Welzheim

Gmünder Footvolley-Spektakel in der Innenstadt vom 6. bis 8 August

Joel Nißlein
Joel Nißlein aus Berlin möchte bei der Footvolley-Europameisterschaft in Schwäbisch Gmünd eine Medaille holen. © Mario Klaiber

Für die Sportler, eben auch für die Sandplatzhelden des Footvolley-Sports, war die Corona-Zeit nicht einfach. Vor allem aber für den Berliner Joel Nißlein, der nach dem Rückzug von Mo Obeid sich mit dem Kirchheimer Lukas Kircherer im März 2020 einen jungen, ehrgeizigen neuen Teamkollegen ins Boot holte. „Wir starteten zusammen mit dem Training im März 2020, danach kam im April Corona“, berichtet der 34-Jährige, der mit Kircherer nun vom 6. bis 8. August auf dem Gmünder Johannisplatz um den Titel der Europameisterschaft kämpft. Wie das Training während der Lockdowns aussah, welche Ziele Deutschland I hat und wie groß die Vorfreude auf das Gmünder Footvolley-Publikum ist, darüber spricht Joel Nißlein im Interview.

Beschreibe die letzten eineinhalb Jahre aus Sicht des besten deutschen Footvolley-Spielers während der Corona-Pandemie. Was war möglich, was nicht?

Joel Nißlein: „Der erste Lockdown war sehr einschneidend für alle Menschen, auch für uns Footvolley-Spieler. Es gab eine große Verunsicherung im Sport. Der Sommer 2020 war dann wieder besser, da wir zumindest zusammen trainieren konnten und auch zwei deutsche Ranking-Turniere stattfinden konnten. Hier wurden Lukas und ich einmal Erster und einmal Zweiter. Viel schlimmer war jedoch der zweite Lockdown, denn Ende Oktober wurden einfach alle Sportstätten geschlossen. Bis Mai 2021 war nur individuelles Training oder Training mit Abstand möglich.“

Wie hat Joel Nißlein diese schwere Zeit dann genutzt, um zumindest fit zu bleiben?

„Ich habe viele neue Sportarten für mich gefunden, zum Beispiel habe ich intensiv im Fitnessbereich gearbeitet. Es gibt da einen Sandhügel im Berliner Grunewald, den ich dann sehr oft hoch- und runtergesprintet bin. Außerdem hatte ich Yoga neu für mich entdeckt, und wir konnten als Team zumindest unsere Technik an der Tischtennisplatte weiter verbessern. Hier war der Abstand gewahrt und dennoch konnte man mit dem Footvolley trainieren.“

Nun gab es vor kurzem das nächste deutsche Ranking-Turnier, auf dem sich das Duo Nißlein/Kircherer mit Platz eins auch das Trikot von Deutschland I bei der
Sparkassen-Footvolley-Europameisterschaft in Schwäbisch Gmünd sicherte. Wie war das Niveau nach dieser langen Pause?

„Ich bin sehr überrascht, dass das Niveau in Deutschland besser ist als vor der Corona-Pandemie. Viele Sportler hatten wohl die Zeit genutzt, intensiv an ihrer eigenen Technik, als auch dem Brustzuspiel, Kopfballspiel oder der Fußtechnik zu arbeiten. Vor allem die deutschen Teams Nummer fünf bis zwölf haben einen sehr großen Schritt nach vorne gemacht.“

Was zeichnet Lukas Kircherer aus?

„Lukas ist ein super Spieler. Er ist sehr motiviert und ehrgeizig. Er hat einen brutal starken Angriff mit dem Shark Attack, aber auch sein zweiter Ball ist klasse. Natürlich fehlt uns die Erfahrung, aber wir können bei der EM in Schwäbisch Gmünd unter die besten vier Mannschaften kommen. Klar ist Lukas mit seinen 23 Jahren jünger als Mo Obeid, aber wir werden für Überraschungen sorgen. Viel hängt auch davon ab, auf wen der erste Ball gespielt wird. Bisher war das immer ausgeglichen, denn Lukas ist sicher der stärkere Angreifer, wobei mein Angriffsspiel noch variabler und besser wurde.“

Was ist die Waffe von Joel Nißlein?

„Mein Kopfballspiel. Aber auch mit der Schulter habe ich nun viel mehr Möglichkeiten in meinem Angriffsspiel.“

Was ist das Besondere in Schwäbisch Gmünd auf der Playa de Gamundia?

„Gmünd hat nun einige Footvolley-Spieler, die regelmäßig trainieren. Außerdem hat Gmünd ein fachkundiges Publikum und wir kennen viele Menschen persönlich. Die Gmünder Atmosphäre ist einzigartig. 2017 hatte ich mit Mo ein klasse Turnier in Gmünd mit Bronze, 2018 fehlte ich wegen der Beachsoccer-Nationalmannschaft, 2019 musste ich mit einem gebrochenen Bein antreten, was sich aber erst Tage später herausstellte, dass mein Bein gebrochen war und 2020 fiel die Playa wegen Corona aus. Daher ist die Vorfreude nun riesig und wir als Deutschland I werden das Gmünder Turnier, was ja auch gleich die EM ist, auf jeden Fall genießen.“

Was ist das Ziel von Deutschland I?

„Wir können als Deutschland I ins Halbfinale kommen, die Top vier in Europa, das ist unser Ziel. Auch Deutschland II hat die Chance, ins Halbfinale einzuziehen. Und wer weiß, mit der Hilfe des tollen Gmünder Publikums ist vielleicht ein Podium und eine EM-Medaille drin. Top-Favorit ist für mich Israel, die auch seit Monaten schon wieder trainieren können und Turniere in Israel bestreiten.“

Info: Los geht es am Freitag um 16.30 Uhr bis 23 Uhr, Samstag von 9 bis 23 Uhr und Sonntag von 9  bis 20 Uhr.

Für die Sportler, eben auch für die Sandplatzhelden des Footvolley-Sports, war die Corona-Zeit nicht einfach. Vor allem aber für den Berliner Joel Nißlein, der nach dem Rückzug von Mo Obeid sich mit dem Kirchheimer Lukas Kircherer im März 2020 einen jungen, ehrgeizigen neuen Teamkollegen ins Boot holte. „Wir starteten zusammen mit dem Training im März 2020, danach kam im April Corona“, berichtet der 34-Jährige, der mit Kircherer nun vom 6. bis 8. August auf dem Gmünder Johannisplatz um den

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