Welzheim

Jugendfußballer in Welzheim: Endlich trainieren, aber wie lange noch?

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Die Jugendfußballer des FC Welzheim freuen sich über das gemeinsame Training, aber lange werden sie es nicht mehr dürfen. © Ralph Steinemann Pressefoto

Vier Grad über null zeigt das Thermometer, die Bäume des Tannwalds werfen schon ihre Schatten, als die Mädchen und Jungen am späten Nachmittag zum Fußballtraining auf den Platz des FC Welzheim 06 zur Tannwiese eilen.

Vier Grad? Macht nichts. Würde es schneien, wäre das Training für den Nachwuchs ausgefallen. Aber Kälte allein hält Trainer und Kicker nicht ab, nun, da sie seit dem 8. März endlich wieder trainieren dürfen (wie berichtet). Wieder - und noch, ist doch die Inzidenz im Landkreis inzwischen auf über 50 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner gestiegen. Für die erwachsenen Fußballer ist damit der normale Trainingsbetrieb beendet. Allerdings können weiterhin maximal 20 Kinder bis einschließlich 14 Jahren im Freien in Gruppen trainieren, solange die Corona-Inzidenzzahl unter 100 bleibt. Eine weitere Konkretisierung seitens des Landes Baden-Württemberg gibt es noch nicht.

Bevor es auf den Platz geht, werden die Hände desinfiziert

Doch die jungen Spieler der E-1-Jugend und die Kickerinnen der D-Jugend, die hier auf den Platz eilen, liegen mit zehn und elf sowie zwölf und dreizehn Jahren unter der Altersgrenze von 15 Jahren, ab der das Mannschaftstraining eingestellt ist. Sie dürfen also - noch, weiß Kurt Schweigmann, stellvertretender Jugendleiter beim FC Welzheim. Er hat sich in die Corona-Vorschriften und das Hygienekonzept für den Trainingsbetrieb eingefuchst.

Letzteres bedeutet zum Beispiel, dass Trainer Marcel Köse seinen Jungs von der E-1-Jugend mit einem Desinfektionsmittel die Hände besprüht, bevor sie auf den Platz können. Und auch wer zu spät kommt, entgeht dem nicht. Nur eines von vielen Beispielen für Schutzmaßnahmen im Sinne der Corona-Vorschriften, um mögliche Ansteckungen mit dem Virus zu verhindern.

Vereinsheim geschlossen, ebenso Toiletten, Duschen und Umkleiden

Die Kinder spielen im Freien, der Zugang zu Rasen- und Kunstrasenplatz ist getrennt ausgeschildert, das Vereinsheim ist geschlossen und mit ihm Toiletten, Duschen und Umkleiden. Nicht nur die Hände, auch das Trainingsmaterial wird desinfiziert, und zwar vor und nach dem Training auf dem Platz. Damit alle ganz sicher wissen, was zu tun und zu unterlassen ist, hängen mehrere Seiten zum Thema Hygienekonzept gut lesbar aus.

Kontaktarm spielen heißt das Gebot der Stunde

Auch beim Training selbst erzwingt das Coronavirus Veränderungen. Kontaktarm spielen heißt das Gebot der Stunde.

Übungen wie Huckepacktragen fallen damit aus, schildert Kurt Schweigmann ein Beispiel. Dass sich die Kinder während des Trainings aber mal anrempeln, das sei schon drin.

Fitnessübungen hat Trainer Marcel Köse für seine Jungs an diesem Nachmittag geplant. „Sie haben lange Zeit nichts gemacht.“ Verschiedene Parcours stehen auf dem Programm und ein kleines Abschlussspiel.

Seit Oktober mussten die Kinder auf ihr gewohntes Fußballtraining verzichten, der Lockdown erzwang die Pause. „Für uns war es hart, weil unser Team in dem Moment wirklich stark war“, sagt Marcel Köse. „Jetzt hoffe ich, dass es keinen Rückschlag gibt.“ Seine Kids jedenfalls sind „wieder mit voller Begeisterung dabei“. Während der erzwungenen Trainingspause haben sie Videos bekommen, um sich fit zu halten. „Ich hoffe, der eine oder andere hat das gemacht.“ Marcel Köse hat seine jungen Kicker in Augenschein genommen: Einige sind fit, andere haben vielleicht ein bisschen zugenommen, meint er augenzwinkernd.

Zusammengerechnet fehlt ein ganzes Jahr an Fußball-Ausbildung

Von der Fitness abgesehen, konnten die Kinder während der Lockdowns auch keine Wettkampf-Erfahrungen machen und spielerische Fähigkeiten nicht erlernen, geben Kurt Schweigmann und Marcel Köse zu bedenken.

Die verlorenen Zeiten zusammengerechnet, fehlt etwa ein ganzes Jahr an Fußball-Ausbildung. Und damit Fertigkeiten, die aufeinander aufbauen. „Sie müssen sich für unterschiedliche Spielweisen mit entwickeln“, sind sich Kurt Schweigmann und Marcel Köse einig.

„Sie haben sich sehr gefreut und waren motiviert“

Seit dem 8. März dürfen die Kinder nun wieder gemeinsam trainieren - nach langer Zeit. Da gilt es auch, sich wieder aufeinander einzuspielen. Der Trainer freut sich außerdem, dass die Jungs der Mannschaft treu geblieben sind.

Gute Voraussetzungen also für ein erfolgreiches Team. Doch wie lange es noch gemeinsam trainieren kann, das hängt von der Entwicklung der Corona-Neuinfektionen ab. Die E-1-Mannschaft teilt sich den Kunstrasenplatz an diesem Nachmittag mit der Mädchenmannschaft der D-Jugend. Mit weitem Abstand dazwischen. Auch die Zwölf- und Dreizehnjährigen waren froh, als sie unlängst wieder zum Training kommen konnten. „Sie haben sich sehr gefreut und waren motiviert“, weiß Trainerin Denise Bührer.

Der Lockdown war eine ungewohnte Situation für Trainerinnen wie Spielerinnen. Denise Bührer und Sandy Dyrska, ebenfalls Trainerin, haben versucht, die Mädchen mit Übungen für daheim aufzumuntern, und Aufgaben für Teams erteilt, wie zum Beispiel, 25-mal mit dem Ball zu jonglieren.

„Die Befürchtung ist groß, dass wir wieder stoppen müssen“

Für jede Aufgabe winkte ein Viertel einer Familienpizza, Videos halfen bei dem Projekt. Die beiden Trainerinnen hoffen, dass sie den Mädchen die verdienten Pizzen ausgeben dürfen und sich das Infektionsgeschehen so entwickelt, dass das wieder möglich wird.

Hoffen ist das eine, doch Denise Bührer sieht die Entwicklung eher pessimistisch, auch für den Trainingsbetrieb. „Die Befürchtung ist groß, dass wir wieder stoppen müssen.“ Solange trainiert werden darf, geben die Kinder Gas.

Vier Grad über null zeigt das Thermometer, die Bäume des Tannwalds werfen schon ihre Schatten, als die Mädchen und Jungen am späten Nachmittag zum Fußballtraining auf den Platz des FC Welzheim 06 zur Tannwiese eilen.

Vier Grad? Macht nichts. Würde es schneien, wäre das Training für den Nachwuchs ausgefallen. Aber Kälte allein hält Trainer und Kicker nicht ab, nun, da sie seit dem 8. März endlich wieder trainieren dürfen (wie berichtet). Wieder - und noch, ist doch die Inzidenz im

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