Welzheim

Modellprojekt am Limes-Gymnasium: Schüler lernen, Konflikte zu entschärfen und Stress abzubauen

fit4future
Verbindungslehrerin Maike Hoffmann begleitet das Präventionsprogramm. © Gabriel Habermann

Die Schulinitiative „Fit4future Teens“ ist ein ganzheitliches Gesundheits- und Präventionsprogramm der Cleven-Stiftung und der DAK-Gesundheit. Ziel ist, die Lebensgewohnheiten und Lebensstile von Jugendlichen und jungen Erwachsenen nachhaltig positiv zu beeinflussen, bei Bedarf zu verändern und damit zu verbessern. Neben den Jugendlichen werden auch die Lehrkräfte sowie die Eltern miteinbezogen.

Im Schuljahr 2019/20 standen wenige Plätze für die weiterführenden Schulen bundesweit zur Verfügung. Die Begleitung durch die Stiftung, die Universität und die DAK dauert zwei Jahre. „Fit4future Teens“ wurde in Zusammenarbeit mit der Denkfabrik „Fischimwasser“ unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Ingo Froböse (Deutsche Sporthochschule Köln) sowie der DAK-Gesundheit entwickelt.

Projekt ist eine Reaktion auf aktuelle Studien zur Gesundheit der Kinder

Daniela Märtens, Lehrerin am Limes-Gymnasium Welzheim, hat sich im Sommer 2019 um die Aufnahme im Präventionsprogramm „Fit4future“ gekümmert und den Weg für alle interessierte Schüler und Lehrer gebahnt. Es entstand ein Team aus Schülersprechern, Maike Hoffmann (siehe Bild) als Verbindungslehrerin und der Initiatorin Daniela Märtens. Das Team, bestehend aus Kai Bäuerle, Sophie Haarer und Robin Wenz und den beiden Lehrerinnen, hat sich im September zur ersten gemeinsamen Eröffnungsveranstaltung im Schuljahr 2019/2020 nach Stuttgart begeben, um dort weitere Teilnehmerschulen kennenzulernen, sich auszutauschen und die Informationen für den Startschuss an der Schule mitzunehmen.

Bei „Fit4future“ handelt es sich um ein von der Sporthochschule Köln wissenschaftlich begleitetes und erfolgreich evaluiertes Präventionsprojekt unter der Schirmherrschaft von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Das Angebot für weiterführende Schulen ist eine Reaktion auf aktuelle Studien zur Gesundheit von Mädchen und Jungen.

Fast jeder zweite Schüler leidet unter Stress, viele ernähren sich schlecht

Das Programm für die Altersgruppe von 15- bis 19-Jährigen setzt unmittelbar in der Lebenswelt Schule an und nimmt die aktuelle Lebenssituation der Zielgruppe in den Fokus. Der Schwerpunkt liegt im ersten Projektjahr auf dem Thema Stressbewältigung. Denn: Fast jeder zweite Schüler leidet unter Stress, wie der DAK-Präventionsradar zeigt. Insbesondere Stress in der Schule führt zu Kopf-, Bauch- oder Rückenschmerzen. Zudem ernähren sich viele Schüler schlecht. Deshalb bietet „Fit4future Teens“ zusätzlich auch Inhalte zu Bewegung und Ernährung an.

Im zweiten Projektjahr, das im Limes-Gymnasium das Schuljahr 2020/2021 ist, liegt der Schwerpunkt auf dem Thema Medienkompetenz. Jungen und Mädchen zwischen zwölf und 17 Jahren verbringen im Durchschnitt rund zweieinhalb Stunden täglich mit sozialen Medien, wie die Internetsucht-Studie der DAK-Gesundheit zeigt. Dadurch entstehen gesundheitliche und soziale Probleme.

Zwei Jahre lang werden die Schüler betreut

„Fit4future Teens" unterstützt Schulen auf ihrem Weg zur gesundheitsförderlichen Institution. Die verschiedenen verhaltens- und verhältnispräventiven Maßnahmen dienen dazu, die Teilnehmer sowohl im Unterricht als auch mit Hilfe digitaler Tools zu motivieren und praktische Anregungen für ein gesundheitsbewussteres Verhalten zu vermitteln. Im Setting Schule und zu Hause. Nachhaltig, praxisorientiert und ohne erhobenen Zeigefinger - sozusagen ein Schulfach „Gesundheit“.

Im Rahmen der Partnerschaft erhalten die teilnehmenden Schulen eine zweijährige Betreuung und Unterstützung in Form von Workshops, digitalen Inhalten sowie hochwertigen Spiel- und Sportgeräten. Dabei werden die unterschiedlichen Bedürfnisse der Jugendlichen, unabhängig von Geschlecht, familiärer und kultureller Herkunft sowie sozioökonomischem Status, beachtet.

Die Eltern der Teilnehmer spielen eine wichtige Rolle bei der nachhaltigen Umsetzung der Inhalte im Familienalltag. Denn Gesundheitserziehung findet selbstverständlich auch zu Hause statt – und ein Projekt wie dieses kann nur funktionieren, wenn alle Beteiligten mitmachen. Zudem haben Eltern einen hohen Einfluss auf ihre Kinder, sind Vorbild und können aktiv neue Entwicklungen im Verhalten der Jugendlichen und jungen Erwachsenen begleiten und fördern.

Schwerpunkt im zweiten Jahr ist die Medienkompetenz

Da das Schwerpunktthema der Initiative im ersten Jahr der Stressabbau war, wurde neben den Aspekten Bewegung, Ernährung und Verhältnisprävention auch der Umgang mit Noten und Leistung thematisiert. Zensuren bieten Konfliktpotenzial für Familien, insbesondere, je älter und selbstständiger die Kinder sind. Im zweiten Schwerpunktjahr drehte sich alles um das Thema Medienkompetenz. Die Eltern der Teilnehmer hatten ab dem Start des Programms einen frei zugänglichen Mitgliederbereich und dort Zugriff auf eine Broschüre, den Blog, Checklisten, Rezepte, Umfragen und vielfältige weitere (Unterstützungs-)Angebote, die wertvolle Hilfe für den Umgang mit Stresssituationen und eine verantwortungsvolle und bewusste Mediennutzung vermitteln.

Wie geht es jetzt weiter? Da sich durch die Pandemie einige der Bausteine, vor allem die sportlich-spielerischen als auch die erlebnispädagogischen, nicht vor Ort verwirklichen ließen, wird das Präventionsprogramm nun verlängert. Daniela Märtens hat die Vereinbarung zur Verlängerung bereits eingereicht und hofft auf Bewilligung seitens der Stiftung. Damit wäre für ein weiteres Schuljahr bis Ende 2022 Unterstützung in Form von Aktionstagen, Workshops und dem Zugang zur medialen Plattform gesichert.

Die Schule hofft, weitere Schüler ab Klasse 9 gewinnen zu können, damit das Projekt im nächsten Schuljahr erneut durchstarten kann.