Welzheim

Energie-Krise im Welzheimer Wald: Müssen Schüler bald mit Decken zur Schule?

MaskenpflichtHuy
Müssen die Schüler, wie hier in der Bürgfeld-Gemeinschaftsschule in der Corona-Krise, nach den Masken mit Decken im Winter in die Schule kommen? © Gaby Schneider

Müssen sich die Schülerinnen und Schüler im Welzheimer Wald nach der Maskenpflicht für den kommenden Winter nun auf warme Decken und Handschuhe in den Klassenzimmern der Schulen oder in den Räumen der Kindergärten einstellen?

Vorsorglich wurde zum Beispiel beim Elternabend in der Spraitbacher Grundschule, dem Nachbarort von Alfdorf, darauf hingewiesen, Decken mitzubringen, sollte es aufgrund der Energiesparmaßnahmen zu kalt in den Klassenräumen werden. Wird dies auch in Welzheim, Alfdorf und Kaisersbach bald der Fall sein oder müssen die Kinder mit Handschuhen das Schreiben und Rechnen lernen und so versuchen, einen Stift zu halten? Was sagen die Bürgermeister aus Welzheim, Alfdorf, Kaisersbach und Spraitbach zu ihrer Energiesparpolitik in der jeweiligen Kommune?

Welzheim

Die Diskussion im Gemeinderat am Dienstagabend drehte sich um die von der Stadt Welzheim selbst zu entscheidenden Fragen, nicht um die Festsetzungen der Verordnung des Wirtschaftsministeriums. Sie hat ergeben, dass die bereits vorgenommene Absenkung der Temperatur im Lehrschwimmbecken die Grenze dessen darstellt, was gegenüber den schwimmen lernenden Kindern oder Wassergymnastik machenden Senioren vertretbar ist. Nachdem die konkrete Aussteuerung der Heizung sowie der Raumtemperaturen insbesondere im Schulzentrum aufgrund des Alters der Heizanlage nicht gradgenau möglich ist, hat sich der Gemeinderat entschieden, auch dort auf einen Beschluss von solchen zu verzichten. Stattdessen wurde die Absenkung der Temperatur in Schulen, Kindergärten, Sport- und Veranstaltungshallen „in einem verträglichen Rahmen“ beschlossen.

Kaisersbach

„Auch wenn an anderer Stelle im Land oder auf der Welt teilweise weiterhin Energie in großen Mengen verschleudert wird, sollten wir trotzdem im eigenen Bereich mit gutem Beispiel vorangehen. Es hilft ja nicht, wenn wir in unserer Gesellschaft darauf warten, bis andere den Anfang machen“, erklärt Bürgermeister Michael Clauss. „Wichtig ist mir aber, dass nicht nur aus Aktionismus wahllos Lampen ausgeschaltet werden oder genutzte Räume im wahrsten Sinne des Wortes kalt gestellt werden. Die Sicherheit, also Beleuchtung, die Gesundheit – Raum- und Wassertemperaturen – sollten im Vordergrund stehen. Auch finde ich es wichtig, dass wir in der dunklen Jahreszeit weihnachtliche Elemente in Maßen beleuchten können, um unser Leben nicht völlig dunkel zu stellen. So wollen wir die Kirche bei einzelnen weihnachtlichen Aktivitäten beleuchten.“ In Kaisersbach wurde ein Maßnahmenkatalog erstellt, der auch in den anderen Kommunen so ähnlich aussieht:

  • Grundsätzlicher Aufruf an Bürgerschaft, Unternehmen und Einrichtungen: eigenverantwortlicher sensibler Umgang mit Ressourcen wie Energie, Strom, Trinkwasser.
  • Die Gemeinde Kaisersbach hat selbst kurzfristig einige Maßnahmen umgesetzt: Für die öffentlichen Gebäude wurde die Wassertemperatur für die Heizung vorsichtig gesenkt. Das weiterhin notwendige Lüften für die Luftqualität sollte als Stoßlüften durchgeführt werden (kein Dauerlüften).
  • Idealerweise sollte mit angepasster Kleidung auf die Herbst- und Winterzeit reagiert werden, gerade auch in Nutzräumen. „Deswegen muss niemand in Schule oder Kindergarten mit Mantel und Handschuhen sitzen. T-Shirt und mollige Wärme müssen aber auch nicht sein“, so Bürgermeister Michael Clauss.
  • Das Rathaus wird Schließtage für eine längere Absenkung der Temperatur nutzen.
  • Für Warmwasser (Duschen etc.) wurde die Kesseltemperatur nochmals geringfügig abgesenkt auf den Mindestwert von 60 Grad Celsius. Eine weitere Absenkung ist nicht mehr möglich, da ansonsten ein Risiko für Legionellen entstehen würde.
  • Für die Beleuchtung wird noch stärker darauf geachtet, die jeweils notwendigen Lampen nur für die erforderliche Zeit einzuschalten.
  • Bei der Straßenbeleuchtung gibt es schon bisher eine Nachtabschaltung. Die Schaltung und die Steuerung der Straßenbeleuchtung erfolgen technisch bedingt über ganze Quartiere, ein Ausschalten von einzelnen Lampen ist somit nicht ohne weiteres möglich. Die Fassadenbeleuchtung der evangelischen Kirche ist nun grundsätzlich ausgeschaltet.
  • Der Christbaum am Rathaus wird auch dieses Jahr mit einer stromsparenden LED-Beleuchtung geschmückt und wird per Zeitschaltuhr nachts abgeschaltet. Die Auflistung ist nicht abschließend und wird sicherlich immer wieder erweitert. „Mittelfristig werden wir bei der Gemeinde Kaisersbach auch den verstärkten Einsatz von zum Beispiel Photovoltaikanlagen prüfen. Ebenfalls soll die Umrüstung auf LED-Beleuchtung vorangetrieben werden“, so Clauss.

