Welzheim

Flohmarkt in Eckartsweiler: Glitzer, Glas und bunter Krempel

Flohmarkt
Kleidung secondhand kaufen: Gut für die Umwelt ist das allemal. © Benjamin Büttner

Gegen 11.15 Uhr vormittags sind die Parkplätze am Gasthaus „Tannenbaum“ in Eckartsweiler bereits Mangelware. Das Angebot an Plätzen für die Flohmarkt-Stände auf der grünen Wiese war schon Tage zuvor ausgeschöpft. Und das Wetter ist für den Markt geradezu ideal - kein Regen, stattdessen blauer Himmel, eine angenehme Brise und nicht zu heiß.

„Traaak-tor!“, sagt ein Dreikäsehoch mit Strohhütchen. Der Papa zückt bereits das Portemonnaie, da zeigt der Kleine anstatt auf den Spielzeugtrecker direkt vor seiner Nase auf eine Pappschachtel mit Puzzle. Kurzzeitige Verwirrung bei den Eltern. „Des isch no zu schwer für dich“, meint die Mutter. „Traaak-tor!“, kommt es wieder. Vielleicht will er also doch das Spielzeug haben …

„Das“, sagt die Dame an dem Trödelstand schräg gegenüber, „sind echte Swarovski-Kristalle“ und meint die Ohrboutons, die so verführerisch blau im Sonnenschein glitzern. Und nein, fünf Euro sind bestimmt nicht zu viel für den Schmuck, „schließlich geht der ganze Erlös unserer Verkäufe an den Tierschutz, gell?“ Am Ende werden es nicht die blauen Ohrboutons, sondern violette Ohrhänger. Gleicher Preis, genauso schön.

Auf diesem Flohmarkt gibt es (fast) nichts, was es nicht gibt. Geschirr und Glaswaren von rustikal bis fein, allerlei Tönernes und aus Keramik, das viel zu viele Jahre ungenutzt in irgendwelchen Schränken versauert ist und heute ans Tageslicht darf. Modeschmuck, auf Tüchern verlockend zurechtarrangiert, säuberlich in Paaren aufgereihte Kinderschuhe, bereits zusammengestellte Kleiderpakete, nach Größen sortiert. An vielen Ständern flattern Röcke, Shirts und Hosen; wer gern gebraucht (und damit nachhaltig) kauft, wird hier bestimmt fündig.

Eine Schneidemaschine für Super-8-Filme

Wofür benutzt man eine Schneidemaschine für Super-8-Filme? „Na ja, zum Schneiden der Filme halt“, meint der fachkundige Göttergatte und erinnert sich mit einem nostalgischen Schmunzeln, dass es in der Firma, wo er einstmals Schriftsetzer und Grafikdesign gelernt hat, auch so was gab. Er weiß sogar noch, wie’s funktioniert, und acht Euro sind ein Spitzenpreis - nur gibt es heute kaum noch Super-8-Filme, wenn überhaupt.

Und das, was da aussieht wie drei Orgelpfeifen, das sind tatsächlich welche. Was macht man denn bloß damit? Das weiß der bärtige Verkäufer mit dem Rauschebart und dem verschmitzten Grinsen auch nicht so genau - „aber die eine“, erklärt er, „die klingt fast wie ein Kuckuck.“

Ein Vesper mit selbst gebackenem Kuchen, frischen Waffeln, Steaks oder Würstchen, dazu Kaffee, Softdrinks und Bier kann man aber immer brauchen - auch, um sich nach der Shoppingtour zu stärken. Und danach weiter zu den wahren Flohmarktklassikern - Bücher. Die gibt’s wirklich fast überall. Krimis, Familiensagas, Thriller, Liebesromane, sogar als CD-Hörbücher für ganz kleines Geld. Aus einem Pappkarton gräbt der Gatte gar zwei Krimis von Simone Dorra - ein zarter Stich für die Autorenseele, wenn man sich unversehens quasi auf dem Grabbeltisch wiederfindet. „Nee“, meint der Verkäufer beruhigend, „die sind einfach zurück in den Kreislauf gegangen. Und wenn die einer mitnimmt und gut findet, dann will er vielleicht alles von Ihnen kaufen und lesen.“

Da hat er eigentlich recht.

Gegen 11.15 Uhr vormittags sind die Parkplätze am Gasthaus „Tannenbaum“ in Eckartsweiler bereits Mangelware. Das Angebot an Plätzen für die Flohmarkt-Stände auf der grünen Wiese war schon Tage zuvor ausgeschöpft. Und das Wetter ist für den Markt geradezu ideal - kein Regen, stattdessen blauer Himmel, eine angenehme Brise und nicht zu heiß.

„Traaak-tor!“, sagt ein Dreikäsehoch mit Strohhütchen. Der Papa zückt bereits das Portemonnaie, da zeigt der Kleine anstatt auf den

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