Welzheim

Freibadatmosphäre und Feriengefühle an Ebnisee und Aichstrutsee

AichstrutMaihitze
Zum ersten Mal in diesem Jahr: Badebetrieb am Aichstrutsee. © Gaby Schneider

Gerade eben noch gab es Nachtfröste und die Tage waren ungemütlich kalt. Die Vorhersage, dass am Muttertag 27 Grad Celsius zu erwarten sind, stieß daher eher auf ungläubige Skepsis. Aber pünktlich am Sonntagmorgen ist die Luft mild, der Himmel wolkenlos – und alles macht sich auf zu den Badeseen im Welzheimer Wald.

Alles darf man dabei getrost wörtlich nehmen. Auf den Parkplätzen am Ebnisee sind Nummernschilder aus Stuttgart, Esslingen, Ludwigsburg und sogar aus Tübingen zu entdecken. Unweit des Hotelrestaurants „Himmelreich“ hat das Ordnungsamt Welzheim Sperren errichtet und reguliert den Parkverkehr. „Wir sind wirklich voll hier“, meint Kai-Olaf Müller, „aber wir haben gestern einen Probelauf gemacht. Und für die Motorräder haben wir Extra-Plätze geschaffen, die hätten sich sonst hier überall zwischen die Autos gedrängt.“

Und dann funktioniert das mit den Sicherheitsabständen nicht mehr; schließlich gelten noch immer die Corona-Regeln. „Aber hier ist genügend Platz“, meint Müller gelassen, „die Leute müssen ja nicht miteinander kuscheln.“

Picknick am Seeufer, Pommes und Burger vom Imbiss

Das tun sie auch nicht, aber sie sind in großen Scharen unterwegs. Eine Familie hat am Seeufer eine Picknickstelle aufgeschlagen, komplett mit Windschutz, Kugelgrill und Cevapcici. Andere verteilen sich in angemessenem Sicherheitsabstand auf den Liegewiesen oberhalb des Wassers oder gehen auf den Wegen spazieren. Ein junges Pärchen radelt am Imbiss des Hotelrestaurants „Himmelreich“ vorbei. „Oh - hier gibt es Burger!“, sagt sie sehnsüchtig und so erstaunt, als sei ein offener Imbiss in den Zeiten der Pandemie dasselbe wie der Topf Gold am Ende des Regenbogens. Ein älteres Paar wartet auf Pommes mit Mayo und Ketchup und Currywurst. Als das Gewünschte über die Theke gereicht wird, meint der Mann freundlich: „Das geht aber schnell bei euch!“

Sie haben dieses Jahr nicht zum ersten Mal wieder auf, sagt Volker Reich, und heute sei das Geschäft „ganz gut“. Die Tische und Bänke neben der Essensausgabe sind noch abgesperrt. Klappt das denn beim Essen mit den 50 Metern Abstand? „Klar“, sagt er. „Die laufen dann einfach da hinten in den Wald hinein und setzen sich auf die Baumstümpfe.“

Die Parkplätze am Aichstrutsee sind ein Spiegelbild derer am Ebnisee – nur ohne Ordner und Absperrungen (jedenfalls nachmittags um Viertel vor drei). Das knallrote, alte Mercedes-Cabrio, das schon dort einen Platz gesucht hat, steht jetzt hier auf der Wiese, umgeben von zahllosen Familienkutschen und vereinzelten Wohnmobilen. Wer nach oben auf die Deichkrone steigt, dem kommt es plötzlich so vor, als hätte eine launische Fee die Leute aus einem ungemütlich kühlen Frühling mitten in den Hochsommer versetzt. Hier herrscht eine Atmosphäre wie in den Ferien und eine Geräuschkulisse wie im Freibad.

Aichstrutsee: Genügend Platz und Abstand für alle

Schlauchboote treiben auf dem See, erste Schwimmer wagen sich in das noch ziemlich kalte Wasser, Volleyballspieler pritschen und baggern auf dem Sandplatz, und Decken liegen auf der Wiese, belegt mit Besuchern in Badesachen und ausgestattet mit Kühltaschen. Auch hier ist (noch) genügend Platz und Abstand für alle.

„Leider soll es bloß heute so schön sein“, meint eine junge Frau im schwarzen Bikini bedauernd, und lächelt trotzdem in den strahlend blauen Muttertagshimmel. „Dann muss man’s halt ausnutzen, solange es geht.“

Gerade eben noch gab es Nachtfröste und die Tage waren ungemütlich kalt. Die Vorhersage, dass am Muttertag 27 Grad Celsius zu erwarten sind, stieß daher eher auf ungläubige Skepsis. Aber pünktlich am Sonntagmorgen ist die Luft mild, der Himmel wolkenlos – und alles macht sich auf zu den Badeseen im Welzheimer Wald.

Alles darf man dabei getrost wörtlich nehmen. Auf den Parkplätzen am Ebnisee sind Nummernschilder aus Stuttgart, Esslingen, Ludwigsburg und sogar aus Tübingen zu entdecken.

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