Welzheim

Nach SchoWo-Vorfällen: Erstmals privater Sicherheitsdienst

Strassenfestwelz
Archivbild: Friedlich wie immer soll es auch in diesem Jahr beim Welzheimer Straßenfest auf dem Kirchplatz zugehen. Rein vorsorglich hat die Stadt aber in diesem Jahr erstmals einen privaten Sicherheitsdienst engagiert. © Schneider / ZVW

Welzheim. Niemand will die Pferde scheu machen, aber nach den Ereignissen am Wochenende in der Nachbarstadt Schordorf bei der SchoWo wollen die Verantwortlichen in Welzheim auch nicht zur Tagesordnung übergehen. Vorsorglich wird deshalb für das bevorstehende Straßenfest ein privater Sicherheitsdienst engagiert.

„Es gibt keinerlei konkrete Hinweise, dass sich die Schorndorfer Vorfälle in Welzheim wiederholen“, betonte Bürgermeister Thomas Bernlöhr am Dienstagabend im Gemeinderat. CDU-Fraktionsvorsitzender Thomas Linzmair hatte zum Schluss der öffentlichen Sitzung angefragt, ob aus den Schorndorfer Ereignissen irgendwelche Schlussfolgerungen für Welzheim zu ziehen seien. Auch wir als Zeitung hatten gleich nach den Vorfällen in Schorndorf bei der Stadtverwaltung angefragt und erhielten nun am Mittwoch offiziell Auskunft. Die Abstimmungsgespräche mit Polizei und dem privaten Sicherheitsdienst Bunk hatten bis Mittwochvormittag angedauert.

Kein Sicherheitsproblem beim Fest auf dem Kirchplatz

Die Krawalle in Schorndorf hatten bundesweit Wellen geschlagen und die Nachrichtensendungen der Fernsehsender gefüllt. Einige Ausläufer der Wellen sind auch in Welzheim angekommen. „Haben wir ein Sicherheitsproblem beim bevorstehenden Straßenfest?“, fragte Thomas Linzmair die Stadtverwaltung. Bürgermeister Bernlöhr sieht keine konkrete Sicherheitslücke. Wegen des Medienspektakels müsse die Stadt jedoch handeln. Schließlich soll auch das private Sicherheitsgefühl eines jeden einzelnen Mitbürgers bedient werden. „Wir gehen das Thema in aller Gelassenheit an“, betonte Bernlöhr. Welzheim sei mit Schorndorf nicht vergleichbar. Beim Straßenfest gebe es keinen vergleichbaren Außenbereich wie die Grünanlagen beim Schorndorfer Schloss.

Einsatzkosten: Rund 4 000 Euro

Der Beigeordnete der Stadt, Reinhold Kasian, der die Gespräche mit dem privaten Sicherheitsdienst und der Polizei führte, bestätigte am Mittwoch nach den Gesprächen, dass nun erstmals uniformierte Kräfte beim Straßenfest zu sehen sind. Der Einsatz kostet die Stadt so um die 4000 Euro. Über die Zahl der eingesetzten Sicherheitsleute will Kasian aus sicherheitstechnischen Gründen keine Auskunft geben. Sichergestellt sei auf jeden Fall, dass am Samstagabend der Polizeiposten auch abends besetzt ist. Die Beamten haben ihre Dienststelle in der Murrhardter Straße in unmittelbarer Nähe zum Festgeschehen.

In all den Jahren sind Reinhold Kasian keine größeren Zwischenfälle bei den Straßenfesten in Welzheim bekannt geworden. Klar, habe es unter dem Einfluss von Alkohol immer wieder Rangeleien und Auseinandersetzungen gegeben. „Aber irgendwie ausgeartet ist das nie.“

Nachtwachen gab es schon früher

Weiterhin geben wird es die „Nachtwachen“ an den Ständen. Das hat aber mit den Ereignissen von Schorndorf gar nichts zu tun. Die gab es schon früher. Die Mitarbeiter der Vereine stellen somit sicher, dass in der Nacht an den Ständen nicht irgendwelche Schäden angerichtet werden oder irgendwelche Dinge entwendet werden. Ob im nächsten Jahr beim Straßenfest wieder ein privater Sicherheitsdienst eingesetzt wird, beurteilen die Fachleute nach dem jetzigen Einsatz und der Situation im nächsten Jahr.

Das Welzheimer Straßenfest ist eine Welzheimer Traditionsveranstaltung, die Mitte der 70er Jahre auf Anregung von Stadträten entstand. Der Erlös war für den Bau der Justinus-Kerner-Halle bestimmt.


Kommentar von Rainer Stütz

Die Stadt Welzheim hat besonnen reagiert. Durch die bundesweiten Schlagzeilen wegen der Randale bei der SchoWo wurde auch mancher Mitbürger in Welzheim verunsichert. Es ist aber keine Panik angesagt. Welzheim und Schorndorf sind schon allein vom Festumfang und von der Lage her nicht vergleichbar. In Welzheim konzentrieren sich die Abendveranstaltungen auf den Kirchplatz, es gibt keine Nebenschauplätze. Das Ganze ist somit überschaubarer als in Schorndorf mit der Grünanlage beim Schloss. Ein privater Sicherheitsdienst wurde engagiert, der Polizeiposten ist am Samstagabend geöffnet. Gut so. Aber das reicht auch so.