Welzheim

Hundekottüten, Hausabfälle und wilder Müll sorgen für Ärger auf dem Welzheimer Wald

Hundekotbeutel Mülleimer Hundekottüten
Auf dem Deckel statt im Mülleimer liegt dieser Hundekotbeutel. © Joachim Mogck

Ärgerlich: Hundebesitzer greifen vermehrt zu „kreativen“, aber leider unappetitlichen Methoden, um die Kotbeutel ihrer Lieblinge loszuwerden. Hundebesitzer sind eigentlich gut zu Fuß: bei Wind und Wetter unterwegs, hart im Nehmen, weder fußkrank noch lauffaul. Viele schaffen sich einen Hund an, damit sie rauskommen und ihre „1000 Schritte“ am Tag gehen. Wie kann es sein, dass ausgerechnet fleißigen Gassigehern ein paar Schritte zu einem Mülleimer zu viel sind? Ist es Bequemlichkeit oder die Macht der Gewohnheit? Jedenfalls werden immer wieder Hundekotbeutel statt in einem Mülleimer auf einem Deckel gefunden.

Das muss nicht sein: Nach Information des Bauhofs steht alle paar Meter der nächste offene Mülleimer „schon wieder in Sichtweite“. Ein Hundebesitzer hat sich bei der Welzheimer Zeitung gemeldet und wundert sich. „Die offenen Mülleimer sind von weitem zu erkennen an einem blauen Müllsack, trotzdem sind viele zu bequem und stellen ihren Müll auf dem Deckel ab.“

Es sind genügend Mülleimer vorhanden

Bauhofleiter Uwe Behnert registriert in letzter Zeit mehr Müll - in einer sonst eher müllarmen Zeit. Am Müllaufkommen lasse sich ablesen, dass die Leute mehr im Freien sind. Er appelliert: „Wenn am Stausee der eine oder andere Mülleimer verschlossen ist, bitte den nächsten nehmen, es sind genügend vorhanden. Dies spart dem Bauhof eine Menge Arbeit in der Zeit, wenn nicht so viele Mülleimer gebraucht werden.“

Nachfrage bei der Stadt Welzheim. Pressesprecher Uwe Lehar erklärt, warum am Stausee über die Wintermonate einige Mülleimer vom Bauhof verschlossen werden. „Es fällt weniger Müll an als über den Sommer, und so müssen Bauhofmitarbeiter nicht alle Mülleimer anfahren.“ Das spare Zeit und Kosten sowie blaue Müllsäcke. Ein weiterer Grund für die teilweise Schließung sei die Lage: Einige Mülleimer stehen mitten im Gelände und seien bei Nässe und Schnee schlecht zugänglich. Also lässt man sie geschlossen und spart sich die Müllentsorgung. Bisher seien in den Wintermonaten nie so viele überfüllte Mülleimer registriert worden wie im Sommer. Seit Corona falle zwar mehr Müll an, aber immer noch nicht so viel wie in den Sommermonaten.

Ein größeres Problem seien Falschparker, wenn die Parkplätze belegt sind. „Entlang enger Straßen ist es sehr schwierig, dass Rettungsfahrzeuge und landwirtschaftliche Fahrzeuge durchkommen“, macht Uwe Lehar auf einen Missstand aufmerksam. An den Wanderparkplätzen, weniger am Stausee, seien die Mülleimer oft auch mit Hausmülltüten gefüllt. „Für Hausmüll sind diese Mülleimer nicht gedacht“, sagt Lehar.

Warum Autositzbezüge im öffentlichen Papierkorb entsorgen?

Wilde Müllablagerung bleibt auch in Kaisersbach ein Dauerthema, weiß Bürgermeisterin Katja Müller, „sei es an den Standorten der Wertstoffcontainer oder auch bei den Papierkörben“. Ihrer Mail hängt die Bürgermeisterin Bilder an, die sie bei einem Abstecher zum Rodelhang gemacht habe.

Sie frage sich, warum Besucher ihren Müll nicht mit nach Hause nehmen, wenn sie sehen, dass die öffentlichen Mülleimer voll sind. „Ihre vollen Tüten konnten sie ja auch hertragen und diese waren bestimmt viel schwerer.“ Immer wieder ärgere sie sich über wilde Müllablagerungen: „Warum muss jemand (Auto)-Sitzbezüge in einem öffentlichen Papierkorb entsorgen?“

Eine Pflicht zur Aufstellung von öffentlichen Mülleimern oder Entsorgungsmöglichkeiten für Hundekot bestehe nicht, so Müller. „Sehr wohl besteht aber das Verbot, Müll in der freien Landschaft abzulagern, wie auch die Pflicht, Müll einer ordnungsgemäßen Verwertung zuzuführen.“ Die Menschen gehen mehr wandern und spazieren seit Corona. Sie sollten darum mehr Eigenverantwortung übernehmen, sonst werde das Problem „unerlaubte Müllentsorgung“ weiter bestehen. „Die Gemeinden schaffen durch das Aufstellen von öffentlichen Mülleimern ein Angebot, das viele auch so nutzen, wie es gedacht ist.“ Dadurch könne Müll ordnungsgemäß entsorgt und verwertet werden, zudem lasse sich nach Müllers Worten wilde Müllentsorgung und Vermüllung der Landschaft eindämmen und vermeiden. Sie erinnert daran: „Die unerlaubte Müllentsorgung ist bußgeldbewehrt und wird auch zur Anzeige gebracht. Leider ist der Müllsünder in den meisten Fällen nicht zu ermitteln.“

Der Hundebesitzer, dem der Missstand immer wieder bitter aufstößt und der sich an die Zeitung wandte, hält den Müllsündern immerhin eins zugute: „Zumindest ist es auf dem Mülleimer und nicht irgendwo auf dem Weg oder auf einer Wiese.“

Alfdorfs Bürgermeister Ronald Krötz ergänzt: „Zu den Hundekottüten möchte ich noch anmerken, dass ich als Hundehalter keinen Rechtsanspruch habe, dass alle paar Meter ein Mülleimer steht. Zu dem Leben als Hundehalter gehören auch die Schattenseiten, da machen es sich manche schon sehr bequem. Wofür ich übrigens null Verständnis habe, wenn der Kot mit einer Tüte eingesammelt wird und diese dann an den Wegesrand geworfen wird.“

Ärgerlich: Hundebesitzer greifen vermehrt zu „kreativen“, aber leider unappetitlichen Methoden, um die Kotbeutel ihrer Lieblinge loszuwerden. Hundebesitzer sind eigentlich gut zu Fuß: bei Wind und Wetter unterwegs, hart im Nehmen, weder fußkrank noch lauffaul. Viele schaffen sich einen Hund an, damit sie rauskommen und ihre „1000 Schritte“ am Tag gehen. Wie kann es sein, dass ausgerechnet fleißigen Gassigehern ein paar Schritte zu einem Mülleimer zu viel sind? Ist es Bequemlichkeit oder die

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