Welzheim

Kindergärten in der Corona-Pandemie: „Wir leben von einer Woche zur anderen“

Kindergarten Oberer Wasen
Müssen die Türen bald geschlossen werden – oder dürfen sie aufbleiben? © ALEXANDRA PALMIZI

Kindergärten sind wichtig – um dem sehr jungen Nachwuchs Sozialkompetenz zu vermitteln und erste Schritte in die Selbstständigkeit zu ermöglichen. Was die Erzieherinnen „dank“ Corona vor ungeahnte Herausforderungen stellt. Wie kommen die Welzheimer Kindergärten mit Lockdowns, Organisationsproblemen und Quarantäne zurecht?

Manche Hygienemaßnahme lässt sich gar nicht so leicht umsetzen, meint Teresa Marek vom katholischen Phillip-Neri-Kindergarten. Wenn da ein Schützling beispielsweise noch eine Windel gewechselt haben muss, dann geht das nicht auf Abstand. Dafür wird der Garten geteilt, und offener Austausch zwischen den beiden Gruppen findet nicht mehr statt.

Kinder kommen mit der Ausnahmesituation gut zurecht

Die Kinder kennen die Regeln, weisen sogar manchmal darauf hin, dass jemand eine Maske aufsetzen muss, und sie kommen mit der Ausnahmesituation bislang erstaunlich gut zurecht – ein Eindruck, den gleich mehrere Erzieherinnen der verschiedenen Welzheimer Kindergärten weitgehend bestätigen.

Im Kindergarten Pfarrstraße gibt es gleich sieben Gruppen mit etwa 100 Kindern; Grund genug, dass Erzieherin Heike Schmidt sich oft über das Ansteckungspotenzial Sorgen macht. „Bis jetzt haben wir aber coronafrei bleiben dürfen“, sagt sie. Natürlich reden auch die Kinder über die Krankheit, und viele Einschränkungen bringen trotz der allgemeinen kindlichen Anpassungsfähigkeit Probleme. Denn die Kleinen bringen oft die Probleme von zu Hause in die Kita mit, und dass Spielstunden im Garten genau getaktet werden müssen, ist auch mühsam.

Schwierig wird es auch, wenn Geschwisterkinder in einer Gruppe bleiben müssen, anstatt während der Kindergartenzeit wechseln zu können, erzählt Nadja Schramm vom Kindergarten Lisztstraße. Im Dezember haben sie dort während einer Infektionswelle schließen müssen. Ihr fehlt am meisten, mit den Kindern wie gewohnt singen zu können – in Zeiten von Corona ist das zu riskant.

Es fehlen die Alltagsrituale in den Einrichtungen

Heidi Jacobidis vom Kindergarten Oberer Wasen fehlen ebenfalls geliebte Alltagsrituale: mit den Kindern backen, das monatliche Elterncafé, das gemeinsame Schwimmengehen. Viele Kontakte brechen weg, und die eigentlich angestrebte Selbstständigkeit „erziehen wir ihnen gerade weg“, sagt sie.

Der Walfdorfkindergarten Welzheim ist eingruppig, und die zusätzliche Spielgruppe lief immer schon extra. Allerdings geraten die Eingewöhnungsphasen für Neulinge immer wieder ins Stocken. „Man kann nicht mehr so in die Ferne planen“, meint Erzieherin Tanja Schwaikmann. „Man muss sich gegenseitig stützen.“

Trotz der steigenden Infektionszahlen herrscht überwiegend Gelassenheit in Welzheim, und sogar Zuversicht. „Wir haben noch genügend Elan, um etwas zu bewegen“, sagt Heidi Jacobidis. Und was sie besonders freut: „Der Wert der Kindergärten ist wieder gestiegen.“

Kindergärten sind wichtig – um dem sehr jungen Nachwuchs Sozialkompetenz zu vermitteln und erste Schritte in die Selbstständigkeit zu ermöglichen. Was die Erzieherinnen „dank“ Corona vor ungeahnte Herausforderungen stellt. Wie kommen die Welzheimer Kindergärten mit Lockdowns, Organisationsproblemen und Quarantäne zurecht?

Manche Hygienemaßnahme lässt sich gar nicht so leicht umsetzen, meint Teresa Marek vom katholischen Phillip-Neri-Kindergarten. Wenn da ein Schützling beispielsweise

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