Welzheim

Einsturzgefahr: Zwei Gebäude müssen abgerissen werden

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Dient noch als Obdachlosen- und Flüchtlingsunterkunft: Die Gschwender Straße 12. Fotos: Ellwanger © ZVW/Mathias Ellwanger
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Schon seit längerer Zeit nicht mehr bewohnt ist die Gschwender Straße 10 (rechts im Bild hinter dem Bauzaun).

Welzheim.
Undichte Dächer, abgestürzte Dachziegel, Wasser, das dadurch ins Innere gelangt – und die Frage, ob das Gelände aus Sicherheitsgründen abgesperrt werden muss: Die beiden städtischen Gebäude in der Gschwender Straße 10 und 12 und das landwirtschaftliche Nebengebäude befinden sich in einem beklagenswerten Zustand. Der Verbindungsbau ist seit einigen Wochen zudem einsturzgefährdet. Durch das offene Dach ist viel Wasser eingedrungen.

Da die Gebäude zusammenhängen und verschachtelt konstruiert wurden, ist das ganze Areal, auf dem sich früher der Farrenstall befand (also der gemeindeeigene Zuchtbulle gehalten wurde) von dieser Gefahr betroffen. Und weil nicht ausgeschlossen werden kann, dass abenteuerlustige Kinder und Jugendliche sich dort in Gefahr begeben, hat die Stadt nun entschieden, die beiden Gebäude abzureißen. Sie vorerst zu sichern, sei auf dem Areal nur schwer und unzureichend möglich, so die Begründung.

Ein Erhalt schien ebenfalls nicht mehr sinnvoll. Der angrenzende Fußweg ist bereits seit einiger Zeit nicht mehr nutzbar. Zu groß ist die Gefahr, hier von herabfallenden Dachplatten getroffen zu werden. Außerdem sind in den Gebäuden asbesthaltige Stoffe verbaut.

Der Bauausschuss des Gemeinderats hat nun einstimmig beschlossen, die Abbrucharbeiten an eine Spraitbacher Firma zu vergeben; und dafür außerplanmäßige Ausgaben in Höhe von 55 000 Euro genehmigt. Geld, das dank höherer Zuweisungen vom Bund bei der Umsatzsteuer in der kommunalen Kasse auch vorhanden ist.

In einem der Gebäude sind noch zwei Personen gemeldet

Offiziell sind in der Gschwender Straße 12 noch zwei Personen gemeldet. Das Haus, wird bislang zur Unterbringung von Obdachlosen und Flüchtlingen genutzt. Die beiden Männer hätten dort zwar noch ihre Meldeadresse, berichtete Bauamts-Mitarbeiter Jan Wölfl, seien aber „eher nicht da“, würden nur sporadisch auftauchen.

Die Gschwender Straße 10 ist bereits seit einem Brand vor einigen Jahren nicht mehr mehr genutzt worden. Beide Gebäude stehen also mehr oder weniger leer. Noch vor Weihnachten soll mit dem Abriss begonnen werden.

Was danach mit dem Areal geschehen soll, ist noch unklar. Es war in diesem Herbst in der Diskussion als möglicher neuer Standort für die Mediathek. Doch das ehemalige Radgeschäft am Feuersee bewerteten Stadt und Gemeinderat als deutlich günstigere und bessere Alternative. Bis die Nachnutzung geklärt ist, sollen auf dem Gelände zehn bis 15 zusätzliche innenstadtnahe Parkplätze entstehen.

Das sagen die Gemeinderäte

Die Räte begrüßten die Pläne der Verwaltung. „Es macht Sinn, das zu entfernen und etwas Gutes zu planen“, sagte Erika Müller (CDU). Sebastian Buhl (Freie Wähler) bat darum, den großen Baum an der Gschwender Straße möglichst zu erhalten.

SPD-Rätin Alexandra Veit gab zu bedenken, dass es für Ärger sorge, wenn die Parkplätze wieder wegfallen – und warf in den Raum, dass man dort interimsmäßig auch einen Schulgarten errichten könne.

„Dieser Effekt ist da“, sagte Thomas Bernlöhr zu dem von Veit prophezeiten Ärger, „aber Parkplätze zu verwehren würde wohl noch mehr Unmut nach sich ziehen“, so des Bürgermeisters Vermutung.

Pirat Philip Köngeter bedauerte, dass die Gebäude jetzt abgerissen werden müssen. Parkplätze seien aus seiner Sicht keine schlechte Zwischenlösung. Dann solle aber auch mit einem Schild darauf hingewiesen werden, dass es sich nur um Interims-Parkplätze handle.

Für „keine schlechte Anregung“ hielt das Bürgermeister Bernlöhr, allein ihm fehlt der Glaube, dass dies etwas nütze. Den Abriss indes fand auch Bernlöhr schade. „Der Farrenstall hat Geschichte.“ Doch die Stadt werde leider nicht alles Historische erhalten können – zumal Gebäude in einem solch schlechten Zustand.

Welzheim.
Undichte Dächer, abgestürzte Dachziegel, Wasser, das dadurch ins Innere gelangt – und die Frage, ob das Gelände aus Sicherheitsgründen abgesperrt werden muss: Die beiden städtischen Gebäude in der Gschwender Straße 10 und 12 und das landwirtschaftliche Nebengebäude befinden sich in einem beklagenswerten Zustand. Der Verbindungsbau ist seit einigen Wochen zudem einsturzgefährdet. Durch das offene Dach ist viel Wasser eingedrungen.

Da die Gebäude

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