Welzheim

Erasmus-Projekt in Welzheimer Realschule durch Corona gebremst: Kontakt nur über Internet möglich

Erasmus
Kontakt unter Schülern in verschiedenen europäischen Ländern ist derzeit noch übers Internet möglich. © privat

Corona zieht sich derzeit durch unser ganzes Leben. Es gibt fast keinen Bereich, der nicht von der Pandemie betroffen oder zumindest tangiert ist. Die Schulen haben trotz Präsenzunterricht viele Einschränkungen hinzunehmen. Das betrifft zum Beispiel auch das Erasmus-Projekt der Welzheimer Realschule zusammen mit anderen Schulen in Europa. Kontakt ist derzeit nur übers Internet möglich und nicht persönlich. Alle geplanten Termine für den persönlichen Kontakt liegen auf Eis oder sind bereits verfallen.

Schwerpunktthema ist die Vermeidung von Plastik

"Erasmus+" ist das Programm für Bildung, Jugend und Sport der Europäischen Union. In Erasmus+ werden die bisherigen EU-Programme für lebenslanges Lernen, Jugend und Sport sowie die europäischen Kooperationsprogramme im Hochschulbereich zusammengefasst. Es gewährt finanzielle Unterstützung unter anderem für schulische Projekte. An der Kastell-Realschule haben sich Lehrer und Schüler für das Schwerpunktthema Plastik entschieden.

Ahoj! Hola! Hey! Hallo! - Es war eine freudige Begrüßung mit aufgeregtem Schnattern und lauten Jubelschreien, mit der sich alle Schülerinnen und Schüler des neuen "Erasmus+"-Projekts zum ersten Mal online trafen.

In diesem Schuljahr starteten interessierte Schülerinnen der Klassenstufe 8 mit den Lehrerinnen Larissa Horst und Sylvia Hüneke das zweijährige "Erasmus+"-Projekt „Plastics? – No, thanks! Plastic in our everyday life“. Vier Schulen aus vier Ländern in Europa sind beteiligt. Diese Schulen liegen in Schweden, Spanien, Tschechien und Deutschland. Das Ziel des Projekts besteht darin, die Schülerinnen und Schüler aller Schulen, aber auch deren Eltern und Freunde für das Thema „Plastik und Umweltverschmutzung“ zu sensibilisieren. Nachdem die Schüler zunächst die „Plasticgang“ gegründet hatten, entwarfen sie an den Erasmus-Days 2020 T-Shirts und planten das Online-Treffen mit den anderen Schülern in Europa. Jeder sollte sich vorstellen.

Bei der aufgeregten Stimmung der rund 50 beteiligten Schülerinnen und Schüler war natürlich zu erwarten, dass alles recht chaotisch ablief. Alle wollten gleichzeitig was sagen – auf Englisch natürlich. Das nächste Online-Treffen ist für den 15. Dezember geplant, dann hoffentlich etwas weniger chaotisch.

Das geplante Treffen in Schweden fällt aus

Im Februar nächsten Jahres wollten sich die Vertreter der beteiligten Schulen in Schweden treffen. Das ist schon einmal komplett gestrichen. Die Reisekosten wären über die europäischen Gelder des Erasmus-Angebots finanziert worden. Bereits vor eineinhalb Jahren hatte die Schule über Erasmus eine Bildungsreise für Lehrer nach Finnland finanziert, um das Schulsystem in diesem Land kennenzulernen.

Dort sind zum Beispiel die Klassen viel kleiner als in Deutschland. Alle Kinder besuchen von der 1. bis zur 9. Klasse Gemeinschaftsschulen. Abschluss ist in der Sekundarstufe II mit einem Abitur oder einer Berufsausbildung.

Über eine spezielle Plattform im Internet können sich die beteiligten Schulen des Erasmus-Projekts ständig austauschen. In Welzheim trifft sich die Gruppe "Erasmus+" alle zwei Wochen.

So gingen die Schülerinnen und Schüler im Rahmen des letzten Treffens in Welzheim in mehrere Geschäfte und versuchten, möglichst plastikfrei einzukaufen. Dabei wurden auch die Preise verglichen. Im Anschluss wurden aus den mitgebrachten Zutaten in der Küche der Schule Burger hergestellt. Die Berichte und Erfahrungen bei dieser Aktion werden dann für alle Schüler der beteiligten Schulen auf die Internet-Plattform gestellt. „Die Aktion ist auch bei den Eltern auf großes Interesse gestoßen“, freut sich Sylvia Hüneke. Zusammen mit dem Schulleiter Dr. Peter Beck und Konrektor Julian Mihajlovic hofft sie, dass diese Aktion auch positive Auswirkungen auf das Einkaufsverhalten im Elternhaus hat.

Trotz Corona wird bereits für die kommenden Jahre geplant: "Erasmus+" ermöglicht Europäerinnen und Europäern, im Ausland zu lernen, zu studieren, sich weiterzubilden, Berufserfahrung zu sammeln oder Freiwilligenarbeit zu leisten. "Erasmus+" läuft bis 2020 und wird fortgesetzt. Die EU-Kommission hat den Aufruf zur Akkreditierung für das Nachfolgeprogramm von "Erasmus+" ab 2021 bereits veröffentlicht.

Weitere Reisen sind bereits geplant

"Erasmus+" Schulbildung ab 2021 setzt das erfolgreiche "Erasmus+"-Programm fort. Gefördert werden Fortbildung für Lehrer im europäischen Ausland, Hospitationen und eigenes Unterrichten an Partnerschulen und für Schülerinnen und Schüler gibt es Einzel- wie Gruppenaustausch sowie Partnerschaftsreisen.

Die geplante Reise der Welzheimer Kastell-Realschule im Herbst nächsten Jahres nach Tschechien ist noch nicht gestrichen. Und im Frühjahr 2022 soll es nach Spanien gehen. Man darf zumindest hoffen, dass bis dahin wieder ein Stück Normalität eingekehrt ist und ein solcher Schüleraustausch wieder möglich ist. Denn Europa lebt von der persönlichen Begegnung.

Corona zieht sich derzeit durch unser ganzes Leben. Es gibt fast keinen Bereich, der nicht von der Pandemie betroffen oder zumindest tangiert ist. Die Schulen haben trotz Präsenzunterricht viele Einschränkungen hinzunehmen. Das betrifft zum Beispiel auch das Erasmus-Projekt der Welzheimer Realschule zusammen mit anderen Schulen in Europa. Kontakt ist derzeit nur übers Internet möglich und nicht persönlich. Alle geplanten Termine für den persönlichen Kontakt liegen auf Eis oder sind bereits

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