Welzheim

Imker sind von ihrem Hobby fasziniert

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Eine Wabe mit Bienen ist zu sehen. Sie haben bereits den ersten Honig gesammelt. © Stütz / ZVW
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Eine Wabe mit Bienen ist zu sehen. Sie haben bereits den ersten Honig gesammelt. © Stütz / ZVW
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So sieht das Zuhause für die Wildbienen aus, dass der Imkerverein auf seinem Gelände aufgestellt hat. © Stütz / ZVW
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Jürgen Schäfer öffnet den Bienenstock. © Stütz / ZVW

Welzheimer Wald. Summ, summ, summ, Bienchen summ herum. Das nette Kinderlied kennt jeder. Genauso weiß jedermann, dass Bienen auch stechen können. Der Imkerverein Welzheimer Wald stellt das Hobby Imkerei und die fleißigen Honigsammler einem interessierten Publikum vor. Die Mitglieder wollen dabei ein Stück der Faszination vermitteln, die mit dieser Freizeitbeschäftigung verbunden ist.

Der Bezirksimkerverein Welzheimer Wald veranstaltet deshalb am Sonntag, 12. Juni, auf seinem Vereinsgelände in Alfdorf-Pfahlbronn im Hasenköhl einen Tag der offenen Tür. Beginn ist um 14 Uhr.

Seit 2010 hat der Bezirksimkerverein ein Teilgrundstück der ehemaligen Kläranlage in Pfahlbronn gepachtet. Von der Kläranlage blieb nur die Pumpenanlage übrig und das Betriebsgebäude. Die Mitglieder kommen dort regelmäßig zum Vereinsstammtisch zusammen und fachsimpeln über die Bienenhaltung. Es werden Referenten zu Vorträgen über die Bienenhaltung eingeladen, die an den aufgestellten Bienenkästen fachkundige Erläuterungen geben.

Leckere Honigsorte

  • Echter Deutscher Honig vom heimischen Imker ist eine Delikatesse. Besonders regionale Honigsorten sind sehr beliebt.
  • Regionaler Honig ist immer wie ein Abbild der nektar- und honigtauspendenden Pflanzen aus einer bestimmten Region, dies macht Honig aus Württemberg so unverwechselbar und besonders.
  • Frühtrachtenhonig: Darunter versteht man Honig aus der ersten Schleuderung im Frühjahr, die in der Regel im Mai stattfindet. Er setzt sich aus dem Nektar der früh blühenden Pflanzen wie Löwenzahn oder den verschiedenen Obstbaumarten etc. zusammen. Meistens beginnt mit diesem leckeren Genuss das Honigjahr.
  • Blütenhonig stammt aus einer Vielzahl von verschiedenen Blüten, so z. B. von Wiesenblumen, Sträuchern und Bäumen, aber auch Himbeere oder Brombeeren sind bei den Bienen beliebte Nektarspender. Entsprechend dem örtlichen Blütenangebot reicht die Farbe des Blütenhonigs von Hellgelb bis Dunkelgelb oder Gelblich-Braun. Auch im Geschmack ist Blütenhonig besonders facettenreich.
  • Sommertrachthonig ist die Vielfalt des Sommers, meistens eine Mischung aus Nektar und Honigtau. Die Färbung ist meist kräftig-gelb bis braun. Diesen Honig findet man auch unter dem Begriff „Wald- und Blütenhonig“.
  • Waldhonig: Diese Köstlichkeit gewinnen die Bienen aus dem Honigtau verschiedener Baumarten. Dadurch ist er besonders reich an Mineralstoffen. Man erkennt ihn an seinem würzigen Geschmack und seiner bräunlichen Färbung.
  • Tannenhonig: Eine absolute Spezialität, schon deswegen weil ihn der Imker meist nur im Abstand mehrerer Jahre ernten kann und es nicht in jedem Wald auch Tannen gibt. Aber auch sein kräftig-würziges Aroma und seine dunkelbraune bis schwarzgrüne Farbe machen den Tannenhonig so außergewöhnlich.

In Eigenleistung Gebäude und Gelände hergerichtet

Die Vereinsmitglieder haben das Gebäude, das ehemalige Betriebsgebäude der früheren Kläranlage) und das Grundstück in Eigenleistung für ihre Bedürfnisse renoviert und hergerichtet. „Wir freuen uns nun, im Rahmen eines Tags der offenen Tür den Besuchern das Vereinsgelände zu zeigen“, so Schriftführer Heinrich Lindauer im Vorfeld der Veranstaltung.

Fachkundige Imker werden den Besuchern die Bienenhaltung und die Honigproduktion erläutern. Anhand von Informationstafeln werden die Beziehung Biene-Mensch-Natur und auch die Probleme der heutigen Bienenhaltung dargestellt. Vereinsmitglieder bieten Honig und Honigprodukte zum Verkauf an. Verschiedene Honigsorten stehen zum Probieren bereit. Fürs leibliche Wohl sorgen die Vereinsmitglieder. Die Anfahrt zum Vereinsgelände ist ausgeschildert.

Zu der Überfamilie der Bienen gehören neben den Honig- auch die Wildbienen mit insgesamt etwa 20 000 Arten. Die meisten leben einzeln. Manche bilden auch Staaten wie die Honigbienen oder die Hummeln. Zu sehen ist deshalb auf dem Vereinsgelände auch ein Wildbienenstand.

Im Februar 1906 war der „Bezirksimkerverein Welzheimer Wald e. V.“ in Kaisersbach gegründet worden. Der Verein ist dem Landesverband Württembergischer Imker e.V. in Stuttgart angeschlossen.

Vorsitzender des Vereins war seit 2001 Albrecht Müller vom Vaihinghof. Er hat inzwischen aus beruflichen Gründen sein Amt zur Verfügung gestellt. Stellvertreter ist seit 2004 Dr. vet. Wolfgang Hipp aus Brend, er hat mittlerweile die Vereinsleitung kommissarisch übernommen.

Ziele des Vereins sind die Durchführung von Anfängerkursen, Bekämpfung von Varroatose und anderen Bienenkrankheiten, Weiterbildungsveranstaltungen, Beratung und Unterstützung der Mitglieder sowie Aufklärung über die Bedeutung der Bienenzucht.

An die Bienen

Bienen! Immen! Sumseriche!
Wer sich je mit euch vergliche,
der verdient, dass man ihn töte!
Dass zumindest er erröte!
Denn, wie ihr in Tal und Berg schafft
Ohne Zutun der Gewerkschaft,
ohne daß man euch bezahle,
ohne Streik und Lohnspirale,
täglich, stündlich drauf bedacht,
dass ihr für uns den Honig macht,
ihr seid´s wert, dass man euch ehre!
Wobei vorzuschlagen wäre,
ob nun alt ihr, ob Novizen,
euch von heute ab zu siezen!
Unser Dank, unser Applaus
säh in etwa dann so aus:
„Sehr geehrte Honigbienen!
Wir Verbraucher danken Ihnen!“
(Heinz Erhard)