Welzheim

Laufenmühle-Viadukt unter der Lupe

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Hier ist unter einem Brückenbogen die Eisenarmierung zu sehen, die saniert werden muss. © Mathias Ellwanger
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Vom Gleis der Brücke aus wird mit einem Spezialfahrzeug und einer Hebebühne das Laufenmühle-Viadukt im Detail untersucht. © Mathias Ellwanger
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Vom Gleis der Brücke aus wird mit einem Spezialfahrzeug und einer Hebebühne das Laufenmühle-Viadukt im Detail untersucht. © Mathias Ellwanger
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Vom Gleis der Brücke aus wird mit einem Spezialfahrzeug und einer Hebebühne das Laufenmühle-Viadukt im Detail untersucht. © Mathias Ellwanger
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Hier ist unter einem Brückenbogen die Eisenarmierung zu sehen, die saniert werden muss. © Mathias Ellwanger
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Hier ist unter einem Brückenbogen die Eisenarmierung zu sehen, die saniert werden muss. © Mathias Ellwanger
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Hier ist unter einem Brückenbogen die Eisenarmierung zu sehen, die saniert werden muss. © Mathias Ellwanger
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Hier ist unter einem Brückenbogen die Eisenarmierung zu sehen, die saniert werden muss. © Mathias Ellwanger
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Hier ist unter einem Brückenbogen die Eisenarmierung zu sehen, die saniert werden muss. © Mathias Ellwanger
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Hier ist unter einem Brückenbogen die Eisenarmierung zu sehen, die saniert werden muss. © Mathias Ellwanger
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Hier ist unter einem Brückenbogen die Eisenarmierung zu sehen, die saniert werden muss. © Mathias Ellwanger
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Vom Gleis der Brücke aus wird mit einem Spezialfahrzeug und einer Hebebühne das Laufenmühle-Viadukt im Detail untersucht. © Mathias Ellwanger
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Vom Gleis der Brücke aus wird mit einem Spezialfahrzeug und einer Hebebühne das Laufenmühle-Viadukt im Detail untersucht. © Mathias Ellwanger

Welzheim. Das Eisenbahnviadukt der Laufenmühle wird derzeit auf Herz und Nieren untersucht. Die Stadt Welzheim hofft, dadurch die Kosten für die Sanierung besser abschätzen zu können. Derzeit wird von einem Millionenprojekt ausgegangen, das noch nicht finanziert ist. Für dieses Jahr ist der Betrieb der Schwäbischen Waldbahn gesichert.

Weil neue Untersuchungsmaßnahmen angewandt werden, hofft die Stadtverwaltung, mit dem Projekt in ein Forschungsvorhaben hineinzukommen und somit Zuschüsse gewinnen zu können. Zwei Drittel der ersten Bohrkerne, die vor rund einem Jahr entnommen worden waren, überstanden die Prüfung nicht. Gleichwohl hat das Bauwerk bislang keine Schäden, die auf Mängel bei der Standfestigkeit hinweisen.

Tobias Bürkle, von der Karlsruher Firma Ionys erläutert gegenüber unserer Zeitung, dass das rund 100 Jahre alte Bauwerk nicht mit den heutigen Messberechnungen beurteilt werden darf. Die Baukunst war vor 100 Jahren eine andere und hat - wie am Viadukt zu sehen ist - bis heute Bestand. Bei den neuen Prüfverfahren wird die Brücke mit Radarstrahlen durchleuchtet und mit Ultraschall untersucht. Die Schadensbereiche können so besser eingegrenzt werden. Eingesetzt werden dazu Brückenuntersichtgeräte der Firma Wemo aus Eichenzell. Vom Bahngleis oberhalb des Viadukts kann ein Tragekorb seitlich an der Brücke heruntergefahren werden.

Treten die Mängel nur vereinzelt an einigen Stellen auf, lässt sich der Sanierungsaufwand mindern. Diese Aussage gilt natürlich auch andersherum: Treten die Mängel großflächig auf, steigt der Sanierungsaufwand entsprechend kräftig.

Zusätzlich zu diesen neuen Verfahren werden auch nochmals herkömmlich Druckprüfungen von weiteren Bohrkernen gemacht. Die Ergebnisse liegen allerdings noch nicht vor.

Kalkulierte Sanierungskosten lagen ursprünglich bei 3,5 Millionen Euro

Die Sanierung des Laufenmühle-Viadukts ist nach dem Strümpelbach-Viadukt die letzte anstehende größere Investition in die Streckeninfrastruktur der Schwäbischen Waldbahn. Im Zuge der vorbereitenden ingenieurmäßigen Untersuchung sind im vergangenen Jahr statische Substanzmängel aufgetreten. Für die reine Sanierung der Beton-Außenhülle standen ursprünglich Kosten in Höhe von etwa 1,2 Millionen Euro im Raum. Für die statische Ertüchtigung der gesamten Brücke (also Gewölbe und Pfeiler) ergab sich nach der Grobkostenschätzung ein Investitionsbedarf von 3,5 Millionen Euro. Von dieser Summe will die Stadt als Gesellschafter der Schwäbischen Waldbahn herunterkommen.

Die Brückenbauwerke unterliegen in eisenbahnrechtlicher Hinsicht einer regelmäßigen Begutachtung durch einen Brückensachverständigen. Vor der Streckenreaktivierung stellte der Gutachter 2006/2007 zwar punktuelle Betonsanierungserfordernisse fest, jedoch kostenmäßig in einem überschaubaren Umfang (150 000 Euro). Die Aussagen basierten zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht auf systematischen Kostenermittlungen.

