Welzheim

Fünf Bushaltestellen in Welzheim werden barrierefrei - Kaisersbacher und Alfdorfer müssen noch warten

Bushaltestelle Kirchplatz
Die Bushaltestellen am Kirchplatz wurden im Zuge der Straßensanierung barrierefrei umgebaut. © Mathias Ellwanger

Bis 2022 sollte eigentlich der gesamte öffentliche Nahverkehr in Deutschland barrierefrei sein. So hatte es der Bundestag vor sieben Jahren im Personenbeförderungsgesetz festgelegt. Dass dieses Ziel noch erreicht werden kann, ist unrealistisch. Doch es tut sich etwas auf dem Welzheimer Wald.

In sechs Jahren soll die Mehrheit barrierefrei sein

Vier Bushaltestellen im Stadtgebiet von Welzheim sind bereits barrierefrei, darunter zwei in der Schorndorfer Straße sowie zwei am Kirchplatz, die im Zuge der Straßensanierung jüngst umgebaut wurden. Fünf weitere werden voraussichtlich noch in diesem Jahr folgen. So hat es der Welzheimer Gemeinderat beschlossen. Bis 2027 sollen 17 weitere folgen.

In einem ersten Schritt sollen ab Herbst die zwei Haltestellen in Breitenfürst an der Stuttgarter Straße auf Höhe der Bäckerei Wiedmaier, die zwei Haltestellen am Gottlob-Bauknecht-Platz sowie die Haltestelle im Schulzentrum barrierefrei werden. Dafür sind Kosten in Höhe von rund 140.000 Euro vorgesehen, wovon 70 Prozent das Land übernimmt. Die Ausschreibung ist jetzt gestartet. Ziel ist es, so Bauamtsleiter Ralph Hägele, die fünf Haltestellen noch dieses Jahr umgebaut zu bekommen.

Komplette Barrierefreiheit wird es nicht geben

Alle 69 Bushaltestellen im Stadtgebiet, von denen 50 in der Zuständigkeit von Welzheim sind, können aber nicht barrierefrei werden, betont Hägele. „Da sind auch viele Haltepunkte darunter, bei denen ein Umbau schlicht keinen Sinn macht.“ Auch gebe es Haltestellen, die nicht umgebaut werden können, weil sie sich an einer Einfahrt befinden oder Parkplätze in der Nähe sind. Das gelte für 19 Haltestellen, so hat es die Stadt errechnet. „Bis 2027 sind wir mit den Bushalten, deren Umbau sinnvoll ist und die auch sinnvoll umzubauen sind, wahrscheinlich durch“, sagt Hägele.

Natürlich werde der Umbau auch im Zuge von Straßenbaumaßnahmen geschehen, „das haben wir eigentlich immer irgendwo auf dem Schirm. Jede Straßenbaumaßnahme touchiert das, da hat der Gesetzgeber schon ziemlich starke Weichen gestellt.“

Gschwender Straße wird ab Herbst saniert

Konkret wird es etwa, ebenfalls voraussichtlich diesen Herbst, wenn die Sanierung der Gschwender Straße beginnt. Diese Baumaßnahme ist ein Gemeinschaftsprojekt des Wasserverbands Menzlesmühle (dem die Wasserleitungen gehören), des Landes (das für die Straße zuständig ist) und der Stadt (die für Gehwege und Bushaltestellen zuständig ist). Zwei Haltestellen werden in diesem Zuge saniert.

Ein separates Konzept soll es noch für den Busbahnhof geben, sagt Hägele, „weil der ganze Bahnhof überplant wird“. Konkrete Pläne könnten womöglich noch dieses Jahr im Gemeinderat vorgestellt werden. Eventuell könnte im kommenden Jahr dann mit der Umsetzung begonnen werden.

Doch ab wann gelten eigentlich Bushaltestellen als barrierefrei? Dann, wenn sie eine Bordsteinhöhe von mindestens 18 Zentimetern haben. Nur so ist ein stufenloser, barrierefreier Zugang von den Wegen und in den Bus selbst möglich. Nötig ist des Weiteren eine ausreichende Rangierfläche für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen. Bekommen müssen sie zudem Leitstreifen und Bodenelemente, um sehbehinderten Menschen den Einstieg zu erleichtern.

Kaisersbach profitiert von Sanierung der Landesstraße am Ebniseekreisel

Bis 2022, so viel ist sicher, werden die wenigsten Kommunen dieses Ziel erreichen. In Kaisersbach beriet Ende März im Rahmen der Fortschreibung des Nahverkehrsplans der Gemeinderat über das Thema.

Der Tenor lautete damals, dass sich die Gemeinde einen zügigen Umbau schlicht nicht leisten kann. Und es wie im Falle von Welzheim auch nicht überall Sinn mache. Denn in Kaisersbach befinden sich viele Haltestellen auf freier Strecke, teils ohne Zuwegung. Und bei den innerörtlichen Haltestellen sieht sich die Gemeinde - trotz der großzügigen Zuschüsse - vor finanzielle Herausforderungen gestellt. Barrierefreiheit im Busverkehr könne es in der Gemeinde daher nur schrittweise geben.

Für das laufende Jahr seien im Haushalt keine Mittel eingeplant, sagt Bürgermeisterin Katja Müller auf unsere Nachfrage. Auch gebe es bislang in der Gemeinde noch keine barrierefreien unter den 37 Bushaltestellen. Es sollen aber die innerörtlichen Bushaltestellen in der Hauptstraße und der Welzheimer Straße als eine der ersten umgerüstet werden. Darüber müsse jedoch zunächst der Gemeinderat entscheiden.

Immerhin: Im Zuge der Baumaßnahmen rund um den Ebniseekreisel bekommt Kaisersbach demnächst zwei barrierefreie Bushaltestellenpaare. Das Regierungspräsidium erneuert hier gerade den Belag des Ebniseekreisels sowie der Landesstraße 1150 zwischen dem Kreisel und der Abzweigung der Kreisstraße 1802. In diesem Zuge baut das Land auch die Haltestellen um.

Barrierefreie Halte an der Ortsdurchfahrt in Alfdorf

Ebenfalls noch nicht barrierefrei sind die Bushaltestellen in Alfdorf. Zuletzt hat die Gemeinde vor zwei Jahren eine Erhebung über den Zustand der Haltstellen gemacht und rund 70 auf dem weit verzweigten Gemeindegebiet gezählt. Barrierefrei werden gerade die Haltestellen in der Ortsdurchfahrt, die schrittweise saniert und dazu ab Montag, 14. Juni, wieder voll gesperrt sein wird. „Im Moment gibt es sonst noch keine konkreten Pläne für Umbauten“, sagt Bauamtsleiter Henry Mauer.

Bis 2022 sollte eigentlich der gesamte öffentliche Nahverkehr in Deutschland barrierefrei sein. So hatte es der Bundestag vor sieben Jahren im Personenbeförderungsgesetz festgelegt. Dass dieses Ziel noch erreicht werden kann, ist unrealistisch. Doch es tut sich etwas auf dem Welzheimer Wald.

In sechs Jahren soll die Mehrheit barrierefrei sein

Vier Bushaltestellen im Stadtgebiet von Welzheim sind bereits barrierefrei, darunter zwei in der Schorndorfer Straße sowie zwei am

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