Welzheim

Langjährige Elternbeiratsvorsitzende Ute Haselmeier nimmt am Welzheimer Limes-Gymnasium ihren Abschied

UteHaselmeier
Ute Haselmeier vor ihrer langjährigen ehrenamtlichen Wirkungsstätte am Limes-Gymnasium. © Zuehr

Kurzfristig einen Termin mit der Zeitung ausmachen, um über die Jahre als Elternbeiratsvorsitzende am Limes-Gymnasium zu sprechen? Kein Problem für Ute Haselmeier. „Wenn die Schule anrief, ging das immer vor.“ Die Vergangenheitsform ist Tatsache, ihr jüngster Sohn hat jetzt Abitur gemacht, seine Schulzeit ist zu Ende gegangen. Und damit auch die Zeit des Ehrenamts der Mutter. Man kann nämlich nur Elternbeirat sein, solange man ein Kind an der Schule hat, erklärt Ute Haselmeier. Und so betrifft der Abschied nun Mutter und Sohn.

Wobei die mütterliche „Schulkarriere“ am Limes-Gymnasium bereits mit dem Eintritt des größeren Sohns ins Limes-Gymnasium im Jahr 2010 begann. Ute Haselmeier nahm ihr Ehrenamt als zunächst Zweite Stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende auf und knüpfte damit an ihre Traditionen an.

"Eine Großstadtpflanze zieht aufs Land"

Sie hatte sich bereits zuvor in Kindergarten und Grundschule als Elternvertreterin engagiert, erzählt sie in hörbarem Nicht-Schwäbisch gut gelaunt. Die 55-Jährige kommt aus Dortmund und wohnt in Rudersberg, „eine Großstadtpflanze zieht aufs Land“, erinnert sie sich heiter.

Das Limes-Gymnasium hatte es ihr freilich schon angetan, bevor sie sich für die Bildungseinrichtung engagierte. Der damalige Schulleiter Frithjof Stephan und Edeltraud Grassmann, Mitglied der Schulleitung, „bereisten“ seinerzeit die Grundschulen und stellten den Eltern das Welzheimer Gymnasium in einer Weise vor, die Ute Haselmeier „wahnsinnig beeindruckt hat“.

"Die Art, wie die Kinder aufgenommen worden sind, fand ich mega-klasse"

Die Söhne der Familie Haselmeier gingen also aufs Limes-Gymnasium, und der gute Eindruck, auch vom Tag der offenen Tür und ersten Begegnungen, verfestigte sich. „Die Art, wie die Kinder aufgenommen worden sind, fand ich mega-klasse.“

In einem guten Geist miteinander zu wirken, ein angenehmes Klima an der Schule zu fördern, das lag Ute Haselmeier ebenfalls am Herzen, die nach wenigen Jahren die Vorsitzende des Elternbeirats wurde. „Das Allerwichtigste ist: Wir kriegen nichts zustande, wenn eine Seite die andere blockiert“, unterstreicht die Engagierte. „Es geht ums Wohl der Kinder.“

Beim Thema Handys einen Mittelweg gefunden

Und ein Kompromiss ließ sich immer finden. Zum Beispiel, als es um die Hausordnung ging und dabei um ein Handyverbot für die Schüler. Die Schule wollte lieber gar keine Mobiltelefone in der Bildungseinrichtung sehen.

Die Eltern sahen das mitunter nicht ganz so streng mit Blick auf den Heimweg oder Unvorhergesehenes. Der Mittelweg fand sich, indem die Handys mit in die Schule durften, dort aber ausgeschaltet waren. Diskussionen gab es etwa auch um das Für und Wider eines Trinkverbots während der Unterrichtsstunde im Rahmen der Hausordnung.

