Welzheim

Kandidatin Amanda Köhler Eisenmann im Gespräch

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Möchte nach der Wahl ins Rathaus einziehen: Amanda Köhler Eisenmann © Ellwanger / ZVW

Welzheim. 32 Jahre alt ist sie, vierfache Mutter, frisch absolvierte Verwaltungswirtin und möchte Bürgermeisterin werden. Die Welzheimerin Amanda Köhler Eisenmann hat sich als Vierte im Bunde um das Amt beworben. Sie ist davon überzeugt, dass sie dazu die nötige fachliche Kompetenz besitzt.

Frisch vom Studium weg gleich auf einen solch wichtigen Posten bewerben? Das setzt ein gehöriges Maß an Selbstvertrauen voraus. Allerdings, so die 32-Jährige, komme das durchaus öfter vor. Sie wäre nicht die Erste unter ihren einstigen Kommilitonen, die eine solche Wahl gewinnen würde. Sofern sie es denn tatsächlich schafft, sich am 11. März gegen ihre vier Gegenkandidaten durchzusetzen.

Die Welzheimerin ist gebürtige Schwedin (daher auch der Doppelname ohne Bindestrich, wie das in dem skandinavischen Land üblich ist), lebt aber seit 1990 in Deutschland, spricht mit schwäbischem Akzent und fühlt sich mit der Limesstadt, in der sie seit 2015 wohnt, verbunden. Nach dem Abitur hat sie zunächst eine Familie gegründet, ist Mutter von zwei Söhnen und zwei Töchtern und hat sich nach einem Vorpraktikum bei der Gemeinde Winterbach im Herbst 2014 dazu entschieden, eine Verwaltungslaufbahn anzustreben.

Die vier verpflichtenden Praktika während des Studiums an der Hochschule für Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg hat Köhler Eisenmann bei der KDRS in Stuttgart, dem Baustoffhandel Widmann in Alfdorf, der LBBW-Kommunalverwaltung sowie der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg absolviert.

Fachlich qualifizierte Bewerber nötig

Für eine Bewerbung um die Bürgermeisterstelle hat sich die 32-Jährige entschieden, weil es aus ihrer Sicht keine fachlich qualifizierten Gegenkandidaten zum Amtsinhaber Thomas Bernlöhr gab - und so auch keine echte demokratische Auswahl bestanden habe. Anfang Februar habe sie deshalb den Schritt gewagt.

„Ich trau’s mir zu“, sagt sie von sich – und verweist dabei auf ihren Abschluss, aber auch ihre Persönlichkeit, die durchaus Führungsqualitäten habe. Erst kürzlich sei sie zur Elternbeiratssprecherin an der Hofgartenschule gewählt worden. „Wenn ich etwas machen will, bekomme ich das auch hin. Ich bin engagiert, habe gerne Umgang mit Menschen, höre mir ihre Meinungen an – vertrete aber auch meinen Standpunkt.“

Woran es in Welzheim hakt? Zunächst einmal findet sie es toll, dass es in der Innenstadt so viele Läden gibt (kritisiert aber, dass zu viele Ketten nach Welzheim kommen) und lobt das gute und lebendige Vereinsleben.

E-Government im Rathaus einführen

Aus ihrer Sicht fehle in der Verwaltung aber bisweilen der Blick fürs Detail: wenn etwa der Brunnen am Feuersee nicht funktioniert, Uhren an der Realschule asynchron laufen oder das Angebot im öffentlichen Nahverkehr nicht den Bedürfnissen von Pendlern entspreche. Das sind Alltagsdinge, die sie bewegen. Aber auch das große Thema E-Government, mit dem sie sich im Studium ausführlich beschäftigt habe und dass sie gerne in der Verwaltung umsetzen würde. Indem Dienste auch online angeboten werden, könne nicht nur die Verwaltung entlastet werden. Das sei auch gut für jene Bürger, die während der Öffnungszeiten im Rathaus arbeiten müssen.

Einen aggressiven Wahlkampf möchte sie nun aber nicht führen (davon hält sie nichts), will keine großen Wahlversprechen abgeben (das fände sie unseriös, schließlich habe der Gemeinderat das letzte Wort) und auch auf Plakate werde sie verzichten (das sei nicht schön und erst recht nicht im Sinne der Umwelt).

Im Internet ist sie auf ihrer Homepage www.koehlereisenmann.de jedoch bereits präsent. Hier können Bürger mit ihr in Kontakt treten. Auch eine Wahlveranstaltung sei angedacht. Alles für das große Ziel: dass die Welzheimer am 11. März auch eine echte Wahl haben.

Die ganze Berichterstattung zur Bürgermeisterwahl in Welzheim unter www.zvw.de/wahl-check-welzheim.