Welzheim

Einmal um die ganze Welt: Was die neue Sonderschau im Museum Welzheim bietet

Modellhäuser
Jens Boy mit einem von ihm gebauten Miniaturmodell der Kathedrale Notre-Dame in Paris. © Gabriel Habermann

„Einmal um die ganze Welt“: Der alte Schlager von Karel Gott benennt den Wunsch vieler. Doch hat nicht jeder, dem Liedtext folgend, die Taschen voller Geld. Macht nichts. Im Museum in Welzheim kann man derzeit auch ohne Reichtümer auf Reisen gehen und berühmte Gebäude aus aller Welt bestaunen. Im Miniaturformat nämlich.

Man muss also nicht mit einem Taxi nach Paris, um beim Schlager zu bleiben, um den Eiffelturm zu sehen. Im Kleinen geht das auch in Welzheim. Die Kathedrale Notre-Dame in Paris lässt sich ebenso anschauen wie etwa die Freiheitsstatue von New York, eine Stadtansicht von Venedig, die Basilius-Kathedrale in Moskau, das Weiße Haus in Washington oder das Opernhaus in Sydney.

Zu verdanken ist die kleine „Weltausstellung“ Jens Boy. Der langjährige Ober in Blessings Landhotel in Berglen-Lehnenberg ist der Erbauer der Miniaturmodelle, die er mit Bausätzen erschaffen hat. Die bezieht er von verschiedenen Herstellern über das Internet. Während der Pandemie-Zeit hat der Gastronomie-Profi an den kleinen Schmuckstücken gearbeitet. „Es war eine Co-Produktion von Corona und mir“, erzählte der 52-Jährige bei einem Rundgang mit der Presse mit einer Prise Humor von der Zeit, die auch mit Schließungen für die Restaurants verbunden war.

Eindrucksvolle, aber fragile Modelle: „Es ist alles nur gesteckt“

Mit seinem Hobby machten auch die Gäste des Restaurants des Berglener Hotels Bekanntschaft: Die Modelle wurden zum Beispiel auf Tischen, die wegen der Corona-Auflagen nicht besetzt werden durften, gezeigt und bildeten einen Blickfang.

Zahlreiche Stücke wurden im Mai in einer Ausstellung beim SSV Steinach-Reichenbach gezeigt. Diethard Fohr, engagiert für den Berglener Sportverein und für Heimatgeschichte, kennt wiederum Günter Brecht vom Historischen Verein Welzheimer Wald sowie das Museum in Welzheim, und so kam die Sonderausstellung in der Limes-Stadt zustande.

Vorsichtig wurden die eindrucksvollen, aber fragilen Modelle, die Jens Boy Diethard Fohr geschenkt hat, ins Welzheimer Museum gebracht. „Es ist alles nur gesteckt“, verriet Jens Boy.

Auf großen Kreuzfahrtschiffen als Restaurantsteward zur See gefahren

Viele der gezeigten Bauten hat er übrigens schon im Original gesehen. „Das meiste kenne ich.“ Weit in der Welt herumgekommen ist er nämlich schon durch seinen Beruf. Der Thüringer, Boy stammt aus Erfurt, hat in Markdorf nahe dem Bodensee gearbeitet sowie in Düsseldorf. Und er ist auf großen Kreuzfahrtschiffen als Restaurantsteward zur See gefahren, auf der „Arkona“, der „Berlin“ sowie auf der „Donauprinzessin“ als Flussschiff.

„Ist man über Nacht in New York, geht man auf jeden Fall nicht ins Bett“

Wo Jens Boy schon überall gewesen ist? In Asien und Australien war er nicht. Aber in Afrika, Nord- und Mittelamerika, Grönland, Island, im Mittelmeer, in Norwegen, St. Petersburg, er war auf Nord- und Ostsee unterwegs. Das alles erzählt er ganz bescheiden. Und als das Gespräch darauf kommt, dass so eine Kreuzfahrt für den Gast sicher ein Vergnügen, für die Mitarbeiter aber harte Arbeit ist, stimmt Jens Boy keineswegs Klagen an. Ja, 14 Stunden habe der Tag mindestens gehabt, aber: „Man ist jung“, blickt er zurück und unterstreicht die Möglichkeiten, die diese Arbeit bietet: „Ist man über Nacht in New York, geht man auf jeden Fall nicht ins Bett.“

Wieder an Land zurückgekehrt, führte ihn sein Berufsweg ins Schlosshotel Oberstotzingen und nach Berglen in Blessings Landhotel, wo Jens Boy 22 Jahre lang geblieben ist. Inzwischen arbeitet er in einem Hotel in Marbach.

Vielfalt kennzeichnet nicht nur seinen Berufsweg, sondern auch sein Hobby. Boy hat nicht nur Gebäude aus aller Welt nachgebaut, sondern auch schon Schiffsmodelle und Objekte aus dem Fantasy-Genre, die aber nicht in Welzheim gezeigt werden.

Die Sonderausstellung „Berühmte Gebäude aus aller Welt“ im Miniaturformat ist noch bis zum 8. Januar im Museum in Welzheim zu sehen. Und ein bisschen Fernweh, zugegeben, ist inklusive.

„Einmal um die ganze Welt“: Der alte Schlager von Karel Gott benennt den Wunsch vieler. Doch hat nicht jeder, dem Liedtext folgend, die Taschen voller Geld. Macht nichts. Im Museum in Welzheim kann man derzeit auch ohne Reichtümer auf Reisen gehen und berühmte Gebäude aus aller Welt bestaunen. Im Miniaturformat nämlich.

{element}

Man muss also nicht mit einem Taxi nach Paris, um beim Schlager zu bleiben, um den Eiffelturm zu sehen. Im Kleinen geht das auch in Welzheim. Die Kathedrale

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper