Welzheim

Kommentar: Acht Jahre Bürgermeister Bernlöhr

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Bürgermeister Thomas Bernlöhr bewirbt sich am 11. März auf eine zweite Amtszeit. © Laura Edenberger

Welzheim.
Am 14. März 2010 hatte Thomas Bernlöhr allen Grund, ein strahlendes Gesicht zu machen. Bereits im ersten Wahlgang war der Wahl-Backnanger trotz dreier ernsthafter Mitbewerber gewählt worden. 80 Prozent der Stimmen entfielen auf den Senkrechtstarter. Damit konnte der Neue zum 1. Juni 2010 Hermann Holzner ablösen, der nach 32 Amtsjahren in den Ruhestand ging. Die Wahlbeteiligung lag seinerzeit bei 55,36 Prozent.

Video: Der amtierende Bürgermeister Thomas Bernlöhr zur zweiten Kandidatur in Welzheim.

Kein Grund, Bernlöhr zu stürzen

Eine hohe Wahlbeteiligung ist auch für den 11. März 2018 zu erhoffen. Der mittlerweile 37-jährige Thomas Bernlöhr bewirbt sich um eine zweite Amtszeit. Außer der Thomas Hornauer (57) aus Plüderhausen als Mitbewerber. Thomas Bernlöhr sitzt fest im Sattel und es gibt auch keinen Grund, ihn zu stürzen.

Die Kosten im Blick

Relativ schnell hat sich Thomas Bernlöhr in Welzheim eingearbeitet. Als früherer Wirtschaftsbeauftragter im Büro des Backnanger Oberbürgermeisters Frank Nopper (der vor kurzem ebenfalls klar wiedergewählt wurde) versteht es der Welzheimer Bürgermeister, die Dinge anzupacken und fortzuführen. Natürlich auf seine eigene Art und nicht wie sein Vorgänger. Erleichtert hat Thomas Bernlöhr die Einarbeitungszeit, dass er ein Spitzenteam hinter sich weiß, das es unter der Amtszeit von Hermann Holzner gewohnt war, selbstständig zu arbeiten. Der Vorgänger gab den großen Rahmen vor und hat dann darauf vertraut - was ja auch meistens geklappt hat -, dass die Dinge laufen und funktionieren. So weiß ein Bürgermeister in Welzheim, dass er mit Reinhold Kasian einen jahrelang erfahrenen und routinierten Verwaltungsfachmann an seiner Seite hat, der sich nicht nur in Sachen Waldbahn auskennt wie kein anderer. Das Thema hat Thomas Bernlöhr geerbt und er geht dabei nicht mit diesem Feuereifer ans Werk wie sein Vorgänger. Bernlöhr sieht die Kosten, die die Stadt zu tragen hat. Eine Wieselverbindung bis nach Welzheim ist aus einer Sicht derzeit nicht finanzierbar. Mit dem Ferienexpress haben Bernlöhr und Kasian einen Volltreffer gelandet. Bernlöhr geht beim Thema Bahn seinen eigenen Weg und das ist auch so in Ordnung.

Bürgermeister will Privatleben eher schützen

Bernlöhr ist in Welzheim angekommen und fest verwurzelt. Er hat gleich zu Beginn seiner Amtszeit geheiratet und in der Innenstadt ein saniertes Fachwerkhaus erworben, in dem er auf einem Stock zusammen mit Frau und drei Kindern lebt. Bei den Sanierungsarbeiten bringt er sich auch handwerklich ein. Ins Geschäft hat’s der Bürgermeister nicht weit.

Über sein Privatleben will er nicht viel Aufhebens machen und es eher schützen. Auch darauf hat ein Bürgermeister einen Anspruch, das ist zu akzeptieren. Gleichwohl lässt sich in einer Kleinstadt nicht viel geheim halten. Klarinette spielen, Wandern, Laufen und Fotografieren gab er bei seiner Erstbewerbung als Hobbys an. „Welzheim verdient einen Bürgermeister, der das nötige Handwerkszeug mitbringt“, formulierte der Kandidat vor acht Jahren bei seiner Bewerbung. Und den hat die Stadt im Welzheimer Wald mit Thomas Bernlöhr auch bekommen.

