Welzheim

Maiglöckchen oder Bärlauch? Tipps für das richtige Pflücken im Welzheimer Wald

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Bärlauch eignet sich für sehr viele leckere Rezepte. © MARKUS METZGER

Dubravka Metzger aus Hintersteinenberg ist seit Jahrzehnten leidenschaftliche Bärlauchpflückerin und weiß mit dessen vielseitigen Eigenschaften gut umzugehen. Gerade ist wieder Hochkonjunktur für diese meist – auch im Welzheimer Wald – an Flussläufen und Waldrändern wachsende Lauch-Art.

Vor über 30 Jahren spazierte sie im Allgäu über einen Markt und entdeckte ein kleines Gläschen Kloster-Bärlauch: „Der war in Öl eingelegt und für damalige Zeiten mit zwölf D-Mark zwar gut, aber auch recht teuer“, verrät die 71-Jährige mit einem Schmunzeln. Als sie Monate später mit ihrem Mann durch Ungarn unterwegs war und am Waldrand Frauen beim Pflücken entdeckte, war sie neugierig, und man weihte sie ins tiefere Wissen über den Bärlauch und dessen heilsame Eigenschaften ein, der gerade heute in der Naturheilkunde als Blutdrucksenker und gesunde Alternative zu herkömmlichem wildem Knoblauch gilt.

„Knoblauch riecht nach dem Essen, was der Bärlauch nicht tut“, weiß Dubravka Metzger und fügt hinzu: „Mit Maiglöckchen verwechseln kann man ihn eigentlich nicht, denn Bärlauch hat feinere, intensiv grüne Blätter, und wenn man ihn in den Händen reibt, riecht man den Knoblauchgeschmack sofort.“ Wer auf Nummer sicher gehen will, der wartet, bis der Bärlauch blüht, denn auch hier sind die Blüten völlig anders. Während der Corona-Zeit sieht man mehr Menschen als sonst selbst Bärlauch pflücken, die Natur lädt mit dessen Vielzahl in diesem Jahr geradezu ein. Der Bärlauch ist verwandt mit Schnittlauch, Zwiebel und Knoblauch und in Europa sowie in Teilen Asiens beheimatet. „Bärlauchblätter pflückt man am besten am Nachmittag, wenn sie vom morgendlichen Nachttau vollständig getrocknet sind“, erklärt Metzger. Sie nehme nur die schönen, gesunden und sauberen Blätter mit, da sie diese vor der Verarbeitung nicht wasche, da sie sich zum Einfrieren oder zum Einlegen in Öl sonst nicht eignen würden. Bärlauch eignet sich als Salatbeigabe, auf Eintöpfen, in Suppen oder als Pesto auf das Brot. Sie persönlich schneide den Bärlauch so klein wie möglich, würze ihn mit Salz und Pfeffer und vermische ihn mit reichlich Sonnenblumenöl und lasse ihn so eine Nacht zum Durchziehen stehen. Im Anschluss fülle sie ihn dann in Schraubgläser, und dabei ist zu beachten, dass der Bärlauch oberhalb mit Öl abgedeckt ist. Zur Aufbewahrung die Gläser dann in die untere Gemüseschale stellen, so hält er sich bis zu vier Monate. Ein besonderer Tipp zum Schluss ist es, den Bärlauch mit anderen Kräutern zu mischen und daraus eine leckere Kräuterbutter zu zaubern. „Mit Pflanzenfett statt Butter ist diese Leckerei natürlich auch für Vegetarier bestens geeignet!“

Rezeptideen mit Bärlauch

Bärlauch-Pesto: Bärlauch und reichlich Olivenöl mit dem Stabmixer zu einem Mus zerkleinern. 20-30 g geriebener Parmesan und 10 g Pinienkerne hinzugeben und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Im Topf mit Spaghetti mischen und servieren.

Bärlauch-Pfannkuchen: Bärlauch hacken und in fertigen Pfannkuchenteig einrühren und ausbacken.

Bärlauch-Butter: Bärlauch zerkleinern und unter die Butter rühren. Die Butter lässt sich gut einfrieren.

Dubravka Metzger aus Hintersteinenberg ist seit Jahrzehnten leidenschaftliche Bärlauchpflückerin und weiß mit dessen vielseitigen Eigenschaften gut umzugehen. Gerade ist wieder Hochkonjunktur für diese meist – auch im Welzheimer Wald – an Flussläufen und Waldrändern wachsende Lauch-Art.

Vor über 30 Jahren spazierte sie im Allgäu über einen Markt und entdeckte ein kleines Gläschen Kloster-Bärlauch: „Der war in Öl eingelegt und für damalige Zeiten mit zwölf D-Mark zwar gut, aber auch

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