Alfdorf

In Alfdorf werden die Schulen und Kindergärten bei den Energiesparmaßnahmen bewusst herausgenommen. Heißt also, es bleibt so wie jeden Winter, was die Temperaturen in den Räumen betrifft. „Das liegt daran, dass wir an den Schulen und Kindergärten in Alfdorf fast überall mit Hackschnitzel und Öl heizen. Außerdem halten wir es für kritisch, Kindern nach dieser Corona-Zeit, die ja auch wieder kommen kann, noch zusätzlich mit kalten oder kälteren Zimmern etwas zumuten zu müssen“, so Bürgermeister Ronald Krötz. Die Voraussetzungen in Alfdorf, auch ohne Gas über den Winter zu kommen, sind also andere als in den Nachbargemeinden, „aber natürlich werden auch wir überall Energie sparen, wo es möglich und sinnvoll ist in den öffentlichen Gebäuden und Räumen“, so Krötz.

Spraitbach

In Spraitbach erklärt Bürgermeister Johannes Schurr: „Da wir in Spraitbach in allen öffentlichen Gebäuden Gas als Energieträger einsetzen, sind auch Kindergarten, Kleinkindbetreuung und Grundschule betroffen. Eine kurzfristige Umstellung auf Heizöl ist zwar in der Mache, die Umsetzung allerdings auf der Kippe. Es kann an vielen Faktoren noch scheitern.“ Während der letzten zwei Jahre mussten die Kinder laut Schurr einiges in Kauf nehmen und ertragen. „Nicht alles ist ganz ohne Schäden vorbeigegangen, aber unsere Kinder waren großartig und tapfer. Es ist meiner Meinung nach die Aufgabe der Erwachsenen, jetzt alles in Kauf zu nehmen, was es an Sparmöglichkeiten gibt, damit unsere Kleinsten nicht wieder einen Winter lang großartig und tapfer sein müssen. Wir werden in der kommenden Gemeinderatssitzung darüber reden, welche Maßnahmen wir beibehalten und was wir noch ergänzen können. Wenn es hart auf hart kommt, hoffe ich, dass Eingriffe in die geschützten Bereiche ausbleiben. Wenn das nicht geht, werden wir schauen, dass wir uns auf weniger Gebäude reduzieren, um einzelne dann heizungstechnisch aufzugeben.“

Dabei sollte man dann schon realistisch bleiben und feststellen, „dass Grundschülerinnen und Grundschüler, die zum Beispiel die korrekte Stifthaltung und Schreibbewegungen noch lernen müssen, das kaum in der dicken Jacke schaffen werden“. Die Folgen daraus kenne man ja aus den Pandemiewintern. „Von daher gilt für mich als wichtigster Grundsatz: Gas sparen, sparen, sparen. Unter 20 Grad soll die Raumtemperatur in den Schulen, Kindergärten und öffentlichen Gebäuden aber nicht sinken.“

Müssen sich die Schülerinnen und Schüler im Welzheimer Wald nach der Maskenpflicht für den kommenden Winter nun auf warme Decken und Handschuhe in den Klassenzimmern der Schulen oder in den Räumen der Kindergärten einstellen?

Vorsorglich wurde zum Beispiel beim Elternabend in der Spraitbacher Grundschule, dem Nachbarort von Alfdorf, darauf hingewiesen, Decken mitzubringen, sollte es aufgrund der Energiesparmaßnahmen zu kalt in den Klassenräumen werden. Wird dies auch in Welzheim,

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