde ein ansprechendes Bild sieht, wenn er das Geschäft betritt. Sie freut sich, dass die Kunden wieder hereinkommen können. „Auf jeden Fall. Es steht nicht in meiner Stellenbeschreibung, nur Tüten über den Ladentisch zu reichen.“

"Die Kundinnen möchten auch hereinkommen und stöbern"

Die Modeberaterin und gelernte Modedesignerin arbeitet seit 27 Jahren in ihrem Metier, berät gern und arbeitet gern mit Kunden. Das hat ihr gefehlt. Umgekehrt gilt das Gleiche: „Die Kundinnen möchten auch hereinkommen und stöbern.“ Die Stammkundinnen legten zudem Wert auf die Meinung der Mode-Expertin. „Für uns ist das natürlich sehr frustrierend gewesen in der letzten Zeit.“ Der persönliche Teil habe gefehlt.

Staatliche Hilfen decken die Fixkosten nicht

In kaufmännischer Sicht ist die Geschäftsfrau natürlich auch froh, den Laden wieder für Kunden zu öffnen. Die staatlichen Hilfen „reichen nicht mal, um die Fixkosten zu decken“. Ein anderer Aspekt kam hinzu: „Jeden Tag müssen wir uns an der Tür auseinandersetzen mit frustrierten Kundinnen, die fragen, warum darf ich nicht rein?“, sagte Elke Döbele gestern, zumal diese in Baumärkte oder Blumengeschäfte durften. „Wir hoffen, dass es weiter aufwärtsgeht, und hoffen, dass die Kunden bereit sind, diesen Test zu machen.“

"Die Kunden nur an der Tür abfertigen oder ausliefern ist etwas anderes, als wenn man sie richtig bedienen kann im Geschäft"

„Wenn man nur endlich wieder reindürfte ins Geschäft“: Diesen Satz hat Juliane Munz vom Fachhaus Munz öfter gehört. „Das tut einem gut.“ Auch sie freut sich, ab heute wieder Kunden im Geschäft zu begrüßen. „Die Kunden nur an der Tür abfertigen oder ausliefern ist etwas anderes, als wenn man sie richtig bedienen kann im Geschäft.“ Gestern noch wurde neue Ware eingeräumt, ein wenig abgestaubt, und es wurden die Artikel so gestellt, dass sich den Besuchern ein einladendes Bild präsentiert.

Befürchtung, dass Corona-Testpflicht Kunden abhalten wird

Die Kunden, die ab heute erwartet werden, müssen ein negatives Corona-Testergebnis mitbringen. Juliane Munz fürchtet, dass das auch Kunden abhalten wird. Und, davon geht sie aus: „Das wird natürlich Diskussionen geben.“ Etwa, warum jener Kunde hineindarf, ein anderer aber nicht, obwohl er sich nicht krank fühlt und sich um einen Impftermin bemüht hat. „Das wird sicherlich für den Handel eine Herausforderung“, sagt Juliane Munz. „Wir freuen uns“, betont sie, verschweigt aber nicht: „Wir wissen nicht, was uns erwartet.“

Einfache Testmöglichkeit ohne Anmeldung dort, wo eingekauft wird

Im Uhren- und Schmuckgeschäft Berghold wurde gestern noch emsig vorbereitet, wurden Vitrinen und Schmuck geputzt und umdekoriert. Ab Dienstag werden mit Blick auf die Umstellung für die Mitarbeiter wieder Kunden im Laden begrüßt. Schon wurden sich viele Gedanken gemacht, damit alle Regeln beachtet werden und das Tagesgeschäft gut gelingt. Für die Kunden wurde zudem ein Infoblatt bereitgelegt.

Kerstin Berghold-Nuding ist auch Dritter Vorstand beim Handels- und Gewerbeverein und schaut über ihr Geschäft hinaus auf die Situation. „Man macht sich schon Gedanken, dass man das Ganze zum Laufen bringt.“ Eine einfache Testmöglichkeit, findet sie, „ist die beste Form“, ohne Anmeldung. „Dann wird es auch angenommen.“ Am besten dort, wo die Leute auch einkaufen.

„Natürlich, wir warten ja sehnsüchtig darauf“: Ab heute kann man auch im Schuhhaus Höfer wieder im Geschäft einkaufen, und für Christine Höfer ist’s keine Frage, von Anfang an mit dabei zu sein. Gestern noch liefen die letzten Vorbereitungen, damit alles für den ersten Tag passt: Es wurde möglichst viel von dem bereitgestellt, „was wir denken, was die Kunden jetzt suchen“, erzählt die Fachfrau. „Es wird sich am ersten Tag herausstellen, wonach die Kunden gucken“, zeigt sich Christine Höfer

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