Welzheim

Krämermarkt in Welzheim mit Maskenpflicht: „Wir sind froh, dass wir schaffen dürfen“

Krämermarkt
Bereits im Herbst galt auf dem Krämermarkt Maskenpflicht. © Gabriel Habermann

Das Wetter ist gemischt, die Stimmung auch. Trotz Corona gehen die Menschen gerne auf den Welzheimer Krämermarkt mit rund 60 Ständen auf dem Kirchplatz rund um die St.-Gallus-Kirche. Die Marktbeschicker sind an dem Tag, an dem in der Bundeshauptstadt Berlin neue Einschränkungen beschlossen werden, froh, dass es überhaupt noch Städte und Gemeinden gibt, die einen solchen Markt anbieten. Ob der nächste geplante Krämermarkt am 21. Dezember noch stattfinden kann, steht laut Marktleiter Hartmut Rupp derzeit in den Sternen. Gleichwohl hat er schon die Markttermine für das neue Jahr in der Planung. Wie heißt es doch so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Statt zur abgesagten Messe geht es auf den Krämermarkt

Von diesem Gedanken lassen sich viele Standbetreiber leiten. Der große Obststand auf dem Kirchplatz gegenüber dem Gasthaus Grüner Baum ist schon rein optisch ein Gewinn. Das beste Obst mit den schönsten Farben setzt Akzente. Christoph Korn aus Pforzheim betreibt zusammen mit seiner Frau den Stand. Das Ehepaar hatte für mehrere Tausend Euro für eine große Messe in Karlsruhe eingekauft. Noch wenige Tage vor dem Beginn hat es geheißen, die Messe findet statt, ein Tag vorher ist die Absage gekommen.

Obst in bester Qualität zu günstigen Preisen

Kurzfristig hat Marktleiter Hartmut Rupp noch einen schönen Platz gefunden, weil andere krankheitsbedingt kurzfristig abgesagt haben. Den Nutzen von der ganzen Geschichte haben die Besucher des Krämermarktes, die am Mittwoch Obst in Topqualität zu Sonderpreisen kaufen können, denn die bereits für die Messe gekaufte Ware muss weg. „Wir sind froh, dass wir überhaupt schaffen dürfen.“

Der „Käs-Bär“ aus Beinstein konnte kurzfristig kommen

Der angekündigte Stand mit Naturprodukten wie Zirbelholz, Kissen und Duftkerzen konnte krankheitsbedingt nicht aufgebaut werden, dafür war der Scheren- und Messerschleifer wie angekündigt da. Marktleiter Hartmut Rupp ist es gewohnt, kurzfristig zu reagieren. Insgesamt waren vier Standbetreiber wegen Krankheit nicht gekommen. Dafür konnte kurzfristig der Kässtand aus Waiblingen-Beinstein. Der Betreiber heißt Bruno Pelaic, weshalb er gerne auch „Käs-Bär“ genannt wird. Er ist Stammgast in Welzheim, ob beim Frühlingsfest oder beim Holz- und Bauernmarkt, der in diesem Jahr, wie könnte es auch anders sein, coronabedingt abgesagt wurde.

Auf dem Welzheimer Krämermarkt am Mittwoch gilt erstmals die Maskenpflicht für alle Besucher. „Die Leute akzeptieren dies größtenteils“, berichtet derweil der Marktleiter. Vorbei schaut auch der frühere Beigeordnete der Stadt Welzheim Reinhold Kasian. Er bekommt am Mittwoch Besuch und die Gäste haben schon angekündigt, dass sie zusammen mit den Gastgebern auf den Krämermarkt gehen wollen. Natürlich sind die neuesten Infektionszahlen mit fast 15 000 Infizierten in der Bundesrepublik Deutschland ein Thema. Das sind Rekorde, die keiner braucht, und Zahlen, die die Menschen auch in Welzheim beunruhigen.

Teil der Wilhelmstraße in Marktfläche einbezogen

„Die Marktbeschicker sind besondere Menschen“, scherzt Hartmut Rupp, der vor drei Jahren die Marktleitung von dem langjährigen Vorgänger Karl Thoma übernommen hat. Mit dieser Aussage will Rupp zum Beispiel erklären, weshalb ein Marktbeschicker in der Wilhelmstraße seinen Stand nicht wie gefordert einen Meter zurückgenommen hat. „Weiter hinten verkaufe ich keine Ware“, sagt der Angesprochene und Hartmut Rupp drückt heute ausnahmsweise mal ein Auge zu. Bereits zum zweiten Mal wurde die Wilhelmstraße im Abschnitt Kirchplatz ins Marktgeschehen einbezogen und Rupp findet: „Mit gutem Erfolg.“ Für Marktbeschicker und Marktbesucher gibt es nun mehr Platz. Und so ist das Angebot zum Beispiel um einen Kinderbuch- und Spielwarenstand erweitert worden. Martin Seyfried aus Pfaffenhofen bei Heilbronn („Aus dem schönen Zabergäu“) ist zum zweiten Mal hier und gerne gekommen. „Wir haben eine tolle Auswahl an Kinderbüchern und das seit 41 Jahren.“ Ein Angebot, das zusammen mit den Spielwaren gerne angenommen wird und eine Bereicherung für den Krämermarkt ist.

Neue Angebote bereichern den Krämermarkt

Mit solchen neuen Angeboten will der Marktleiter dafür sorgen, dass der Welzheimer Krämermarkt attraktiv bleibt auch für künftige Zeiten, in denen ein Virus nicht mehr das Leben bestimmt.

„Ich bin der Stadt Welzheim dankbar, dass sie uns ermöglicht, auf dem Krämermarkt unsere Waren zu verkaufen, wir sind ein Kaufhaus im Freien und werden bei den Vorschriften mit anderen Veranstaltungen über einen Kamm geschert, da gibt es keine Differenzierung, das kommt einem Berufsverbot gleich“, beschreibt Standbetreiber Martin Seyfried die Lage aus seiner Sicht.

Einkaufen im Freien für die Besucher ein Gewinn

Der Welzheimer Krämermarkt ist auch in Corona-Zeiten einen Besuch wert. Die Möglichkeit, im Freien einkaufen zu können, wird von den Menschen „uff em Wald“ gerne angenommen, auch wenn die Maskenpflicht eine spürbare Einschränkung bedeutet, zumal die Mindestabstände in der Regel eingehalten werden können. An den Imbissständen kann ohnehin nicht eine Maske verordnet werden, sonst bleibt die Rote Wurst auf dem Grill liegen. Und ein Krämermarkt ohne Marktwurst ist nicht denkbar. Ohne Corona schon eher.

Das Wetter ist gemischt, die Stimmung auch. Trotz Corona gehen die Menschen gerne auf den Welzheimer Krämermarkt mit rund 60 Ständen auf dem Kirchplatz rund um die St.-Gallus-Kirche. Die Marktbeschicker sind an dem Tag, an dem in der Bundeshauptstadt Berlin neue Einschränkungen beschlossen werden, froh, dass es überhaupt noch Städte und Gemeinden gibt, die einen solchen Markt anbieten. Ob der nächste geplante Krämermarkt am 21. Dezember noch stattfinden kann, steht laut Marktleiter Hartmut

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