Mit der Reaktivierung wurden 2009 zur Vorbereitung der späteren Betonsanierung und als technisch notwendige Vorleistung die Brücken von oben abgedichtet, dies gewährleistete die Austrocknung des Bauwerks. Die folgenden Begutachtungen des Brückensachverständigen haben dann eine Zunahme der reinen Betonschäden verbunden mit höheren Kosten ergeben, im Rahmen des gutachterlichen Berichts des Brückensachverständigen aus 2012 wurde von einer Summe von etwa 300 000 Euro ausgegangen. Dann explodierten die Kosten 2015 abermals: Nach Prüfung und Bewertung zahlreicher Ausführungsvarianten, um eine solche Gebrauchsfähigkeit zu erreichen, bleibt nach Auffassung der beteiligten Ingenieure nur eine umfassende Verstärkung der Brücke in allen Teilen. Fundamente, Pfeiler, Flügel, Gesimse, Bögen sollten auf allen Außenseiten mit einer 35 bis 40 Zentimeter starken bewehrten Betonummantelung versehen werden. Der Aufwand würde laut vorliegender erster Grobkostenschätzung rund 3,5 Millionen Euro betragen. Nach einer genaueren Kostenberechnung steht derzeit noch ein Sanierungsaufwand von 2,9 Millionen Euro im Raum.

Der Beigeordnete der Stadt Reinhold Kasian geht derzeit davon aus, dass sich der Gemeinderat Mitte des Jahres nochmals mit dem Thema beschäftigt. Voraussetzung sei allerdings, dass bis dahin die neue Kostenschätzung vorliegt und die erhofften Zuschusszusagen. Ziel der Bemühungen der Stadt ist es, die 2,9 Millionen weiter verringern zu können. Laut Kasian besteht nach den jüngsten Untersuchungen durchaus Hoffnung dafür. Die Schwachstellen treten wohl überwiegend im Übergang zwischen Bogen und Pfeilern auf und nicht flächendeckend. Deshalb könnte es sein, dass eine punktuelle Betonsanierung an diesen Schwachstellen ausreichend sein könnte. Verbindliche Aussagen dazu sind aber derzeit nicht möglich, es müsse das Ergebnis des Gutachtens abgewartet werden.

Bei den Regelbegutachtungen wurde seither die Gebrauchs- und Tragfähigkeit nicht infrage gestellt. Äußerlich erkennbare Anhaltspunkte für Überlastungserscheinungen oder statische Mängel bestehen nicht.

In der Gesamtschau aller bisherigen Investitionsaufwendungen für die Schwäbische Waldbahn seit Beginn der Reaktivierungsarbeiten im Jahr 2007 bis einschließlich der Sanierung des Strümpfelbach-Viadukt ergeben sich Ausgaben von rund fünf Millionen Euro. Diese stammen zu 2,6 Millionen Euro von Dritten (Land, Landkreis, Stiftungen), woraus sich ein städtischer Anteil von 2,4 Millionen Euro ergibt. Für den laufenden Betrieb ist derzeit ein jährlicher Abmangel zwischen 50 000 Euro und 70 000 Euro zu finanzieren.

Markante Brückenbauwerke

Die beiden großen Viadukte (Strümpfelbach-Viadukt und Laufenmühle-Viadukt) der Strecke Rudersberg-Welzheim gelten als markante Brückenbauwerke der denkmalgeschützten Bahnlinie und sind zu einem Wahrzeichen geworden, auch als bekannte Fotomotive. Darüber hinaus gelten sie auch als Pionierleistungen des modernen Betonbrückenbaus.

Die Schwäbische Waldbahn ist eine touristische Attraktion mit Alleinstellung und hoher Imagewirkung weit über den Welzheimer Wald hinaus.

Sie hat nach Auffassung der Stadtverwaltung zahlreiche begleitende öffentliche Investitionen mit ausgelöst, die für die Welzheimer Bürgerschaft, aber auch Tagesausflügler eine deutliche Bereicherung in Sachen Erholung, Entspannung und Freizeit darstellen.

Beispielhaft nennt das Bürgermeisteramt den attraktiven Stadtpark mit Poetenpfad, der Planetenpfad, der Bahnerlebnispfad, die Römerabteilung des Museums mit den virtuellen Limeswelten, die Stadtinformation mit Kafferösterei in der Pfarrstraße.

Auch im privaten Bereich sind einige Investitionen erfolgt und Strukturen entstanden. Zu nennen sind etwa im gastronomischen Bereich neue Cafés und der Biergarten.

Die Besucherfrequenz an Sonn- und Feiertagen führt darüber hinaus auch zu einer besseren Auslastung der bestehenden gastronomischen Angebotspalette, so dass der landesweit eher negative Trend in der Gastronomie des ländlichen Raums in Welzheim nicht abzulesen sei, so die Stadtverwaltung weiter.

Eine erste Quantifizierung der Wirkungen der Schwäbischen Waldbahn wurde im Jahr 2013 mittels einer touristischen Wertschöpfungsanalyse unternommen.

Leider liefern solche Untersuchungen nur einen Anhaltspunkt über die tatsächlichen Wirkungen. In der Summe wird die Schwäbische Waldbahn von Seiten der Verwaltung als ein touristisch wirksames und erfolgreiches Projekt angesehen, das auch den außerplanmäßigen Einsatz umfangreicher zusätzlicher Mittel „dem Grunde nach rechtfertigt“.