Welzheim

Neue Helfer, neue Gäste, neue Reiseziele: Warum die Aktiven Senioren Welzheim Verstärkung suchen

AktiveSenioren
Wohin soll's gehen? Gisela Noller von den Aktiven Senioren plant gern Reisen und freut sich über Verstärkung. © Ralph Steinemann Pressefoto

Wo waren sie wohl noch nicht? Da fällt die Antwort schwer. Es gibt kaum ein Reiseziel in der näheren und weiteren Umgebung, das die Aktiven Senioren in den vergangenen Jahren nicht aufgesucht hätten. Nach Murrhardt, Blaubeuren, Schwetzingen, auf den Weihnachtsmarkt in Nördlingen, nach Ludwigsburg ins Blühende Barock, zur Rundfahrt auf die Schwäbische Alb, ins Landesgestüt Marbach, zur Bundesgartenschau in Heilbronn, nach Jagsthausen und Markgröningen zog es die reiselustigen Welzheimer Senioren ebenso wie nach Rottweil und auf den Thyssen-Testturm, ins Schulmuseum in Schwäbisch Gmünd, ins Bonbonmuseum in Vaihingen/Enz ebenso wie in Schlösser und das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Die Liste ließe sich fortsetzen.

Aktive Senioren arbeiten ehrenamtlich, deshalb sind die Ausfahrten günstig

Die Ziele finden sich im Umkreis von einer bis eineinhalb Busstunden, weiß Gisela Noller, eine der Mitstreiterinnen der Aktiven Senioren. „Es ist einfach unser Ansinnen, dass die Leute nicht zu viel Tageszeit im Bus verbringen.“ Nicht mehr als zwei Stunden hin und dann wieder zurück reisen, entsprechend wurde geplant. Und ein gemeinsames Mittagessen haben die Organisatoren auch stets mit vorgesehen. Die Aktiven Senioren organisieren diese Tagesausflüge ehrenamtlich. Deshalb können sie die Ausfahrten kostengünstig anbieten.

Fast immer waren die Reisen sofort ausgebucht 

Ins Leben gerufen wurden die Aktiven Senioren 2002. Der damalige Bürgermeister Hermann Holzner hatte versucht, das Angebot für Ältere auszuweiten. 17 ehrenamtliche Mitarbeiter schlossen sich in einem Arbeitskreis unter der Schirmherrschaft der Stadt zusammen. Ihr Ziel war es, älteren Mitbürgern ein Freizeitangebot zu machen und die Gelegenheit zu bieten, einen halben oder ganzen Tag zu verreisen, etwas Neues zu sehen, in Gesellschaft unterwegs und betreut zu sein. „Es war die ganzen Jahre so, dass die Ausflüge fast Selbstläufer waren“, erklärt Gisela Noller. Fast immer waren die Reisen sofort ausgebucht. „Wir hatten auch Ziele, wo man sagen muss, das war mehr als das alltägliche Angebot.“

Planung 2021: „Wir haben das alles reihenweise wieder absagen müssen“

So könnte die Erfolgsgeschichte der ehrenamtlichen Erlebnismacher wohl noch lange fortgeschrieben werden. Wären es nicht sehr wenige geworden, und wäre da nicht die Corona-Pandemie. „Das ist auch eines unserer Probleme“, weiß Gisela Noller. Für dieses Jahr hatten die Aktiven Senioren fleißig geplant. „Wir haben das alles reihenweise wieder absagen müssen.“ In diesem Jahr hat nur im August ein Ausflug nach Rottweil stattgefunden, und am Dienstag geht’s nach Schwäbisch Gmünd. Aber: „Die Resonanz ist eher etwas verhalten. Das Publikum ist sehr zurückhaltend.“ Die Maskenpflicht im Bus, dazu das Abstandhalten, „da schrecken wohl auch viele zurück. Das ist wohl nicht nur bei uns so“, meint Gisela Noller.

