Welzheim

Nützliches und Deko aus Keramik gibt es in Aichstrut: Eine besondere Handwerkskunst

KeramikMunz
Angela Munz zeigt in ihrer Werkstatt in Aichstrut, was es bedeutet, mit Keramik zu arbeiten. © Gaby Schneider

Die Wiesen am Ortsrand von Aichstrut sind an diesem Samstagmorgen kahl, es ist ungemütlich kalt, und dem Pferd, das einsam auf der Koppel steht, zaust der Sturm die Mähne. „Kommen Sie ruhig rein!“, ruft die Stimme von Angela Munz aus der Werkstatt: „Es ist noch gar nichts los.“

Es war der bundesweite „Tag der offenen Töpferei“ – Keramiker und Keramikerinnen zeigen ihre Arbeit, und Angela Munz macht mit. Unten in ihrem Elternhaus in Aichstrut betreibt sie seit 1998 eine Töpferei. Der Raum ist hell und freundlich, überall gibt es Regale mit Tellern, Tassen, Krügen und allerlei anderen Objekten aus Ton, Keramik und Steingut. Der Brennofen ist offen.

Es stehen mehrere Vasen darin, und ganz hinten sieht etwas aus wie ein merkwürdig verformter Trümmerhaufen. „Die“, sagt Angela Munz, „ist mir zusammengeschmolzen und hat mir den ganzen Ofen versaut.“ Kann schon mal passieren, wenn man mit Materialien experimentiert und das Ergebnis 1300 ˚C Hitze aussetzt, und auch dann, wenn man wie Angela Munz eine Meisterin ihres Faches ist.

Es gibt keine Massenware oder genormte Konfektion

Musterbücher hat sie keine, denn bei ihr gibt es weder Massenware noch genormte Konfektion. „Wenn da jemand kommt und will eine Kindertasse für einen Sechsjährigen, der Katzen liebt, dann denk' ich mir was aus“, sagt sie, „und wenn ich den Namen schreiben soll, dann mach' ich irgendwas Besonderes mit den Buchstaben.“

In den Zeiten vor Corona hat sie ihre Arbeiten auf vielen Märkten der Umgebung verkauft, und die fallen im Lockdown natürlich weg. Aber die Leute kennen sie inzwischen, und das ist für Angela Munz ein Glücksfall.

Viele, die notgedrungen zu Hause herumsitzen, haben sich darangemacht, ihr trautes Heim zu verschönern, und die wissen, dass man in ihrer Werkstatt viel individuelle Deko findet – zum Beispiel ihre kleinen Hängelampen aus Keramik, von denen man sich am besten gleich mehrere zusammenstellt. Manche mit winzigen Löchern, durch die das Licht der Glühbirne funkelt, oder mit zarten Rillen, die um den Schirm laufen und die Helligkeit in verschiedenen Tönen durchschimmern lassen.

Neben fröhlich-buntem Steingutgeschirr macht sie auch „Wichtigkeitswürfel“ – kleine Quader, die man an die Wand hängen und auf denen man besondere Gegenstände aufstellen und optisch hervorheben kann. Oder Haken zum Aufhängen, die man bei ihr selbst bearbeiten und gestalten kann. Sie lässt nicht nur zu speziellen Aktionen Kinder in ihre Werkstatt, auch Erwachsene können sich unter ihrer Anleitung an Porzellan, Keramik oder Steingut versuchen. „Kurse geb' ich nicht“, sagt sie, „aber wer will, kann sich Zeit von mir buchen.“ Und die eigene Kreativität entdecken - was man sich in der schönen, hellen Werkstatt in Aichstrut sehr gut vorstellen kann.

Die Wiesen am Ortsrand von Aichstrut sind an diesem Samstagmorgen kahl, es ist ungemütlich kalt, und dem Pferd, das einsam auf der Koppel steht, zaust der Sturm die Mähne. „Kommen Sie ruhig rein!“, ruft die Stimme von Angela Munz aus der Werkstatt: „Es ist noch gar nichts los.“

Es war der bundesweite „Tag der offenen Töpferei“ – Keramiker und Keramikerinnen zeigen ihre Arbeit, und Angela Munz macht mit. Unten in ihrem Elternhaus in Aichstrut betreibt sie seit 1998 eine Töpferei. Der

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