Welzheim

Keine Angst vor "Blackout": Welzheims Notfallkonzept für Stromversorgung steht

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Wenn der Strom ausfällt, darf die gute alte Kerze wieder ran. © Pixabay

Der Zweckverband Wasserversorgung Menzlesmühle wappnet sich für die kommenden Monate und will sich nicht eiskalt erwischen lassen, sollte es zu einem kompletten Stromausfall, einem „Blackout“ kommen. Was dies konkret bedeutet, erklärte Verbandsvorsitzender Thomas Bernlöhr beim Treffen in der Eugen-Hohly-Halle in Welzheim. Geschäftsführer Hubert Barth habe gemeinsam mit den Wassermeistern eine Konzeption für diesen Fall erarbeitet, „der hoffentlich nicht eintritt“, machte Bernlöhr deutlich.

Im Falle eines kompletten Stromausfalls, der die rund 70 Pumpen im Gebiet der Wasserversorgung stilllegen würde, werden Notstromaggregate zum Einsatz kommen. „Das wäre dann ein manueller Notbetrieb, bei dem die fünf Wassermeister arbeiten, dass die Heide wackelt“, beschrieb der Vorsitzende anschaulich. Was gemeint ist? Dass die Wasserversorgung als kritische Infrastruktur aufrechterhalten bleibt durch den Einsatz von Stromerzeugern, die nicht am Netz hängen, sondern von fossilen Kraftstoffen betrieben werden. Wäre dies nicht der Fall, würden bei einem großflächigen Stromausfall die Versorgungszonen im Verbandsgebiet nicht versorgt werden, stünde nach wenigen Stunden in den Ortsnetzen kein Trinkwasser mehr zur Verfügung. Mit dem Ukraine-Krieg ist die Sensibilität für die Versorgungsinfrastrukturen nochmals gewachsen. Mit dem Notstromkonzept habe der Verband aber bereits zu Beginn des Jahres 2021 begonnen. Dies, so Bernlöhr, sei der Zeitpunkt, um Krisenpläne zur Aufrechterhaltung der Versorgung zu aktualisieren und auszuarbeiten. Daraus resultierende, nötige Investitionen gelte es umzusetzen, appellierte er in der Verbandsversammlung. „Eine funktionierende Notstromversorgung ist zu gewährleisten.“

Dabei halten sich die Wasserversorger an die behördlichen Vorgaben (unter anderem vom Innenministerium). Was bedeutet, dass die Versorgung der Bewohner, im Fall des Zweckverbands Menzlesmühle geht es um rund 30.000 Bürgerinnen und Bürger, einer zu leistenden Abgabemenge von 50 Liter pro Person und Tag zu gewährleisten ist. In „normalen“ Zeiten werden 130 Liter pro Tag und Person gerechnet. Das nun erarbeitete Notfallkonzept ergibt einen Bedarf von vier Stromerzeugern. Dabei geht es um einen mit 120 kVA, stationär eingehausten Erzeuger am Standort Buchengehren und um zwei mobile Stromerzeuger mit 60 kVA an den Standorten Aichstrut und Waldhaus. Was Gesamtausgaben von 115.000 Euro bedeutet. Bereits vorhanden ist ein Erzeuger mit einer Leistung von 55 kVA am Standort Batschenhof.

Investition von 115.000 Euro wird von allen Verbandsgemeinden getragen

Ohne Diskussion stimmten die Verbandsgemeinden (Gschwend, Durlangen, Spraitbach, Welzheim, Kaisersbach und Alfdorf) dieser 115 000-Euro-Anschaffung für eine garantierte Notversorgung zu. Vorsitzender Bernlöhr kommentierte nach dieser Abstimmung: „Diese Investition ist notwendig und verantwortungsbewusst, damit wir alle weiterhin nachts gut schlafen können.“ Ein „großes Kompliment“ sandte Alfdorfs Bürgermeister Ronald Krötz an den Geschäftsführer und die Wassermeister für dieses ausgetüftelte Notfallkonzept. Alle waren sich darüber im Klaren, wie komplex das Thema einer Notversorgung ist angesichts der zahlreichen Leitungen, Pumpstationen, Druckerhöhungsanlagen und vielem mehr.

„Es ist so gewährleistet, dass alle Ortsnetze versorgt sind“, sicherte Thomas Bernlöhr zu und erwähnt, dass die Stromaggregate bereits im Vorgriff angeschafft wurden, beziehungsweise einer noch bis Ende Oktober eintreffen wird. „Angesichts der ständig steigenden Preise haben wir gehandelt“, wie Bernlöhr verdeutlichte. Dabei setzte er das Verständnis der Verbandsmitglieder voraus - und erntete Kopfnicken. „Somit sind wir über die kritische Phase des Winters sicher“, beschrieb er. „Und bereit für eine Situation, die wir hoffentlich nicht bekommen.“ Auch er dankte Geschäftsführer Hubert Barth und den fünf Wassermeistern für die „Kniffelarbeit“, die sie für die Erstellung des Notfallkonzepts meisterten.

„Diese Vorgehensweise ist richtig, aber wie sieht es mit dem Dieselvorrat aus?“, erkundigte sich Kaiserbachs Bürgermeister Michael Clauss. Bernlöhr informierte, dass Diesel, der für die Betreibung der externen Stromerzeuger benötigt wird, durch gemeindliche Heizölvorräte gedeckt sei. Die Dieselversorgung der Stromerzeuger reihum mit einem Fahrzeug sei organisatorisch natürlich eine weitere Herausforderung. Eben dieser Fakt sei der vorher beschriebene „manuelle Notbetrieb“. Das entsprechende Versorgungskonzept im Notfall garantiere das Zusammenspiel innerhalb des Verbands zwischen Leitungen, Pumpstationen, Druckerhöhungsanlagen und Ähnlichem. Dieses Konzept sah Verbandsvorsitzender Bernlöhr als „Ausweis für die Leistungsfähigkeit der Verbandsmitarbeiter“ an.

Der Zweckverband Wasserversorgung Menzlesmühle wappnet sich für die kommenden Monate und will sich nicht eiskalt erwischen lassen, sollte es zu einem kompletten Stromausfall, einem „Blackout“ kommen. Was dies konkret bedeutet, erklärte Verbandsvorsitzender Thomas Bernlöhr beim Treffen in der Eugen-Hohly-Halle in Welzheim. Geschäftsführer Hubert Barth habe gemeinsam mit den Wassermeistern eine Konzeption für diesen Fall erarbeitet, „der hoffentlich nicht eintritt“, machte Bernlöhr

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