Welzheim

Im Einsatz für ein schmuckes Stadtbild: Ehrenamtliche in Welzheim aktiv

EhrenamtSauber
Gleich befreien die Mitglieder des Arbeitskreises „Saubere Stadt“ den Römer-Spielplatz von Müll und Abfall, und der Bürgermeister hilft ihnen dabei: Unser Bild zeigt Clemens Kuhn (von links nach rechts), Heinz Wohlfarth, Martin Marciniak, Bürgermeister Thomas Bernlöhr sowie Achim Buhl. © Gaby Schneider

Nässe und Kälte machen ihnen nichts aus, und ein kurzer Schneeregenschauer hält sie ebenso wenig davon ab, für Ordnung zu sorgen: Buchstäblich bei Wind und Wetter haben sich Mitglieder des Arbeitskreises „Saubere Stadt“ jüngst getroffen, um im und um den Stadtpark herum für Sauberkeit zu sorgen. Diesmal mit besonderer Verstärkung: Bürgermeister Thomas Bernlöhr zieht die Warnweste über und erhält Greifzange und Eimer. Nicht von ungefähr: Weil in diesem Jahr coronabedingt der Ehrenamts-Abend der Stadt wegfällt, will der Bürgermeister die ehrenamtlich Aktiven besuchen, ihnen für ihren Einsatz danken und auch gleich mal hören, ob irgendwo der Schuh drückt. Der Vormittag beim Arbeitskreis „Saubere Stadt“ markiert den Auftakt, weitere Gruppen folgen. Und einen besseren Eindruck bekommt man natürlich, wenn man gleich selbst ein bisschen mithilft.

Zwölf Männer und zwei Frauen gehören zum Team

Zu tun haben die fleißigen Schaffer vom Arbeitskreis „Saubere Stadt“ stets genug. Sie halten den Stadtpark sauber, den Poetenpfad, das Areal um die Wellingtonien, den Römer-Spielplatz, seit kurzem auch den neuen Spielplatz an der Kirche, zählt Achim Buhl, Sprecher des Arbeitskreises, Einsatzgebiete auf. Damit ist es jedoch noch nicht getan: Am Aichstrut-Stausee sammeln die Ehrenamtlichen Müll ein, sie kümmern sich außerdem um die Gedenkstätte am alten Friedhof. Zwölf Männer und zwei Frauen gehören zum Team, das seit 2002 mit über ein sauberes Stadtbild wacht.

150 000 bis 170 000 Beutel für den Hundekot

Dabei gewinnen die Aktiven allerlei praktische Erfahrungen: Für die Tüten an den sogenannten Dog-Stationen, wo Bellos Hinterlassenschaften entsorgt werden können, begrüßen sie zum Beispiel besonderes Material. „Man sieht die oft rumliegen.“ Da wäre es doch besser, wenn sich die Hülle so eines Hundekotbeutels mit der Zeit selbst auflösen würde, was wohl auch schon in der Entwicklung ist, weiß Achim Buhl. Es handelt sich ja nicht nur um einen Hund und dessen eines „Geschäft“: Mit 150 000 bis 170 000 Beuteln werden die 32 Welzheimer Dog-Stationen jährlich bestückt.

Wo erst mal etwas herumliegt, kommt leichter etwas dazu

Derzeit finden die Helfer des Arbeitskreises „wahnsinnig viele Masken und Taschentücher“. Dazu kommen Dosen, Flaschen, Pizzaschachteln. „Man kann nirgends in die Wirtschaft.“ Und natürlich zieht es zurzeit mehr Leute als sonst in den Welzheimer Wald. Doch der Großteil der Ausflügler verhält sich ordentlich, heißt es. „Es ist eine kleine Gruppe, die das macht“, ergänzt ein Arbeitskreis-Mitglied zu den Müll-Sündern.

Doch wo erst mal etwas herumliegt, kommt leicht etwas dazu. In einer sauberen Umgebung traut man sich weniger, Papier oder Zigarettenkippen einfach hinzuwerfen, da ist die Hemmschwelle höher. „Der Hebel ist nicht zu unterschätzen“, sagt Bürgermeister Thomas Bernlöhr.

