Welzheim

Impftruck in Welzheim: Endlich der ersehnte Pieks

Impftruck
Auch Irmgard Göhringer bekommt im Impftruck die Impfung gegen das Coronavirus. © ALEXANDRA PALMIZI

Auf dem Parkplatz an der Eugen-Hohly-Halle gibt’s, was alle wollen: die Impfung gegen das Coronavirus. Ein kleiner Piks, eine wichtige Premiere in der Limesstadt: Der Impftruck, der seine Tour durch den Landkreis begonnen hat, macht hier Station.

Der lange, 23 Tonnen schwere weiße Sattelschlepper beherbergt zwei komplett ausgestattete Arztpraxen. Eigentlich für große Katastrophenszenarien wie Ebola-Ausbrüche konzipiert, kommt er nun für die Corona-Impfungen vor Ort zum Einsatz. Nur vier solcher Fahrzeuge gibt es in der Bundesrepublik, „einen haben wir umfunktioniert zum Impftruck“, sagt Gerd Holzwarth, Dezernent im Landratsamt.

Falls Impfstoff übrig ist, ruft das Team Senioren von der Warteliste an

Zwei Tage macht der rollende Medizinstützpunkt in Welzheim Station und ermöglicht täglich 120 Senioren über 80 Jahren die ersehnte Erstimpfung. Vielleicht noch einigen mehr. „Wir haben noch Puffer“, weiß Gerd Holzwarth. Ein, zwei Ampullen gehören zur Reserve vor Ort. Eine Ampulle entspricht sechs Dosen Impfstoff, wenn jemand viel Geschick hat, sogar sieben. Falls Impfstoff übrig ist oder ein angemeldeter Senior seinen Termin nicht wahrnimmt, werden Kandidaten auf der Warteliste der Impfwilligen kurzfristig, aber rechtzeitig angerufen. „In Murrhardt war nichts übrig“, so der Dezernent zu den Vakzinmengen beim Auftakt des Impftrucks.

Doch bevor der so wichtige Impfstoff in den Körper gelangt, wird sichergestellt, dass ihn diejenigen bekommen, die das wollen und sollen. Im Foyer der Eugen-Hohly-Halle empfangen Mitarbeiter der Stadtverwaltung die älteren Welzheimer, die das Glück hatten, einen der begehrten Impftermine zu erhalten. Wichtige Vorarbeit hat das Rathausteam bereits vorab am Telefon erledigt, hat Termine vereinbart, die Registrierung übernommen und ist einen Fragebogen mit den Senioren durchgegangen.

Lächelnde Helfer: Hier kann etwas gegen das Virus getan werden

Diese Vorbereitung kommt den Helfern nun in der Eugen-Hohly-Halle zupass und spart Zeit. Alle drei Minuten, so hat Bürgermeister Thomas Bernlöhr ausgerechnet, kann im Impftruck ein Impfwilliger den Arm reichen, um das Vakzin zu erhalten. So ist die Stimmung zwar betriebsam, aber nicht hektisch. Ein Lächeln liegt auf den Gesichtern vieler Helfer. Hier kann etwas gegen das Coronavirus getan werden, ganz konkret, endlich, hier können Menschen wieder Menschen helfen, direkt und persönlich.

Ein jüngerer Auswärtiger würde nach Hause geschickt

Mit den nötigen Sicherheitsvorkehrungen. Fieber wird gemessen, Desinfektionsmittel stehen bereit, alle tragen Masken, die Wege sind als „Einbahnstraßen“ gut ausgeschildert, um Abstand halten zu können.

Am Empfang werden die Anmeldedaten noch einmal gesichtet, wird nach Anamnese und möglichen Allergien geschaut und geprüft, dass tatsächlich diejenigen, für die die Impfgelegenheit gedacht ist, erschienen sind. Würde sich etwa ein jüngerer Auswärtiger unter die Impfwilligen mischen, hier würde er wieder nach Hause geschickt.

Zweite Impfung in exakt drei Wochen wieder hier

Die Senioren, die erwartet werden, kommen pünktlich, aber nicht zu früh, die Taktung funktioniert, stellt Dezernent Holzwarth zufrieden fest. Schließlich sollen Warteschlangen und Menschenansammlungen vermieden werden.

Wer die Anmeldung erledigt hat, bekommt einen Anamnesebogen, eine Einwilligungserklärung, ein Aufklärungsblatt und ein Terminblatt für die zweite Impfung. Die folgt in exakt drei Wochen wieder hier.

So versorgt, begeben sich die Senioren auf den Parkplatz vor der Eugen-Hohly-Halle. Hier, unter einem Pavillon, gibt es Sitzplätze, um die letzten Minuten zu überbrücken, bevor es in den Impftruck geht.

Dort arbeiten zwei Teams. Es gibt jeweils einen Arzt, der die Aufklärung übernimmt, eine medizinische Fachangestellte sowie eine Verwaltungskraft für die Formalitäten. Im Einsatz sind Mitarbeiter der mobilen Impfteams des Robert-Bosch-Krankenhauses sowie des Kreisimpfzentrums.

Bilder vom Impftruck: später einmal ein Stück Stadt- und Zeitgeschichte

Eine Treppe noch hinauf in den Truck, dann kümmert sich zum Beispiel der Arzt Peter Höschele um die Patienten. Eng ist’s hier schon, wenn mehrere Menschen ständig zugegen sind, und die steile Treppe will bewältigt sein, beobachtet der Mediziner für die Senioren. Auch die Details für die schnelle Handhabung müssen sich erst einspielen. Doch Höschele ist ein erfahrener Arzt, die Stimmung ist locker, eine Mitarbeiterin macht noch schnell ein Bild für die Stadtverwaltung, klar, kein Problem, solche Ereignisse müssen dokumentiert sein, werden später einmal ein Stück Stadt- und Zeitgeschichte sein.

DRK-Bereitschaft Welzheim-Alfdorf unterstützt die Impfaktion

Für Rollstuhlfahrer hat die Stadtverwaltung in der nahen Christian-Bauer-Mensa einen Behandlungsort abgetrennt, wo sie geimpft werden können. Im großen Raum, wo sonst Schüler und Lehrer essen, bleiben die Geimpften noch eine Viertelstunde vor Ort, falls Komplikationen auftreten. Zwei Liegen wurden für den Notfall aufgebaut, draußen steht ein Rettungswagen bereit, alles zum Glück bisher ungenutzt.

Damit alles möglichst reibungslos läuft, helfen fünf Mitarbeiter der Stadtverwaltung vor Ort mit. Die DRK-Bereitschaft Welzheim-Alfdorf unterstützt die Impfaktion mit zwei Helfern.

Und die Senioren? Freuen sich, dass sie tatsächlich einen Termin bekommen haben, stellt Gerd Holzwarth fest. Bereits beim Auftakttermin in Murrhardt sind alle, die sich angemeldet haben, auch erschienen. „Die Menschen warten auf die Impfung. Sie kommen.“

Auf dem Parkplatz an der Eugen-Hohly-Halle gibt’s, was alle wollen: die Impfung gegen das Coronavirus. Ein kleiner Piks, eine wichtige Premiere in der Limesstadt: Der Impftruck, der seine Tour durch den Landkreis begonnen hat, macht hier Station.

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Der lange, 23 Tonnen schwere weiße Sattelschlepper beherbergt zwei komplett ausgestattete Arztpraxen. Eigentlich für große Katastrophenszenarien wie Ebola-Ausbrüche konzipiert, kommt er nun für die Corona-Impfungen vor Ort zum

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