Welzheim

Für die ganze Stadt ein Verlust

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Pfarrer Markus Eckert von der evangelischen Kirchengemeinde Welzheim verlässt nach neun Jahren die Stadt und wechselt im neuen Jahr zur evangelischen Kirchengemeinde Oeffingen. © Stütz / ZVW

Welzheim. Ein Verlust für die Stadt und die evangelische Kirchengemeinde Welzheim. Nach neun Dienstjahren wechselt Pfarrer Markus Eckert im neuen Jahr zur evangelischen Kirchengemeinde Oeffingen. Die Verabschiedung findet am 19. Februar in einem feierlichen Gottesdienst statt.

Video: Pfarrer Markus Eckert verlässt Welzheim.

Der 43-jährige Markus Eckert ist verheiratet und hat eine neunjährige Tochter Emma und einen siebenjährigen Sohn Jann. „Wegen der Kinder hat es sich angeboten, jetzt zu wechseln, die Alternative wäre gewesen, zehn Jahre länger zu bleiben“, so Markus Eckert. Deshalb habe er sich schon einige Zeit nach einer Stelle umgeschaut und relativ kurzfristig eine in dem Fellbacher Stadtteil gefunden.

Der Kontrast ist groß: Welzheim ist größtenteils evangelisch, Oeffingen größtenteils katholisch. Die anderen beiden Fellbacher Stadtteile Schmiden und Fellbach sind ebenfalls überwiegend evangelisch. „Ich bin im katholischen Umfeld in Edelfingen bei Bad Mergentheim aufgewachsen. Edelfingen ist überwiegend evangelisch, das Umfeld überwiegend katholisch.“

In Welzheim war eine pfarrerarme Zeit zu bewältigen

Vor neun Jahren war Markus Eckert als Nachfolger des ausgeschiedenen Pfarrers Dieter Hecht nach Welzheim gekommen, und das zu einer turbulenten Zeit. Außer Dieter Hecht war zuvor schon der langjährige geschäftsführende Pfarrer Eberhard Braun in den Ruhestand gegangen. Und diese großen Lücken waren nicht einfach zu schließen. Der Nachfolger von Eberhard Braun, Jürgen Ebert, wurde frühzeitig versetzt, weil die Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde nicht funktioniert hat. Für die Kirchengemeinde war dies laut Markus Eckert ein Trauma. Eine weitere pfarrerarme Zeit in Welzheim war deshalb zu bewältigen, bis die Stelle mit dem heutigen geschäftsführenden Pfarrer Markus Frasch besetzt wurde.

Laut Pfarrer Markus Eckert hat diese schwierige Zeit Spuren bei ihm hinterlassen, die zu einem komplizierten Bandscheibenvorfall führten. Eine OP war nötig und langwierige Reha-Maßnahmen.

Die Ökumene liegt ihm am Herzen

Der Termin 19. Februar 2017 für den Abschiedsgottesdienst berührt ihn sehr. An diesem Tag endet nämlich die Ökumenische Woche. „Die Ökumene liegt mir am Herzen.“ Deshalb kann sich Eckert an diesem Tag auch als Vorsitzender des Arbeitskreises Christlicher Kirchen (ACK) von dessen Mitgliedern verabschieden. „Die Arbeit im Arbeitskreis hat richtig Spaß gemacht.“

Markus Eckert ist in Welzheim noch Pfarrer für den Seelsorgebezirk West in Welzheim und damit auch geschäftsführender Pfarrer der Filialgemeinde Rienharz (Gemeinde Alfdorf). Er freut sich darüber, dass das Konzept für das Kirchenkino in der St.-Barbara-Kirche aufgegangen ist. „Es ist eine kleine Sache, die schön geworden ist.“ Ein Höhepunkt war das Jubiläumsfest 540 Jahre St.-Barbara-Kirche mit dem Liederkranz. Gern denkt Eckert an den Karfreitagsgottesdienst vor zwei Jahren in der St.-Gallus-Kirche zurück, der trotz Rundfunkübertragung sehr gut funktioniert hat. Als fast schon eine Stimmung wie beim Kirchentag beschreibt der 43-jährige den Gottesdienst im Festzelt beim letzten Heimattag im Jahr 2015.

Ein Anliegen des ehemaligen Rundfunkpfarrers war und ist die Jugendarbeit. Beim Konfirmandenunterricht und beim Konfirmandengottesdienst legt der Pfarrer Wert darauf, dass sich die jungen Menschen mit Ideen und Gestaltungsvorschlägen selbst einbringen. „Das ist dann kein klassischer Gottesdienst.“ Verantwortlich ist Markus Eckert in Welzheim auch für die Diakoniestelle, die zu einem großen Teil aus Spenden finanziert ist.

Wechsel als neue Herausforderung verstehen

In Oeffingen kann der neue Pfarrer in dieser Hinsicht dann noch einiges auf den Weg bringen. Die Jugendarbeit ist dort erst im Aufbau, einen CVJM, der in Welzheim sehr aktiv ist, gibt es in Oeffingen noch nicht.

Der neue Auftrag umfasst eine Stelle, einen weiteren Kollegen gibt es in der 2000 Mitglieder zählenden Kirchengemeinde nicht. Deshalb versteht Markus Eckert den Wechsel auch als eine neue Herausforderung, die er sich stellt.

Zur Person

Markus Eckert wurde 1973 in Würzburg geboren und wuchs in Edelfingen in der Nähe von Bad Mergentheim auf.
Nach dem Theologiestudium in Tübingen, Göttingen und Arhus (Dänemark) arbeitete er als Redaktionsassistent bei der Pressestelle der Württembergischen Landeskirche und war Vikar in Köngen (Landkreis Esslingen).
Die ersten beiden Jahre seines unständigen Dienstes war er mit 50 Prozent im Rundfunkpfarramt und mit 50 Prozent als Religionslehrer am Saliergymnasium in Waiblingen beschäftigt.
Am 1. November 2007 trat Markus Eckert seine neue Stelle in Welzheim an.