Gutes Klima im Gemeinderat

Das Klima im Gemeinderat ist sehr gut und freundschaftlich. Manch andere Kommune kann sich davon eine Scheibe abschneiden. Das Gremium arbeitet sachorientiert. Manchmal sind die Themen so gut vorbereitet, dass der Zuhörer überrascht ist, wie schnell die Dinge abgesegnet werden. Damit pflegt Thomas Bernlöhr einen Stil weiter, den sein Vorgänger Hermann Holzner sich in vielen Jahren erarbeitet hat. Es ist zwar schon lange her, aber es gab auch schon Zeiten, da flogen im Gremium die Fetzen. Das muss heutzutage nicht mehr so sein, wenngleich sich ein Berichterstatter über manchen pointierten Beitrag mehr sicherlich freuen würde.

Schnelles Internet bleibt Dauerbrenner

Neues Gewerbegebiet, neue Bauplätze, Stadtsanierung: Die boomende Wirtschaft ist auch im Schwäbischen Wald am Rande der Region Stuttgart angekommen. Das geplante Wohn- und Geschäftshaus am Feuersee mit Drogeriemarkt kommt nach langer Planungs- und Vorbereitungsphase langsam in die Gänge, so dass man dem neuen und alten Welzheimer Bürgermeister zu Beginn seiner zweiten Amtszeit die Eröffnung des Wohn- und Einkaufszentrums auf die Fahnen schreiben darf. Das Thema schnelles Internet bleibt ein Dauerbrenner. Mittlerweile hat die Stadt die Entwicklung überdurchschnittlich stark vorangetrieben. Ein neues Gewerbegebiet muss kommen, ebenfalls neue Wohnbaugebiete. Die stadteigenen Grundstücke sind mittlerweile weitgehend verkauft. Der Druck aus der Region Stuttgart und dem Remstal ist groß. Weitere Zukunftsaufgabe: Integration der Flüchtlinge im Gemeinwesen.

Nach der Wahl fortführen, was er angefangen hat

Es ist gut für die Stadt, dass sich Thomas Bernlöhr für eine zweite Amtszeit bewirbt. Nachdem sein Vorgänger über 30 Jahre lang die Entwicklung der Stadt geprägt hat, werden zu Beginn einer ersten Amtszeit viele Dinge erst mal übernommen und weitergeführt. Erst mit den Jahren wird die Handschrift des neuen Bürgermeisters sichtbar. Bernlöhr kann nach dem 11. März fortführen, was er angefangen hat.

Millers Bewerbung schadet der Demokratie

Dauerkandidatin Friedhild Anni Miller bewirbt sich in rund 50 Gemeinden und Städten in der Umgebung. Tut sie damit der Demokratie einen Gefallen? Die Antwort lautet Nein. Das Gegenteil ist der Fall. So eine Bewerbung schadet der Demokratie. Hier bewirbt sich eine Frau, die andere Themen als Kommunalpolitisches in den Vordergrund stellen will. Und dafür ist das Bürgermeisteramt nicht geschaffen worden. Eine hohe Wahlbeteiligung mit einem klaren Ergebnis kann darauf nur die richtige Antwort sein.


Info

Der Zeitungsverlag Waiblingen und die Welzheimer Zeitung laden zum Podiumsgespräch für Montag, 26. Februar. Beginn ist um 19 Uhr in der Justinus-Kerner-Halle. Auf dem Podium sitzen der oder die Kandidaten. Hans Pöschko, Leiter der Lokalredaktion Schorndorf/Welzheim, wird die Veranstaltung moderieren. Mit auf dem Podium sind als weitere Gesprächspartner die TSF-Vorsitzende Petra Schütte, Martin Becker vom Friedensgebet sowie der Vorsitzende des Historischen Vereins Dieter Frey. Außerdem dürfen wir zwei Supertalente begrüßen: Supersportler Niko Kappel, der auch Gemeinderat ist, hat für das Podiumsgespräch zugesagt und Noel Lehar, Supertalent an der Querflöte, wird die Veranstaltung musikalisch umrahmen.