Was interessant und realisierbar schien, wurde in der Gruppe "festgezurrt"

Eigentlich hätten sich die Aktiven Senioren derzeit, im September, getroffen und für das Folgejahr Reisen geplant. „Dann hat jeder mal Vorschläge in den Ring geworfen“, erinnert sich die 69-Jährige ans gemeinsame Planen. Was interessant und realisierbar schien, wurde in der Gruppe „festgezurrt“. Neun, zehn Ideen wurden ins Auge gefasst. Ein Treffen mit Welzheimer Vereinen und Institutionen im Rathaus stellte sicher, dass sich keine Termine überschneiden würden. Dann machten sich die reiselustigen Ruheständler an die Arbeit, teilten die Ideen auf, erkundeten das Angebot am Zielort, suchten Besonderes, schauten nach Gaststätten, und so weiter. „Jeder Mitarbeiter hat so zwei oder drei Ausflüge komplett allein ausgearbeitet.“ Von der Planung des Programms über die Bestellung etwa einer Stadtführung bis hin zur Auswahl eines Restaurants. Gleich für das ganze Jahr wurde ein Angebot für Busse eingeholt.

Kompromiss: Ein reduziertes Reiseangebot mit Ausflügen alle zwei Monate 

Planen für das nächste Jahr ist natürlich schwierig. Aber unmöglich? Gisela Noller hat sich einen Kompromiss überlegt: ein reduziertes Reiseangebot mit Ausflügen alle zwei Monate. Wenn es dann nicht klappt, wäre nicht so viel für den Papierkorb geschafft worden. Den Kopf in den Sand stecken will Gisela Noller nicht, gleichwohl natürlich auch kein Risiko eingehen, sondern vielmehr vorsichtig agieren, „mal schauen, wie sich das alles entwickelt“. Weitere Mitstreiter jedenfalls sind herzlich willkommen.

Arbeitskreis besteht im Wesentlichen nur noch aus zwei Aktiven

Und auch sehr notwendig. Denn der Arbeitskreis besteht inzwischen im Wesentlichen nur noch aus zwei Aktiven, aus Gisela Noller und Wolfgang Grabe. Einige Ehrenamtliche sind gesundheits- und altersbedingt ausgeschieden, ein Mitglied ist verstorben. Da tut Verstärkung gut. Dieses Ehrenamt macht anderen Freude, tut aber auch den Engagierten selbst gut, weiß Gisela Noller. „Es ist tatsächlich eine Win-win-Situation, für die Organisatoren und für die Gäste.“ Man lerne dazu, lerne neue Leute kennen, komme in Kontakt mit Städteführern, organisiere und habe dabei nette Begegnungen. „Das hat schon auch etwas.“ Insbesondere eigne sich die Mitarbeit im Arbeitskreis auch für jene, die erst aus dem Beruf ausgestiegen sind. „Sie können ihre Talente weiter ausleben.“

Es gibt Hilfe, Einarbeitung, Checklisten, Unterlagen - und Anerkennung

Vorkenntnisse braucht man nicht, aber einen PC, Drucker, E-Mail und Internet sowie ein Auto, falls ein Ziel vorab angefahren werden muss, um Details anzusehen.

„Es muss sich niemand überfordern“, betont Gisela Noller. Geplant wird in lockerer, freundlicher Atmosphäre. Es gibt Hilfe, Einarbeitung, Checklisten und Unterlagen. Sowie Anerkennung. Für gewöhnlich sind die Leute immer recht begeistert, so Gisela Noller, und tun das auch kund. „In der Regel haben wir Organisatoren immer auch ein bisschen Lob geerntet.“

Wo waren sie wohl noch nicht? Da fällt die Antwort schwer. Es gibt kaum ein Reiseziel in der näheren und weiteren Umgebung, das die Aktiven Senioren in den vergangenen Jahren nicht aufgesucht hätten. Nach Murrhardt, Blaubeuren, Schwetzingen, auf den Weihnachtsmarkt in Nördlingen, nach Ludwigsburg ins Blühende Barock, zur Rundfahrt auf die Schwäbische Alb, ins Landesgestüt Marbach, zur Bundesgartenschau in Heilbronn, nach Jagsthausen und Markgröningen zog es die reiselustigen Welzheimer

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