Die Arbeitskreis-Mitglieder wissen, wo es hapert. An den Glas- und Papiercontainern etwa. „Da wird alles hingestellt.“ Stehen die noch dazu an unbefestigten Flächen, fällt es den Helfern mitunter schwer, Scherben und anderes aufzusammeln. Der Bürgermeister kennt das Problem, die Stellflächen sollen asphaltiert werden. Die Probleme an den Glascontainern seien eine Daueraufgabe.

Am Aichstruter Stausee hat die Stadt sehr viele Mülleimer aufgestellt, das erkennen die ehrenamtlichen Putzer an, und doch: Wenn sie dort ihre Runde drehen, kommt schon einiges zusammen.

Gut findet der Arbeitskreis, dass am Park neue Mülleimer mit Aschenbechern aufgestellt wurden. „Das ist eine ganz prima Sache.“

In solchen Fragen fungieren die Helfer als Tippgeber, lobt der Bürgermeister. „Wir sind da einfach dankbar.“ Solches Wissen aus der Praxis hilft auch, schon bei Planung und Bau von Einrichtungen zu vermeiden, dass es später Probleme mit der Sauberkeit gibt, meint Bernlöhr und weiß überhaupt das Engagement der Helfer zu würdigen.

Gut, ein paar Anregungen können die ehrenamtlichen Fachleute noch geben: Der Römer-Spielplatz ist ein toller Spielplatz, kommt auch bei Auswärtigen sehr gut an, vom Feenweg zieht er ebenso Besucher an, „Wahnsinn, was da an Leuten kommt“, da könne man ein Auge auf zusätzliche Mülleimer haben. Überhaupt, der Spielplatz: Da ist ein Rauchverbot sinnvoll. „Es ist ein Riesenproblem mit den Kippen“, sagt Achim Buhl. Die gehören nicht da hin, kleine Kinder sollten sie nicht in die Hand bekommen, und sie verunreinigen das Grundwasser. Die Hinweisschilder am Spielplatz sollten entsprechend geändert werden, regt der Arbeitskreis an. Wenn jemand fragt, wo so ein Verbot denn steht, und diskutiert, dann kann man darauf verweisen.

Werden solche Verbote noch wahrgenommen, wenn sich zu viele auf dem Schild drängen?

Erziehen weniger Mülleimer dazu, den Abfall selbst mitzunehmen? Die Runde fachsimpelt. Mitglieder des Arbeitskreises haben einen trainierten Blick fürs schmucke Stadtbild, mancher von ihnen hat, auch wenn er für sich mit dem Rad fährt, Eimer oder Sack dabei, für alle Fälle.

Auch Ausflüge macht der Arbeitskreis und hat zum Beispiel die Müllverbrennungsanlage in Stuttgart-Münster besichtigt.

Seitdem, erzählt Achim Buhl, hat er keine Gelbe Tonne mehr. Die Helfer sind sensibel geworden für das wichtige Thema, man tauscht sich auch in den sozialen Medien dazu aus, ein weites Feld für den Gedankenaustausch, bildet doch der Müll nicht zuletzt den Lebensstil der modernen Gesellschaft ab.

Doch für diesen Vormittag haben die Helfer genug sinniert, jetzt wird geschafft. Der Bürgermeister macht sich mit an die Arbeit.

Nässe und Kälte machen ihnen nichts aus, und ein kurzer Schneeregenschauer hält sie ebenso wenig davon ab, für Ordnung zu sorgen: Buchstäblich bei Wind und Wetter haben sich Mitglieder des Arbeitskreises „Saubere Stadt“ jüngst getroffen, um im und um den Stadtpark herum für Sauberkeit zu sorgen. Diesmal mit besonderer Verstärkung: Bürgermeister Thomas Bernlöhr zieht die Warnweste über und erhält Greifzange und Eimer. Nicht von ungefähr: Weil in diesem Jahr coronabedingt der Ehrenamts-Abend

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