Welzheim

Endlich wieder Kinderbasar: Organisationsteam des Welzheimer Fördervereins Kinderhaus Pfarrstraße nimmt für den Corona-Infektionsschutz ordentlich Mehraufwand auf sich

Kinderboerse
Es kann losgehen: Harriet Adams-Eßwein (links), die Erste Vorsitzende des Fördervereins Kinderhaus Pfarrstraße, und Corinna Fritz, die Elternbeiratsvorsitzende, mit Plakat, Kinderkleidern und -schlafsäcken vor der Justinus-Kerner-Halle. © Zuehr

Tatsächlich: ein Kinderbasar. So manche Eltern gucken zweimal auf die Plakate, die der Welzheimer Förderverein Kinderhaus Pfarrstraße verteilt hat. Gehörten die Termine der Frühjahrs- und Herbstbasare und -börsen in der Stadt und der Umgebung für viele Mütter und Väter einst fix in den Kalender, so hat Corona seit März das gesellig-günstige Einkaufsgeschehen für den Nachwuchs weitgehend ausgebremst.

Doch: „Wir wagen es“, sind sich Harriet Adams-Eßwein, die Erste Vorsitzende des Fördervereins, und Corinna Fritz, Elternbeiratsvorsitzende des Kinderhauses, einig. Vorgaben und Abläufe haben sie und das rund zehnköpfige Kernteam der Organisatoren durchdacht, mit der Stadt und der Polizei gesprochen, abgewogen und geplant.

Kinderbasar: Organisation auch ohne Virus kein Kinderspiel

Einen Kinderbasar zu organisieren, ist auch ohne Virus kein Kinderspiel. Verkäufer brauchen Nummern, der Termin muss bekanntgemacht werden, der Verkaufsort verfügbar sein, Helfer müssen angefragt werden, und so weiter. Ist es endlich soweit, geht es richtig rund: Die Sachen müssen entgegengenommen, gesichtet und sortiert, Auf- und Abbau bewältigt, die Kassen bedient, die Abrechnung erledigt werden. Aufsicht, Küchendienst, Kaffee- und Kuchenverkauf, Spülen und die Auszahlung der Umsätze wollen erledigt sein. Bis zum Schluss der Besen geschwungen war, war es schnell 20.30 Uhr, so Corinna Fritz.

Wie spät es wohl heute beim Basar wird? Um 7.30 Uhr jedenfalls wird ein Laster an der Justinus-Kerner-Halle erwartet, der Kleiderständer liefert, die Helfer nehmen die Arbeit auf. Corona bringt zusätzliche Aufgaben mit sich. Denn da gehen die Organisatoren keine Kompromisse ein. „Sicherheit geht vor“, betont Corinna Fritz, für Besucher und Helfer. Dafür wird einiges getan. Die Justinus-Kerner-Halle wird in ganzer Größe genutzt, um die Tische mit entsprechendem Abstand zu stellen. Ein- und Ausgang werden getrennt. Kuchen und Welzheimer-Tannen-Waffeln gibt’s nur im Außer-Haus-Verkauf. Den Kaffee kocht man sich daheim. Hätten die Veranstalter vor Ort bewirten wollen, hätten sie die Adressen der Besucher erfassen müssen. So bleibt’s bei einer Verkaufsveranstaltung.

Die immer noch genug Augenmerk erfordert. Etwa darauf, dass nicht mehr als 100 Käufer gleichzeitig in der Halle stöbern. Das soll pragmatisch mit Wäscheklammern gehandhabt werden, die die Gäste bekommen. „Wir müssen wissen, wie viele Leute drinnen sind“, so Corinna Fritz. Entsprechend wird dann der Einlass reguliert. Damit sich das Besucheraufkommen entzerrt, öffnet der Basar eine Stunde länger als bisher, nämlich bis 17 Uhr.

Fünf Kassen sollen rattern, Helfer darauf achten, dass Masken getragen und Abstände eingehalten werden. Der Mund-Nasen-Schutz gilt als Pflicht. Wer ihn vergessen hat, kann vor Ort einen kaufen. Wer eine Befreiung hat, braucht ein Attest mit negativem Corona-Testergebnis, das maximal 48 Stunden alt ist. Markierungen auf dem Boden sollen helfen, die Abstände einzuhalten. Desinfektionsmittel stehen bereit, das für die Hände haben Welzheimer Apotheken gespendet. „Am Eingang kriegt jeder einen Spritzer in die Hand.“ Flächendesinfektionsmittel sowie Putztücher hat der Förderverein angeschafft. Auch auf dem „stillen Örtchen“ gibt es Vorsichtsmaßnahmen: Nur zwei Personen können es gleichzeitig aufsuchen.

„Die Leute freuen sich auch, dass wieder etwas stattfindet“

Die Veranstalter haben sich also viele Gedanken gemacht, saßen öfter zusammen und standen regelmäßig in gutem Kontakt mit der Stadtverwaltung, berichten Harriet Adams-Eßwein und Corinna Fritz. Zum Erfolg der Maßnahmen müssen letztlich die Kunden selbst beitragen. „Wir müssen natürlich auch darauf hoffen, dass die Besucher vernünftig sind.“ Doch die beiden Vorsitzenden wissen: „Die Leute freuen sich auch, dass wieder etwas stattfindet.“

Dass sich die Organisatoren so viel Mühe geben, dafür zollt Uwe Lehar, persönlicher Mitarbeiter des Bürgermeisters, Respekt und Anerkennung. „Man sieht, landauf, landab werden sie abgesagt, weil die Organisatoren den Aufwand scheuen“, weiß er über Kinderbasare und -bedarfsbörsen.

Ein Kinderbasar ist immer auch ein soziales Projekt, das die Umwelt und den Geldbeutel von Familien schont. Ein Teil der Erlöse kommt zudem dem städtischen Kinderhaus Pfarrstraße zugute. Der Förderverein finanziert davon, was sich das Kinderhaus besonders wünscht. Mit dem Vorjahreserlös wurden Musikinstrumente angeschafft, der Turnraum besser ausgestattet, es gab einen Ausflug und ein Geschenk für Vorschüler sowie einen Einkauf für jede Gruppe für besondere Wünsche.

Info

Der sortierte Kinderbasar öffnet heute, Samstag, 10. Oktober, von 14 bis 17 Uhr in der Justinus-Kerner-Halle, Rienharzer Straße 51, in Welzheim seine Pforten. Einlass für Rollstuhlfahrer und Schwangere besteht ab 13.30 Uhr.

Tatsächlich: ein Kinderbasar. So manche Eltern gucken zweimal auf die Plakate, die der Welzheimer Förderverein Kinderhaus Pfarrstraße verteilt hat. Gehörten die Termine der Frühjahrs- und Herbstbasare und -börsen in der Stadt und der Umgebung für viele Mütter und Väter einst fix in den Kalender, so hat Corona seit März das gesellig-günstige Einkaufsgeschehen für den Nachwuchs weitgehend ausgebremst.

Doch: „Wir wagen es“, sind sich Harriet Adams-Eßwein, die Erste Vorsitzende des

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