Welzheim

Graffiti-Kunst in Welzheim: Ein Kontrast zu trüben Nachrichten

Graffiti
Cedric Schiele und Janosch Müller aus Welzheim wollen ihre Heimatstadt verschönern. © Privat

Das Welzheimer Graffiti-Künstlerprojekt geht in die zweite Runde. Nun ist auch vom Gemeinderat beschlossen, Cedric Schiele und Janosch Müller dürfen in die zweite Runde der Gestaltung verschiedener öffentlicher Flächen in Welzheim starten.

Janosch Müller und Cedric Schiele beschäftigen sich seit einigen Jahren mit Graffiti – mit Stil und Niveau und wesentlich höheren Ansprüchen als die üblichen Kritzeleien. Schon vor einer Weile traten Janosch Müller und Cedric Schiele an die Stadt Welzheim heran und boten ihre kreativen Ideen an. Die ersten Projekte wurden bereits in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung realisiert. Bei diesen Flächen wird es aber nicht bleiben.

Gemeinsam mit dem Stadtbauamt und dem Bereich Social Media/Öffentlichkeitsarbeit wurden neue öffentliche Flächen ermittelt und erste Ideen für diese Flächen abgestimmt. Im Gespräch sind unter anderem der Wasserturm, das Busbahnhofshäuschen und die Leinunterführung.

„Uns beide verbindet schon seit längerem das Interesse an Graffiti. Wir sind unabhängig voneinander und durch Bekannte auf diese Kunstform aufmerksam geworden. Wir haben seit über fünf Jahren noch immer nicht die Motivation und das Interesse an den bunten Wandbildern verloren. Der Bezug zu Graffiti verschafft einem eine andere Perspektive, was das Bild einer Stadt angeht, und durch Corona sind wir gegenwärtig beide wieder vermehrt in unserer Heimatstadt“, berichtet Cedric Schiele. Da fielen den beiden jungen Männern verschiedene Flächen ins Auge, welche eine Neugestaltung vertragen könnten. „So haben wir kurzerhand die Stadt Welzheim angeschrieben und einen Antrag für die Gestaltung von ein paar Flächen gestellt. Unsere Überlegung dabei war, dass gerade in dieser schweren Zeit ein paar bunte Flächen mit schönen Motiven den Leuten etwas Positives geben und einen Kontrast zu der eher trüben Nachrichtenlandschaft bilden könnten“, so Schiele.

Sehr enger Austausch zwischen Stadtverwaltung und Künstlern

Ein großer Teil der Gesellschaft habe oft nur einen schlechten oder gar keinen Bezug zu Graffiti. Dies stehe oft mit der illegalen Entstehung der unerwünschten Schmierereien in Zusammenhang. „Dieses Denken wollen wir auch versuchen zu ändern, da Graffiti viel mehr sein kann. Wir hoffen, dass Personen, die an unseren gestalteten Flächen vorbeilaufen, für ein paar Momente stehen bleiben, um diese genauer zu begutachten, und danach vielleicht sogar mit einem Lächeln weiterlaufen. Dann hat sich der Aufwand für uns gelohnt“, erklärt Janosch Müller.

Graffiti Skizze
Historische Elemente werden mit einfließen. © Privat

Bei den Motiven stehen die beiden Welzheimer Künstler in sehr engem Austausch mit der Stadtverwaltung, dabei wurden anfangs Wünsche und Ideen der Stadt geäußert, „die wir dann versuchten, mit unseren Ideen zu kombinieren“. Den Freiraum, den beide bei der Planung genießen durften, schätzen sie sehr. „Wir haben nun geschichtliche Themen von Welzheim aufgenommen, wie zum Beispiel die Römer. Zum anderen wurde Ortsspezifisches mit eingearbeitet, wie zum Beispiel bei dem Motiv für den Wasserturm. Hierbei sollen Risse in der Fassade illustriert werden und dahinter der Schriftzug ,Wasser ist Leben’ ins Wasser eintauchen“, so Schiele.

Da beide Graffiti-Künstler in der Vergangenheit eher auf die Gestaltung von Buchstaben fokussiert waren, sei es erfrischend, sich auch mit anderen Motiven und Gedanken zu beschäftigen, die so in dem Genre „Graffiti“ eine kleinere Rolle spielen. „Wir sind beide schon sehr gespannt, wie es die Tage weitergehen wird und wie die Flächen final aussehen werden. Wir hoffen, dass die Welzheimer großen Gefallen an den Arbeiten finden“, sagen Schiele und Müller unisono.