Welzheim

Kandidat Michael Uhl im Gespräch

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Will das höchste politische Amt der Stadt Welzheim übernehmen: Michael Uhl (36). © Privat

Welzheim. Er ist 36 Jahre alt, arbeitet als Bildungsreferent, lebt seit drei Jahren der Liebe wegen in Welzheim, hat sich auch in die Stadt verliebt und möchte dort nun Bürgermeister werden. Denn in Welzheim gibt es aus seiner Sicht viele Dinge, die zu verbessern sind. Mit seiner Kandidatur möchte Uhl dazu beitragen, dass diese Themen zumindest angesprochen werden.

Einen ausgedehnten Wahlkampf sollten die Welzheimer von dem 36-Jährigen allerdings nicht erwarten. Aktuell sind weder Wahlkampfveranstaltungen geplant, noch hat Michael Uhl, Stand jetzt, eine Homepage. Der gelernte Kaufmann für Büromanagement will vor allem auf Begegnungen mit den Bürgern setzen, „eher persönlich als digital agieren“. Und mit seiner Kandidatur einen demokratischen Wettbewerb ermöglichen. Da bis kurz vor Bewerbungsschluss kein aus seiner Sicht seriöser Bewerber neben dem amtierenden Bürgermeister angetreten war, habe er sich kurzerhand dazu entschlossen, selbst zu kandidieren.

Freies WLAN und Gehwegedienst

Weil er so kurz entschlossen agierte, kann Uhl zwar noch kein ausgefeiltes Wahlprogramm, dafür aber eine Reihe von Themen präsentieren, bei denen sich in Welzheim aus seiner Sicht dringend etwas ändern müsse. Zum Beispiel beim digitalen Wandel: Als Bürgermeister würde der gebürtige Stuttgarter ein freies WLAN in der Stadt einrichten. „Das würde nicht nur den Anwohnern nützen, davon könnte auch der Tourismus profitieren.“ Ebenfalls angedacht hat der 36-Jährige einen stadtweiten Winterdienst für die Gehwege. Das kenne er aus der Schweiz (wo Michael Uhl Verwandtschaft hat) und halte es daher, gerade für Berufstätige, die oft keine Zeit zum Schippen hätten, für einen höchst sinnvollen Dienst der Verwaltung.

Mehr Unternehmen und Fachärzte nach Welzheim holen

Das würde natürlich eine Menge Geld kosten. Mit einer verstärkten Wirtschaftsförderung könne dies aber wieder in die Stadtkasse hereingeholt werden. Mehr Unternehmen nach Welzheim holen, das ist ein wichtiges Ziel für den Kandidaten. Auch wenn ihm bewusst ist, dass der Standort durch seine schlechte Anbindung an den öffentlichen Verkehr einen großen Nachteil habe. Mit einer zweijährigen Gewerbesteuerbefreiung für neue Unternehmen ließe sich das aus seiner Sicht aber ausgleichen.

Doch nicht nur an Unternehmen, auch an Fachärzten mangele es der Limesstadt. Von diesen gelte es mehr nach Welzheim zu locken. Ein wichtiges Ziel, zumal für ältere Menschen, aber auch für Uhl selbst, der aufgrund eines Lungenschadens einen Schwerbehindertenausweis hat und auf eine ordentliche ärztliche Versorgung angewiesen ist.

Voll besetzte Polizeiwache an Wochenenden

Unsicher fühlt sich der 36-Jährige selbst in Welzheim zwar nicht, nehme aber bei vielen Mitbürgern ein gesteigertes Gefühl der Unsicherheit wahr. Um dem entgegenzuwirken, würde Uhl als Bürgermeister veranlassen, dass die Polizeiwache auch an Wochenenden (wo in der Regel auch etwas mehr passiere) wieder voll besetzt ist.

Flüchtlinge in Arbeit bringen

Zu guter Letzt hat Uhl auch Ideen für die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt. Zum Beispiel könnten diese freiwillig im aktiven Außenbereich der Stadt, etwa bei der Landschaftspflege, eingesetzt werden. Möglichst schnell in die Praxis kommen und nicht in Kursen hängenbleiben – das wäre oberstes Ziel seiner Integrationspolitik, denn „auf der Arbeit haben sie täglich mit Menschen zu tun – und so lernen sie die Sprache am besten“.

Kämpferische Qualitäten

Uhl selbst weiß, wie schwierig der deutsche Arbeitsmarkt bisweilen ist. Musste er doch aufgrund seiner Erkrankung umschulen. Und das just bei jener Firma (Donner und Partner), für die er heute als Bildungsreferent tätig ist und wo er Menschen bei der Umschulung begleitet. Uhl hat sich zurückgekämpft und hat noch nicht genug, macht im Fernstudium gerade nebenher noch den Bachelor in BWL.

Aufgrund dieser kämpferischen Qualitäten hält er sich auch für einen geeigneten Kandidaten für das Bürgermeisteramt. Und sollte es am Ende doch nicht klappen und ein anderer (oder eine andere) das Rennen machen, so wird der 36-Jährige immerhin ein paar Themen gesetzt haben.

Denn auch wenn der Bürgermeister-Kandidat auf Straßenwahlkampf verzichten wird, so hat Uhl bereits sein Kommen zu den Wahlveranstaltungen des Zeitungsverlags angekündigt.