"Es waren oft nicht genug Busse da"

Der Elternbeirat und seine Vorsitzende etablierten zudem einen Elternsprechtag mit allen Lehrern als ein Format, bei dem man sich nach Terminvereinbarung an jeden Pädagogen wenden konnte. Probleme und Hinweise von Eltern wurden darüber hinaus stets aufgegriffen, zum Beispiel zu den Schulbussen. „Das Bus-Thema war immer ein Thema. Es waren oft nicht genug Busse da.“

"Corona war ein großes Thema", auch als Kommunikationsaufgabe

Ebenso saß Ute Haselmeier mit am Runden Tisch für die Mensa, wenn erörtert wurde, wie diese angenommen wurde und überlegt wurde, was zu tun war.

Und natürlich: „Corona war ein großes Thema.“ Auch als Kommunikationsaufgabe für die Elternbeiräte und die Elternbeiratsvorsitzende. Sie fungierten als Brücke zwischen der Schulleitung und den Eltern, als Multiplikatoren für die jeweils aktuell geltenden Regelungen, ob Wechsel- oder Präsenzunterricht anstanden etwa, und was zu beachten war. „Es war eine schnelllebige Zeit.“ Ute Haselmeier hat immer noch ein waches Auge auf den Inzidenzwert.

Auch zwei Jahre lang als Gesamtelternbeiratsvorsitzende fungiert 

Daneben galt es stets, weiteren Aufgaben gerecht zu werden. So saß Ute Haselmeier etwa gemeinsam mit anderen Elternvertretern in der Schulkonferenz, in der zum Beispiel entschieden wird, wofür die Schule Geld verwendet. Sie entschied auch gemeinsam mit dem Elternbeiratsteam, wie die Mittel aus der sogenannten „Elternkasse“ verwendet wurden. Diese wird vom Elternbeirat geführt und speist sich aus Beiträgen der Eltern mit einem freiwilligen Richtwert von fünf Euro pro Schuljahr. Damit werden zum Beispiel Veranstaltungen außerhalb des Unterrichts wie Theaterbesuche gefördert.

Überdies fungierte Ute Haselmeier zwei Jahre lang als Gesamtelternbeiratsvorsitzende und brachte zum Beispiel bei Planungen für das Lindenquartier die Seite der Eltern ein und die der Elternbeiratsvorsitzenden des Limes-Gymnasiums.

Etliche Menschen kennengelernt und ein Netzwerk bekommen

Nicht zuletzt engagierte sich Ute Haselmeier in den Klassen ihrer Kinder als Elternbeirätin. Da galt es ebenfalls, die Ärmel hochzukrempeln. Im Adventswald in Rudersberg wurden Kinderpunsch, Glühwein und Pizzabrötchen verkauft fürs Schullandheim oder Kuchen auf dem Welzheimer Wochenmarkt angeboten. Ja, sogar in der Eugen-Hohly-Halle wurde bei „Herrn Stumpfes Zieh- und Zupf Kapelle“ bewirtet. „Und verstanden habe ich nichts, weil es reinstes Schwäbisch war“, schmunzelt Ute Haselmeier. „Oder die Hälfte vielleicht“, räumt sie lächelnd ein.

Klar, dass man durch so viele Aktivitäten etliche Menschen kennenlernt, ein Netzwerk bekommt. „Das habe ich sehr zu schätzen gelernt.“

Bei allem Tun war Ute Haselmeier stets das Team mit dem Elternbeirat sehr wichtig. Mit dessen Mitgliedern kam sie gern zu Austausch und Abstimmung zusammen, entschieden wurde gemeinsam.

„Sich kümmern“, fasst die 55-Jährige nicht nur für sich, sondern auch für ihre ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitstreiter zusammen, „das ist wie ein roter Faden all die Jahre mitgelaufen.“

Kurzfristig einen Termin mit der Zeitung ausmachen, um über die Jahre als Elternbeiratsvorsitzende am Limes-Gymnasium zu sprechen? Kein Problem für Ute Haselmeier. „Wenn die Schule anrief, ging das immer vor.“ Die Vergangenheitsform ist Tatsache, ihr jüngster Sohn hat jetzt Abitur gemacht, seine Schulzeit ist zu Ende gegangen. Und damit auch die Zeit des Ehrenamts der Mutter. Man kann nämlich nur Elternbeirat sein, solange man ein Kind an der Schule hat, erklärt Ute Haselmeier. Und so

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